Test - Cold-PC Gaming-PC : Unterkühltes Komplettangebot?

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In Zeiten gigantischer Konzerne heißt es für Tante-Emma-Läden fast immer Land unter – früher oder später grabschen Branchengrößen die Kundschaft weg. Angesichts der etablierten PC-Schmieden, wie Acer, Dell oder HP, müssten die Garagenschrauber schon längst in der Versenkung verschwunden sein. Doch immer wieder versuchen Neueinsteiger, ein Stückchen vom Kuchen abzubekommen. Einer von ihnen hört auf den Lockruf Cold-PC und hievte kürzlich eine ganze Reihe von Fertigsystemen in die Regale, die das kleine Team von Hand zusammenzimmert. Ob sich der Griff zum Nischenanbieter lohnt? Oder ist die in Massen produzierte Rechenröhre der Weg zum Glück? Das wollen wir herausfinden.

Extreme Leistung mit Auswahlbeschränkung

Knapp 40 vorkonfigurierte Systeme winken euch aktuell im blutjungen Onlineshop zu – zum Leidwesen der Übersicht nicht nach der Leistung geordnet. Die Palette reicht dabei vom absoluten Highend-Klopfer für 4.650 Euro bis hin zum immerhin solide gerüsteten Schmalspurspieler für 540 Euro – Radeon HD4850, 2 GB Arbeitsspeicher und ein AMD Athlon 64 X2 4800+ inbegriffen. Ab 500 Euro (bei Vorkasse) entfallen die Versandkosten, sodass euch selbst der kleinste Rechner ohne weitere Gebühren an die Haustür geschleppt wird. Als Lieferdatum gelten im Moment generell zwei bis vier Werktage. Kleine Aufrüstungen bei Festplatten, Betriebssystemen und dem Gehäuse ermöglicht Cold-PC größtenteils direkt auf der Angebotsseite, weitere individuelle Schönheits-OPs (Prozessor, Grafikkarte etc.) lassen sich sehr umständlich mit Upgrades in einer anderen Subkategorie realisieren.

Für unseren Test entscheiden wir uns für einen Boliden der gehobenen Midrange-Klasse auf Intel-Basis. Im Prozessorslot haust daher ein zweikerniger Core 2 Duo E8400 (45nm-Generation) mit 3,0 GHz Takt, 333 MHz Front-Side-Bus und 6 MB L2-Cache. Er fristet sein Dasein auf Asus' P5Q3-Deluxe-Mainboard mit 4 DDR3-Speicherslots und der Möglichkeit, ATIs CrossfireX nutzen zu können. Auf der Mutterstation klemmt in der Konfiguration zwar nur eine ATI Radeon HD4870 mit 512 MB GDDR5-Speicher, die ihr allerdings bei Bedarf nachrüsten könnt. Das 625 Watt starke Netzteil von Enermax bietet jedenfalls genug Power und Anschlüsse für eine problemlose Grafikverdopplung.

Wie fast alle aktuellen Gaming-PCs basiert auch dieser Warmbrüter auf DDR3-Speicher, in diesem Fall auf 2 GB DDR3-1600 aus Corsairs XMS3-Serie (CL7-7-7-20). Eine 1.000 GB starke Festplatte (wahlweise 2x500 GB) gehört genauso zum All-inclusive-Angebot wie ein Coolermaster CM690 als Gehäuse. Der Preis: 1.079 Euro.

Wie von Mutti gekocht

Im Gegensatz zu hoch gesattelten Branchenschlachtrössern verzichtet Cold-PC auf ein eigenes Branding. Verpackung und Midi-Tower entsprechen dem Originalkarton von Coolermaster, womit die etwas unordentliche Lieferung des Zubehörs (Treiber-CDs, Anleitungen, Zusatzkabel usw.) im lieblosen Mainboard-Karton wenig verwundert. Darüber könnt ihr aber getrost hinwegsehen, sofern die Mannen und Frauen ordentliche Arbeit beim Einbau leisten. Und genau hier unterscheidet sich der Innenraum in nur wenigen Feinheiten vom eigens zusammengeschraubten Rechner.

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