Test - Endless Space 2 : Bis zur Unendlichkeit und noch viel weiter!

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Ein gutes Spielprinzip überdauert alle Trends. Das haben die 4X-Spiele („eXplore, eXpand, eXploit, and eXterminate“) der letzten Jahre eindrucksvoll bewiesen. Ganz vorne mit dabei war der französische Entwickler Amplitude Studios mit Endless Space und Endless Legend. Nun soll der Nachfolger des Weltraumstrategieschwergewichts, Endless Space 2, nicht nur im Fahrwasser des Erfolges mitschwimmen, sondern das Genre abermals um frische Ideen bereichern und auf die nächste Stufe bringen. Wir können sagen: Die Frischzellenkur ist gelungen!

Mit rundenbasierten Strategiespielen ist es wie mit Wiener Schnitzel. Eigentlich sollte jeder ein halbwegs schmackhaftes hinbekommen. Das Rezept ist altbekannt und hat sich bewährt, der Raum für kreatives Austoben ist beschränkt. Dennoch ist noch genügend Spielraum zwischen kulinarischer Köstlichkeit und Fastfood-artiger Massenware. Hoffentlich habt ihr jetzt nicht Hunger, sondern Lust auf Endless Space 2 bekommen, denn dabei handelt es sich um genau solch eine herausragende Umsetzung der bekannten 4X-Formel.

Unendliche Möglichkeiten

Auf den ersten Blick wirkt alles sehr vertraut, insbesondere für Fans des Vorgängers. Ihr startet mit einem einzelnen Planeten in eurem Heimatsystem, das über Sternenstraßen mit Nachbarsystemen verbunden ist. Mittels Aufklärer könnt ihr benachbarte Systeme erkunden und anschließend nach und nach in den weiten Weltraum vordringen. Allzu viele Planeten könnt ihr zu Beginn nicht besiedeln, da die meisten Planetentypen erst entsprechende Forschungen benötigen.

Diese findet ihr gemeinsam mit zahlreichen anderen Upgrades im umfangreichen Forschungsbaum, der in vier grundlegende Bereiche unterteilt ist: Entwicklung des Imperiums, Militär, Wissenschaft und Erkundung sowie Wirtschaft und Handel. Mit weiteren Forschungen schaltet ihr in jedem dieser vier Bereiche fünf Stufen frei. Neue Systeme erschließt ihr in der Regel (manche Völker haben eigene Mechaniken), indem ihr auf einem zur Kolonisierung geeigneten Planeten erst einmal einen Außenposten platziert. Der muss für eine ganze Weile von einem anderen Planeten, der unter eurer Kontrolle steht, mit Nahrung durchgefüttert werden, ehe daraus eine echte Kolonie entsteht, die eurem Imperium einverleibt wird.

Die Vielfalt macht‘s

Von Beginn an wird deutlich, wie viel Wert die Entwickler darauf gelegt haben, euch nicht mit nüchternen Zahlen zu erschlagen, sondern aus dem vermeintlich trostlosen Weltall eine lebendige, atmende Welt zu machen. Ständig bekommt ihr neue Aufträge, die euch auf Trab halten – mal im Wettlauf mit euren Kontrahenten, mal als Teil eurer individuellen Geschichte. Zwar gibt es keine Kampagne im eigentlichen Sinne, aber jede Partie fühlt sich genau deshalb dennoch individuell und weniger generisch an.

Ein besonders großes Verdienst daran haben die acht unterschiedlichen Völker. Sie alle haben nicht nur ihre eigene Hintergrundgeschichte, die euch zu Beginn mittels kurzer Sequenz präsentiert wird, sondern es gibt auch fraktionsspezifische Quests. Jede Rasse hat eine ganz besondere Fähigkeit, die sich gravierend auf die Spielweise auswirkt und dadurch für enormen Wiederspielwert sorgt.

Endless Space 2 - eXploit Developer Trailer
Der dritte Teil der Entwickler-Videoreihe konzentriert sich auf den eXploit-Bereich des Spiels.

Selbst vermeintlich banale Rassen wie die wissenschaftsorientierten Sophons bekommen einen interessanten Kniff, indem sie einen Bonus erhalten, wenn sie eine Technologie vor allen anderen erforschen. Spannender wird es aber dennoch bei den ausgefalleneren Völkern. Da wären etwa die Unfallen, ein friedliebendes und naturverbundenes Volk, das benachbarte Systeme nur erschließen kann, indem es organische Ranken von einem System zum nächsten sprießen lässt. Die Vodyani hingegen sind wohl das mobilste Volk, da sie auf ihrer Arche leben und jederzeit migrieren können.

Zusätzlich zu den acht spielbaren Fraktionen trefft ihr regelmäßig auf kleinere Völker, die auf ein System beschränkt sind. Nach und nach lässt sich ihre Gunst gewinnen, bis sie euch eine spezielle Mission anbieten. Erledigt ihr diese, wird die Heimatwelt des Volkes Teil eures Imperiums. Dadurch kommt ein weiteres Feature zum Tragen, denn die Bevölkerung eures Imperiums besteht im Laufe des Spiels aus immer mehr Rassen. Jede Populationseinheit bringt einen eigenen Rassenbonus mit und ihr könnt gezielt die Bevölkerung innerhalb eures Imperiums umschichten.

In Sachen Benutzeroberfläche spielt Endless Space 2 ebenfalls in der höchsten Liga. Hier vereint sich die bereits angepriesene Lebendigkeit mit schlichter Eleganz, die aufgeräumt, aber dennoch niemals zu nüchtern wirkt. Zahlreiche Artworks sorgen dafür, dass es sich immer wie ein Spiel und nicht wie Arbeit anfühlt. Selbst wenn das Imperium bereits zahlreiche Systeme umspannt, geht der Überblick selten verloren.

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