News - "Risiko-Gamer" : Laut DAK-Studie sind eine halbe Million Gamer spielsüchtig

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    Über eine halbe Million Minderjährige in Deutschland zeigen laut einer DAK-Studie ein "riskantes oder pathologisches" Spielverhalten.

    Die DAK schätzt gut ein Sechstel der deutschen Minderjährigen als Risikofälle im Hinblick auf ihr Spielverhalten ein. 15,4 Prozent geben demnach nicht nur mehr Geld als andere in ihrem Alter für Computerspiele aus, sondern fehlen durch ihr Hobby öfter in der Schule und haben häufiger emotionale Probleme. Das will die Krankenkasse in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Suchtfragen des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf im Rahmen der Studie "Geld für Games - wenn Computerspiel zum Glücksspiel wird" herausgefunden haben.

    Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, zählen von den drei Millionen 12- bis 17-Jährigen, die regelmäßig Computerspiele spielen, gut 465.000 Gamer zur Risikogruppe. In vier von fünf Fällen soll es sich dabei um Jungen handeln. Bei 3,3 Prozent soll sogar eine Sucht nachgewiesen worden sein. Befragt wurden 1000 Jugendliche am Telefon. Ihnen wurden unter anderem Fragen aus dem aus den USA stammenden Diagnosekatalog für psychische Störungen gestellt. Unter anderem sollten sie beantworten, ob sie ständig, auch in der Schule und im Job, an Computerspiele denken müssen oder ob sie das Medium nutzen, um reale Probleme zu vergessen. Werden mindestens zwei dieser Fragen positiv beantwortet, reicht das bereits für eine Einstufung als Risiko-Gamer. Eine Abhängigkeit besteht ab fünf positiven Antworten.

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    Entwarnung gibt allerdings Christian Montag, Professor für Molekulare Psychologie an der Universität Ulm. Er zweifelt an, dass zwei Fragen ausreichen, um von einem Risiko zu sprechen. Die Beschäftigung mit Computerspielen sei etwas so alltägliches, dass man es nicht vorschnell pathologisieren sollte. Im Zweifel sei immer der Einzelfall zu bewerten, dann unter Zuhilfenahme zusätzlicher wissenschaftlicher Methoden. Darüber hinaus sei nicht ausreichend geklärt, ob es sich bei Computerspielabhänigkeit nicht nur um eine Phase in der Jugend handelt.

    Die Studie der DAK hat allerdings noch einen zweiten Fokus, der sich direkt dem Titel der Publikation entnehmen lässt: das Geld. Jeder zweite Befragte gab an, in den letzten sechs Monaten vor dem Telefonat digitale Inhalte in Spielen erworben zu haben. Durchschnittlich lag der ausgegebene Betrag bei 110,65 Euro. Allerdings sei die Streuung sehr groß. Besonders Fortnite und FIFA wurden hier genannt. Hier wird erneut der Bogen zu den Risiko-Gamern geschlagen. Denn sie geben laut Studie doppelt so viel Geld in Spielen aus wie der Durchschnitt. Gerade Lootboxen sollen nach Ansicht des Deutschen Zentrums für Suchtfragen Minderjährige an suchtgefährdende Mechanismen des Glücksspiels heranführen. Aus diesem Grund fordert die DAK ein Verbot entsprechender Elemente oder Warnhinweise.

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