Preview - Ghost Recon Breakpoint : Angezockt: realistischer, taktischer, größer

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Vom Jäger zum Gejagten. Eigentlich sind es die Spezialeinheiten der Ghosts, die Jagd auf böse Buben machen. Doch in Ghost Recon: Breakpoint wird der Spieß umgedreht. Anstatt perfekt vorbereitet Einsätze auszuführen, muss auf der Insel Auroa improvisiert werden. Hier sind die Wolves am Drücker. Im Rahmen der E3 in Los Angeles konnten wir den taktischen Militär-Shooter für einige Stunden anzocken.

Wer den Vorgänger Ghost Recon: Wildlands gespielt hat, dem wird nach den ersten Momenten mit Breakpoint auffallen, dass sich der taktische Shooter träger anfühlt. Der eigene Charakter läuft nicht mehr so flink durch die Gegend. Das liegt am grundlegenden Bewegungssystem, das im Nachfolger etwas komplexer ausfällt. Anstatt unbeschwert Abhänge herunter zu stolzieren, rutscht ihr nun semi-galant und verliert die Kontrolle, wenn eure Ausdauer flöten geht. Dadurch können Verletzungen auftreten.

Diese schränken mitunter eure Bewegungsfreiheit ein. Anstatt zu sprinten, humpelt ihr durch die Gegend. Verletzungen an den Armen führen dazu, dass ihr gewisse Waffen nur eingeschränkt benutzen könnt. Wer allerdings befürchtet, Breakpoint werde dadurch eine überkomplexe Simulation, in der ihr penibel alle erlittenen Wunden verarzten müsst, darf aufatmen. Mit der richtigen medizinischen Ausrüstung päppelt ihr euch ruckzuck wieder auf. Trotzdem drängt euch das neue System dazu, vorsichtiger vorzugehen und Verletzungen zu vermeiden.

Vorbereitung ist das A und O

Müsst ihr euch sortieren, bietet sich das Biwak an. Im Feldlager bereitet ihr euch auf Missionen oder andere Herausforderungen vor, indem ihr zum Beispiel temporäre Verbesserungen aktiviert oder die Klasse sowie die Ausrüstung anpasst. Außerdem lassen sich diverse Gegenstände herstellen.

Nach der Ankündigung von Ghost Recon Breakpoint hatte Ubisoft ein offenes Ohr für das Feedback der Fans. Deswegen werden nach dem Launch zum Beispiel KI-Kollegen ins Spiel hinzugefügt (wie bei Wildlands), wenn ihr alleine unterwegs seid. Außerdem hat jede Klasse Zugriff auf das komplette Waffenarsenal. Egal ob Assault, Sharpshooter oder Panther. Nur die Spezialfähigkeiten sind exklusiv für die jeweilige Klasse.

Information ist Macht

In unserer Anspielsession müssen wir zum Beispiel Paula Madera, Chief Engineer der Drohnenfirma Skell Tech, retten. Das Interessante ist, dass wir dafür zunächst Hinweise beschaffen können, die bei der Absolvierung der Mission helfen. Je mehr Hinweise wir einsammeln, desto besser. Im Falle von Paula lässt sich so beispielsweise herausfinden, wo sie sich befindet, was uns das Suchen nach der Nadel im Heuhaufen erspart.

Ghost Recon Breakpoint bietet zahlreiche taktische Möglichkeiten. Je nach Spielstil könnt ihr leise vorgehen und Aufmerksamkeit vermeiden oder wild ballernd alles über den Haufen schießen. Gerade mit mehreren Spielern kann so viel Spaß, aber eben auch Chaos aufkommen. Hoffentlich haben die KI-Kollegen dazugelernt. In Wildlands war das Squad eigentlich nur für die Sync-Shots zu gebrauchen.

Es ist auf jeden Fall ziemlich befriedigend, einen Plan zu schmieden und ihn erfolgreich umzusetzen. Selbst wenn ihr entdeckt werdet, geht die Welt nicht unter. Die gegnerische KI scheint cleverer zu agieren und scheut nicht davor, Verstärkung zu rufen, weswegen die Feuergefechte dem ersten Eindruck nach anspruchsvoller als im Vorgänger ausfallen. Und selbst wenn ein Plan mal in die Hose geht, ist es ein gutes Gefühl, aus einer brenzligen Situation mit dem Leben davon zu kommen.

Mehr Fokus auf Story

Im Gegensatz zu Wildlands erlebt ihr in Breakpoint umfangreichere und schöner inszenierte Zwischensequenzen, die nicht nur die Handlung vorantreiben, sondern auch die Beziehung zum Antagonisten Cole D. Walker vertiefen. Der von Jon Bernthal (The Walking Dead, Punisher) verkörperte Bösewicht war einst Teil der Ghosts-Einheit und ein Kollege von Nomad, den ihr spielt. In umfangreichen Rückblenden wird das Verhältnis der beiden zueinander genauer beleuchtet, was die Story nicht mehr so belanglos erscheinen lässt.

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Der aus Walking Dead bekannte Schauspieler Jon Bernthal führt die Wolves in Ghost Recon Breakpoint an.

Im Vorgänger spielte es kaum eine Rolle, aus welchen Gründen man das Drogenkartell in Bolivien aufs Korn nahm. Diesen Umstand möchte Ubisoft ändern. Sogar verschiedene Dialogoptionen stehen in den Unterhaltungen zur Verfügung, die jedoch eher den Rollenspielcharakter unterstützen. Einfluss auf die Handlung haben die verschiedenen Antwortmöglichkeiten nicht.

Ob ihr auf Erzählebene letztendlich vielschichtige Schicksale und komplexe Persönlichkeiten erwarten dürft, die nicht in Klischeeschubladen passen, lässt sich aktuell kaum einschätzen. Den ersten Szenen nach zu urteilen, solltet ihr damit aber besser nicht rechnen. Dennoch ist der stärkere Fokus auf die Story und die Inszenierung begrüßenswert.

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