Test - Arctic Thunder : Arctic Thunder

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Passend zum Winter wartet Midway mit einer Umsetzung des Spielhallen-Titels 'Arctic Thunder' auf, bei dem wilde Rasereien mittels Schneemobile quer durch frostige Landschaften angesagt sind. Ob der Arcade-Racer seinem Namen alle Ehre macht oder der Titel eher Schnee von gestern ist, erfahrt ihr von Jan Krause.

Arctic Thunder
Begeben wir uns auf den Weg ins Weisse ...

'Arctic Thunder' ist ein klassischer Arcade-Racer mit Schneemobilen, der bereits in diversen Spielhallen zu geniessen war. Wie bei fast jedem Titel dieser Art kommt es daher weniger auf fahrerisches Können, sondern eher auf Streckenkenntnis und den brutalen Einsatz diverser Waffen an. Das Ganze geschieht nicht nur auf langen Schneestrecken, sondern auch gerne mal auf der Strasse, Metallgittern oder anderen Untergründen. Auf Realismus wurde also grosszügig verzichtet. Gespielt wird mit 19 verschiedenen Charakteren, die individuelle Eigenschaften aufweisen, sowie ein eigenes Schneemobil besitzen. Nicht alle Fahrer stehen sofort zur Auswahl, denn ein Grossteil muss freigespielt, beziehungsweise freigekauft werden.

Dies geschieht in verschiedenen Spielmodi, die allesamt auch für zwei Spieler im Splitscreen gezockt werden können. Im Training wird jedoch nichts freigeschaltet, da der Modus nur zum Selbststudium der jeweiligen Strecke gedacht ist. Dafür könnt ihr aber in Einzelrennen gegen sieben Computergegner auf Zeit - wofür es Medaillen gibt - oder in Punkterennen um Skill-Points fahren, mit denen ihr euer Schneemobil oder den Fahrer aufpeppen oder sogar ganz neue Fahrer kaufen könnt. Im normalen Einzelrennen gilt es lediglich, den ersten Platz zu belegen, im Punkterennen dagegen die meisten Punkte zu erspielen. Diese bekommt ihr bereits beim Einsammeln von Items, deren erfolgreichen Benutzung oder bei Stunts. Abgesehen von den genannten Spielmodi erwartet euch noch der Arcade-Modus, bei dem ihr möglichst viele Strecken nacheinander bewältigt.

Arctic Thunder
Fünf verschiedene Spielmodi - klingt eigentlich vielversprechend.

Ihr merkt es schon: die Spielmodi sind dürftig und das kann auch vom Rest des Spieles behauptet werden. Da wäre die Steuerung, die zwar einfach aber nicht zweckmässig ist. Die Schneemobile reagieren nicht schnell genug und scharfe Kurven stellen ein Problem dar, da ihr nicht abbremsen dürft. Theoretisch funktioniert dies schon, aber dann verliert ihr sofort den Anschluss zu den Gegnern, denn jedes Rennen ist verdammt zügig. Kaum ein Rennen geht über zwei Minuten. Im Test hatte ich eher das Gefühl, irgendwelche Düsenjets zu steuern, als Schneemobile, was den Wendekreis der Schneeflitzer auch gut beschreibt. Und so wird es auch schwer, in Ruhe nach Abkürzungen Ausschau zu halten, geschweige denn von diesen Gebrauch zu machen. Ebenso vergeigt wurde das Stunt-System. In der Luft könnt ihr diverse Kunststücke ausführen, dazu müsst ihr lediglich eine Rampe erwischen und sauber abspringen. Aufgrund der versiebten Steuerung ist es aber eine beachtenswerte Herausforderung, diese Rampen zu erwischen.

Weniger schwierig ist es hingegen, eines der zahlreichen Items für den Kampf einzusacken. Da reicht es bereits, nur in die Nähe der Icons zu gelangen und schon kann der nächste Gegner kommen. Es gibt elf verschiedene Teams, wenn man das blosse Schlagen mit der Faust mal aussen vor lässt. Allerdings haben die Entwickler ihre Kreativität im Schlummerschlafe gelassen, so dass ihr nur genrespezifische Standardwaffen benutzen dürft: Neben etlichen Boosts, findet ihr Minen, Raketen, Greifarme, Unverwundbarkeit oder eine Superwaffe usw. Mit viel Glück trefft ihr auch mal einen Gegner, welcher dann für ungefähr zwei Sekunden ausser Gefecht gesetzt wird. Also eine ziemlich geringe Zeitspanne, die das Spielerlebnis weiter trübt. Diese Kombination führte bei mir zu folgender Spielweise: Ich fuhr weitestgehend geradeaus und lenkte nur selten ein, zielt eher auf Items, die ich sofort einsetzte, da eigentlich immer ein Gegner vor der Nase herumschwirrt. Die Folge war ein stumpfsinniges Geradausgeplänkel, bei dem ein Grossteil der Strecke durch die Explosionen und Co verdeckt ist - ich habe also nicht einmal gesehen, wo es lang ging. Etwas besser ist der bislang unerwähnte Deathmatch-Modus - im Spiel als
'Kamph' bezeichnet - in dem ihr in einer Art Arena gegen lediglich einen Gegner antreten müsst und sechs Abschüsse den Sieger ausmachen.

Arctic Thunder
Insgesamt stehen euch 19 Charaktere zur Verfügung.

Wie ihr euch vielleicht denken könnt, ist 'Arctic Thunder' auch grafisch gesehen Mangelware. Details sind kaum vorhanden und die Effekte der Waffen bescheiden. Die Strecken sind zwar abwechslungsreich und farbenfroh, aber aufgrund der Geschwindigkeit kommt ihr eh nicht dazu, dies zu bemerken. Die PlayStation 2 wird jedenfalls nicht sonderlich gefordert. Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, werdet ihr auch noch mit Mülltonnen-Sound und -Geräuschen verwöhnt, der selbst Katzen das Jammern vermiest.

 

Fazit

von Jan Krause
'Arctic Thunder' ist der derzeit vielleicht schlechteste Arcade-Racer, den ihr für die PlayStation 2 ergattern könnt. Einfallslose, unmotivierende Spielmodi in Kombination mit sehr schlechtem Gameplay und ermüdenden Grafiken lassen keinerlei Freude aufkommen. Wenn ihr unbedingt Schnee sehen wollt, dann besorgt euch zum Beispiel 'SSX Tricky' oder dessen Vorgänger.  

Wertung

  • PS2
    49
    %

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