Preview - Warsaw : Prädikat: Historisch wertvoll

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Im Jahr 1944 formierte sich in Warschau ein Aufstand: Die polnische Heimatarmee trat der Nazibesatzung entgegen und führte einen wochenlangen Kampf für die Freiheit. Diese dramatischen Ereignisse verarbeitet das polnische Team Pixelated Milk in einer Mischung aus Rundenstrategie und Rollenspiel.

Der Zweite Weltkrieg gehört zu den am häufigsten verwendeten geschichtlichen Epochen in Videospielen. Meist bildet er jedoch lediglich einen unscharfen Rahmen für eine fiktive Geschichte. Das erlaubt nicht nur mehr Freiheiten bei der Erzählung, sondern vermeidet auch, dass sensible Themen falsch oder unzureichend dargestellt werden.

Der polnische Entwickler Pixelated Milk verfolgt mit Warsaw aber das genaue Gegenteil als Ziel. Bei ihrem Besuch in unserer Redaktion erfahren wir, dass der Warschauer Aufstand ein überaus wichtiger Teil von Polens Geschichte darstellt und fest im kollektiven Gedächtnis des Landes verankert ist. Weil außerhalb des Landes jedoch wenig Bewusstsein darüber herrscht, entschied man sich, den Kampf der polnischen Heimatarmee gegen die Nazis in spielerischer Form aufzubereiten.

Das Team verzichtet allerdings darauf, uns eine vorgefertigte Meinung oder einen festen Standpunkt aufzudrücken. Stattdessen lässt man einzig die historischen Fakten sprechen. Grafiken informieren über den aktuellen Stand der Auseinandersetzung in den Straßen Warschaus. Viele Texte beleuchten Hintergründe, etwa die Funktion der Einheiten, die sich dem Widerstand angeschlossen haben. Dadurch bekommen wir eine Vorstellung von der Dimension des Aufstandes. Dieses Vorgehen ist subtil, aber sehr effektiv.

Strategie trifft Rollenspiel

Das Spiel Warsaw beginnt, genau wie der tatsächliche Aufstand, am 1. August 1944. Zunächst werden uns die Grundlagen in einem Tutorial näher gebracht. Wir übernehmen die Kontrolle über eine Gruppe Widerstandskämpfer, die wir durch die Bezirke der Stadt führen. Unser Trupp wird als Punkt auf dem Stadtplan dargestellt und per Mausklick bewegt. Unser erstes Ziel ist es, den Unterschlupf des Widerstands zu erreichen. Gänzlich frei können wir die Einheiten nicht bewegen, stattdessen sind wir an Aktionspunkte gebunden. Diese verbrauchen sich mit jedem Schritt, den unsere Gruppe macht. Das ist zu diesem Zeitpunkt noch kein Problem, doch später im Spiel sollten wir die Route genau planen – ansonsten endet unser Einsatz noch vor der ersten Konfrontation.

Unterwegs stoßen wir auf ein Munitionsversteck. Diese finden sich überall in der Stadt und ermöglichen, die Vorräte aufzustocken. Das ist wichtig, denn Kugeln sind rar und relativ schnell verbraucht, wie wir bald feststellen werden. Ein kurzes Stück weiter erwartet uns die erste deutsche Patrouille zum Gefecht. Im Kampf wechselt die Ansicht von der Draufsicht zur gezeichneten 2-D-Perspektive. Links steht unsere dreiköpfige Truppe, während rechts zwei Nazis Position beziehen. Ab hier wird es anspruchsvoll.

Wir wählen die erste Einheit an und entscheiden uns für eine von mehreren Aktionen. Diese unterscheiden sich je nach Charakter: Einige fungieren als Angreifer, andere sind Heiler und wieder andere unterstützen das Team mit ihren Fähigkeiten. Außerdem spielt die Entfernung zu Gegner und Kamerad eine Rolle, weil jede Aktion nur über eine gewisse Reichweite verfügt. Jedoch können wir unsere Soldatinnen und Soldaten in begrenztem Rahmen bewegen, um ihnen eine bessere Position für die jeweilige Aktion zu verschaffen. Genauso bringen wir sie damit hinter einer Deckung in Sicherheit, um sie vor feindlichem Feuer zu schützen. Bei einem Angriff beider Seiten läuft eine kurze Animation ab, die anzeigt, ob die Kugeln das Ziel normal, kritisch oder gar nicht getroffen haben. So geht es abwechselnd und Runde für Runde weiter.

Egal ob Angriff oder Heilung, jede Aktion kostet neben Munition auch Ausdauer. Letztere ist wichtig, denn wenn sich diese verringert, hat das negative Auswirkungen auf die jeweilige Figur. Dazu zählen eine verringerte Treffsicherheit und mehr erlittener Schaden. Ohne Ausdauer können wir den Charakter nicht mehr nutzen. Weil zu Beginn jeder Runde nur ein Balken davon regeneriert wird, müssen wir die Einheiten überlegt und variabel einsetzen.

Taktische Tiefe

Nach gewonnenem Kampf gelangen wir zum Stützpunkt des Widerstands. An dieser Stelle kommt eine weitere taktische Komponente hinzu, nämlich die Veränderung unserer Truppe. Genau wie die Mitglieder in unserem aktiven Team verfügen auch die Soldatinnen und Soldaten in der Basis über ganz unterschiedliche Vor- und Nachteile in Offensive und Defensive. Ihre Fähigkeiten können aufgewertet sowie verändert werden, genauso lässt sich die Bewaffnung anpassen – alles unterlegt mit Werten und erklärenden Texten. Nachdem wir uns richtig gewappnet fühlen, beginnen wir eine neue Mission und brechen damit den nächsten Tag im Konflikt an.

Warsaw - PC Release Date Trailer
Im neuen Trailer zu Warsaw verraten die Entwickler den Release-Termin der PC-Version.

Diesmal sollen wir zwei MG-Stellungen der Deutschen zerstören. Die veränderte Zusammensetzung unseres Teams macht sich schon beim ersten Aufeinandertreffen bemerkbar. So verfügen wir nun über eine Einheit, die Flächenschaden anrichtet, während eine andere einen zerstörerischen Raketenwerfer einsetzt. Wir müssen nun noch mehr auf die Position, Munition und Ausdauer achten, denn unsere Gegner verursachen mehr Schaden und stecken einiges ein. Laut den Entwicklern soll es im weiteren Spielverlauf teils ordentlich zur Sache gehen, darum ist es entscheidend, sich richtig vorzubereiten und die Möglichkeiten der eigenen Truppe bestmöglich einzusetzen.

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