News - PlayStation : Sony-Chef hält trotz Flops an Live-Service-Strategie fest
- PS5
Sony Interactive Entertainment hält trotz heftiger Rückschläge in den vergangenen Monaten unbeeindruckt an seiner umstrittenen Live-Service-Strategie fest. In einem aktuellen Interview mit dem japanischen Fachmagazin Famitsu stellte Hideaki Nishino, President und CEO der Sony-Gaming-Sparte, klar, dass das Unternehmen das Genre weiterhin als essenzielle Säule für die Zukunft der PlayStation-Plattform betrachtet. Diese Bestätigung überrascht angesichts des beispiellosen Debakels rund um den eingestellten Helden-Shooter Concord sowie mit der Schließung von Studios wie Bluepoint Games nach abgebrochenen Multiplayer-Projekten.
Nishino argumentierte in dem Gespräch, dass Online-Multiplayer- und Live-Service-Titel nach wie vor eine einzigartige globale Strahlkraft besitzen und Spielerscharen über einen extrem langen Zeitraum an eine Plattform binden können. Aus diesem Grund wolle Sony den Markt auch in Zukunft durch eine Mischung aus eigenen First-Party-Produktionen und strategischen Third-Party-Partnerschaften „revitalisieren“.
Dass das Genre inhärent riskant und für traditionelle Singleplayer-Unternehmen schwer zu knacken ist, sieht der CEO eher als Lernprozess. Da die Sparte im Vergleich zu klassischen Genres noch relativ jung sei, wolle man sich den damit verbundenen Herausforderungen weiterhin bewusst stellen.
Die Realität der vergangenen Jahre zeichnet für PlayStation allerdings ein überaus holpriges Bild. Von Sonys ursprünglichem, ambitionierten Plan, bis März 2026 ein knappes Dutzend Live-Service-Spiele auf den Markt zu bringen, wurde die Hälfte der Projekte im Laufe der Zeit eingestampft, darunter prestigeträchtige Titel wie The Last of Us Online oder ein unangekündigtes Projekt im God of War-Universum.
Abseits des Überraschungshits Helldivers 2 verbuchte der Konzern überwiegend schmerzhafte Rückschläge. Erst in dieser Woche wurde zudem bekannt, dass das Tochterstudio Bungie nach dem inhaltlichen Entwicklungsstopp von Destiny 2 und dem schwachen Auftakt von Marathon vor massiven Entlassungswellen steht.
Dennoch untermauern die Aussagen der Chefetage, warum Sony trotz der lautstarken Kritik der eigenen Core-Community nicht von der Neuausrichtung abrückt. Während aufwendig produzierte Singleplayer-Blockbuster durch explodierende Entwicklungskosten und lange Produktionszyklen an ihre finanziellen Wachstumsgrenzen stoßen, bieten erfolgreich etablierte Service-Plattformen eine kontinuierliche und langfristig planbare Einnahmequelle.
Für die nähere Zukunft richtet sich der Fokus nun unter anderem auf den kommenden Helden-Prügler Marvel Tōkon, der im August erscheint, sowie auf Bungies kriselnden Extraction-Shooter Marathon, den Sony weiterhin als wichtigen Pfeiler des aktuellen Portfolios stützt.

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