Test - NZXT H500 : Schneeweiße Gehäuseträume?

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So kraftvoll die Gaming-Hardware auch sein mag, sie gehört in ein vernünftiges Gehäuse. Manchen ist es mehr oder minder egal, worin Mainboard und Grafikkarte nebst dem ganzen anderen Gedöns verschraubt wird, aber es gibt durchaus hübsche Gehäuse, die einem nicht das halbe Gehalt vom Konto nagen. Das NZXT 500 ist so eines. Für den Ladenpreis von schlappen 79,90 Euro bekommt ihr schicke Optik und robuste Verarbeitung neben einigen anderen Annehmlichkeiten.

Schon beim Auspacken des NZXT H500 kann man sich des Staunens nicht erwehren, denn die Verarbeitungsqualität, die hier für 79,90 Euro geboten wird, ist schon bemerkenswert. Wer nach Kunststoff sucht, sucht weitgehend vergeblich, denn es handelt sich rundum um ein Metallgehäuse. Einzige Ausnahme ist das schicke Rauchglaspanel, das herrlich mit dem matten Weiß kontrastiert. Dafür bringt das 210 x 460 x 428 mm große H500 mit satten 7 kg einiges auf die Waage.

Die Optik gibt sich kantig und sehr minimalistisch, dank Seitenpanel und Farbgestaltung aber auch sehr edel, zumal der Hersteller auf hässliche Logos oder sonstigen optischen Firlefanz verzichtet. Das Innenleben ist im Kontrast zum Weiß der Außenseite weitgehend in Schwarz mit einigen weißen Akzenten gehalten. Die Frontanschlüsse sind dezent an der Oberseite des Gehäuses angebracht, zwei USB-3.1-Slots und die üblichen Anschlüsse für ein Headset mit Mikrofon sind vorhanden und gut erreichbar.

Das H500 kommt ab Werk sogar mit zwei vorinstallierten 120-mm-Lüftern am Deckel und an der Rückseite. Einziges Manko: Die Schraubköpfe des oberen Lüfters stehen etwas hervor. Mit einer leichten Versenkung hätte man das eleganter lösen können. Clever gelöst sind die Befestigungen der Seitenpanels. Die Metallseite wird mit zwei Daumenschrauben gehalten, das Glaspanel sitzt in den unteren Teil des Metallrahmens integriert sehr sicher, kann aber durch eine einzige Schraube werkzeugfrei und schnell abgenommen werden.

Das Innenleben gibt sich strukturiert und sehr geräumig. Netzteil und Festplatten sitzen, getrennt vom restlichen Innenraum, im unteren Bereich des Gehäuses. Der Hauptraum bietet ausreichend Platz für Mini-ITX-, Micro-ATX- und ATX-Mainboards mit einer CPU-Lüfterhöhe bis 165 mm. Auch an High-End-Grafikkarten wurde gedacht, bis zu einer Länge von satten 380 mm kann alles verbaut werden. Des Weiteren sind sieben Slots für Erweiterungskarten vorhanden.

Bis zu zwei SSDs lassen sich dank praktischer Schieber wahlweise an der Rückseite des Mainboards oder auf der Platte über dem Netzteilschacht anbringen. Nicht so gelungen ist der Festplatteneinbau, denn hierzu muss der gesamte Käfig ausgebaut werden. Das passt nicht so recht zum sehr praktischen restlichen Konzept des Gehäuses. Platz für optische Laufwerke ist nicht vorhanden, aber das ist bei neueren Gehäusen durchaus nicht unüblich.

Auch wer seinen PC-Komponenten ordentlich Luft verschaffen will, kommt auf seine Kosten, denn trotz der kompakten Bauweise passt einiges in das H500. AIO-Kühlungen mit 280-mm-Radiator haben ebenso Platz wie reichlich zusätzliche Lüfter: 2x 120/140 mm vorn, 1x 120/140 mm oben, 1x 120 mm hinten. Damit sollte es für euch kein Problem sein, Grafikkarte und Prozessor auf die gewünschten Temperaturen zu drücken.

Der Einbau sämtlicher Komponenten geht ziemlich problemlos vonstatten, zusätzliche Schrauben und Kabelbinder gehören zum Lieferumfang. Die Kabelführung ist im Großen und Ganzen sehr gut gelöst und bei sauberem Einbau mit 19 bis 23 mm auch voll und ganz ausreichend dimensioniert. Ein bisschen fummelig kann es bei den Anschlüssen am Mainboard werden. Der Platz ist zwar ausreichend, aber recht knapp bemessen. Glücklicherweise hat man diese Aufgabe ja ohnehin nicht so oft vor sich.

Alles in allem macht NZXT bei dem H500 sehr viel richtig und leistet sich nur wenige Schwächen. Das Gehäuse sieht schick aus und wenn ihr gar noch farbige Lüfter und Komponenten mit schicker Beleuchtung einbaut, wird es dank des Rauchglaspanels und der sauberen Einbaumöglichkeiten zum echten Hingucker. Das Preis-Leistungs-Verhältnis kann man nur als richtig gut bezeichnen.

Greift zu, wenn...

… ihr ein bildhübsches, toll verarbeitetes Gehäuse für euren Rechner sucht und nicht allzu viel Geld ausgeben wollt.

Spart es euch, wenn...

… euch ein Midi-Tower dann doch zu klein ist.

Fazit

Andreas Philipp - Portraitvon Andreas Philipp
Schickes Gehäuse zum fairen Preis

Im Grunde gibt es nur wenig, was man am NZXT H500 aussetzen kann. Die Verarbeitung und die verwendeten Materialien sind erste Sahne, die Kabelführung ist gelungen und so ziemlich alles Hässliche am Innenleben eines PCs wird schön verpackt und versteckt. Allerdings ist das Konzept nicht immer durchgängig. Die Verschraubung des oberen Lüfters hätte etwas eleganter gelöst werden können und dass für den Einbau von Festplatten der komplette Käfig ausgebaut werden muss, ist lästig. Ansonsten ist das H500 aber rundum gelungen und bietet dank cleverer Raumaufteilung genügend Platz für nahezu jedwede Hardware. Und das alles bei einem überaus fairen Preis-Leistungs-Verhältnis, für das wir unseren Hardware-Award zücken.

Überblick

Pro

  • sehr solide Verarbeitung mit wenig Kunststoff und viel Metall
  • schicke Rauchglasseitenwand
  • edle, minimalistische Optik
  • zwei 120-mm-Lüfter vorinstalliert
  • gute Kabelführung
  • praktische SSD-Schlitten
  • clevere Seitenpanelbefestigung
  • viel Raum für Lüfter und Wasserkühlungen
  • gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

Contra

  • Befestigung des oberen Lüfters könnte eleganter sein
  • Festplattenkäfig muss für Einbau/Wechsel ausgebaut werden
  • Platz fürs Mainboard ausreichend, aber etwas knapp, daher etwas fummelig beim Anschluss der Kabel

Awards

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