Test - MSI Prestige P100 : Kraftpaket für Kreative

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Das MSI in der Lage ist, gute und kompakte Rechner zu bauen, ist keine Neuigkeit, denkt man beispielsweise an die Trident-Reihe. Mittlerweile beschäftigt der Hersteller sich aber nicht nur mit Gaming, sondern will auch Kreativen das komplette Paket anbieten. Nicht ganz unlogisch, gibt es doch dank Video, Streaming, aber auch Entwicklung reichlich Überschneidungen. Wir haben uns den ultrakompakten MSI Prestige P100 der aktuellen Generation zur Brust genommen und haben ein bisschen geweint vor Freude.

Als MSI kürzlich bei uns in der Redaktion vorbeikam, um uns die neuen Geräte der Prestige-Reihe vorzustellen, sprangen wir auf den ersten Blick nicht von den Stühlen. Ein kompakter Rechner, dazu ein passender Monitor (den wir zu einem späteren Zeitpunkt testen werden, da noch keine Samples zur Verfügung standen) – nun gut. Erstes Staunen kam allerdings auf, als uns MSI verklickerte, was in dem schmalen und optisch überaus edlen 10-Liter-Gehäuse alles drin ist. So viel Leistung auf so wenig Raum? Und das soll auch noch leise sein? Wir behielten den P100 gleich da und nahmen ihn in die Mangel.

Beginnen wir mit den Äußerlichkeiten. Der Prestige P100 sieht äußerlich edel aus dank seines weißen Gehäuses mit dezenter Beleuchtung. Kein Gaming-PC, sondern eine Maschine, die sich auch in einem noblen Designer-Studio gut macht. Dazu noch äußerst kompakt. Mit den fast schon lächerlichen Abmessungen von 131,85 x 372,20 x 403,88 mm ist der P100 gerade mal ein bisschen größer als eine Spielekonsole der vergangenen Generation.

Die kleine Schönheit bietet natürlich reichlich Möglichkeiten für den Anschluss externer Geräte und Peripherie. An der linken Seite befinden sich gut zugänglich zwei USB-3.1-Ports, ein Type-C-Anschluss sowie Buchsen für Mikrofon und Kopfhörer. An der Rückseite entdecken wir Audioanschlüsse (5x 3,5 mm Klinke + Optical), 6x USB (4x 3.1, 2x 2.0), HDMI/DisplayPort (Onboard) und RJ45-LAN-Port. Über die Grafikkarte kommen nochmals drei DisplayPort, ein HDMI und ein Type-C dazu. Natürlich werkeln auch noch WLAN (Intel Wireless-AC 9462) und BlueTooth 5 unter der edlen Hülle, sodass keine Wünsche offen bleiben.

Das Innenleben zeigt sich aufgeräumt und strukturiert, aber durchaus gewillt, etwaige Upgrades in Kauf zu nehmen. Das 650W-Netzteil bietet dafür ausreichend Power. Der Innenraum ist in drei Zonen unterteilt, jeweils eine für Grafikkarte, Netzteil und Mainboard/CPU. Das ist Bestandteil des Kühlkonzepts, das darauf setzt, die Hitzequellen möglichst getrennt voneinander zu halten. Wie gut das funktioniert, dazu gleich mehr. Platz wird im Innenraum jedenfalls nicht verschwendet. MSI hat die Erfahrungen früherer Kompakt-PCs wie Trident gut ausgebaut.

Wer nun denkt, dass in solch einem kompakten Gehäuse nicht viel Leistung Platz hat, der sieht sich getäuscht, denn die Komponenten sind vom Feinsten. Der Intel Core i9-9900K @3.6 GHz auf dem Z390 Gaming Edge Mainboard ist das schlagende und ungeheuer kraftvolle Herz des P100. Der Achtkerner gehört aktuell zu den kräftigsten CPUs auf dem Markt und bietet zudem noch Übertaktungspotenzial, das auch im Hinblick auf die Kühlung vorhanden ist. Selbst unter Volllast gelang es uns nicht, die CPU über einen Bereich von 84 bis 90 Grad zu bringen. Wer also noch ein paar GHz herauskitzeln will, hat dafür durchaus noch Reserven. Der CPU zur Seite stehen 64 GB DDR4-2667 Arbeitsspeicher, auch hier reichlich Reserven für hungrige Anwendungen.

Spieler und Kreative im Gaming-Bereich freuen sich über eine NVIDIA GeForce RTX 2080 Ti Grafikkarte, die dank ihrer CUDA-Cores natürlich auch für verschiedene Anwendungen wie Adobe Premiere bestens geeignet ist. Abgesehen davon stemmt die Grafikkarte aktuell so ziemlich jedes Spiel in 4K-Auflösung. Und das nicht nur in holprigen 30 fps, sondern meist ohne, manchmal mit minimalen Anpassungen der Einstellungen mit lockeren 60 fps, ohne ins Schwitzen zu kommen. Dank gelungener Kühlung gibt es auch hier noch Luft zur Übertaktung. Beim Zocken unter 4K mit maximalen Details geriet die GPU bei maximal 75 Grad nur geringfügig ins Schwitzen.

Natürlich fehlt es nicht an Platz für Daten und der ist dazu noch schnell. Als Systemlaufwerk dient eine 1 TB große M.2 PCIe SSD im Raid0-Betrieb. Die Größe des Laufwerks ist angemessen, erlaubt sie es doch, umfangreichen Anwendungen ebenfalls kräftig Beine zu machen. Als Datenfestplatte ist zudem eine 2 TB große HDD von Seagate verbaut. Insgesamt können zwei M.2 SSDs sowie zwei 2,5“ HDD/SSD verbaut werden, sodass ihr wohl nicht so schnell in Platznöte geraten werdet.

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