Test - Eve Online : Eve Online

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Eve Online
Hier und da gibt es besondere Orte wie diese verlassene Station.

Wie komme ich zu Geld?
Die Wirtschaft in 'EVE' basiert auf zwei wesentlichen Aspekten: Geld und Erze - oder anders gesagt: Handel und Ressourcen-Abbau. Anhand von Blaupausen, entweder gekauft oder erforscht, können Ingenieure selbst Module und auch Raumschiffe bauen, wofür wiederum Mineralien benötigt werden, die ihr auf Wunsch natürlich auch so verkaufen könnt. Letztere erlangt ihr durch den Abbau von Erzen von Asteroiden und dem anschließenden Verarbeiten in einer Raffinerie. Während ihr an bestimmte Erze überall und jederzeit herankommt, so liegen die wertvollen Brocken natürlich weit außerhalb und in gefährlichen Gebieten, in denen es ratsam ist, im Team zu arbeiten.

Geld, Produktion und Mineralien ergeben insgesamt neben dem Angebot der NPCs in den Märkten ein umfassendes Wirtschaftssystem, in welchem Spieler untereinander Waren und Leistungen handeln können. Dabei unterliegen Angebot und Nachfrage einem stetigen Wechsel, nicht überall ist alles zu haben und die Preise sind von Region zu Region stark unterschiedlich. Geschickte Händler, die Zeit und Muße haben, das etwas komplizierte Netz aus Angebot und Nachfrage in den Systemen zu studieren, können so eine Menge Reibach machen. Alternativen sind beispielsweise die Erstellung und der Verkauf von Blueprints, Kopfgeldjagden oder halt das Ausplündern von Piraten.

Angestellter oder Arbeitsloser?
Corporations entsprechen im weitesten Sinne dem, was man in anderen MMORPGs als Gilden kennt, nur dass sie hier wie Firmen aufgebaut sind, in denen jedes Mitglied seinen Job hat, den er auch ausführen sollte, um die Firma zu Geld, Macht und Einfluss zu führen - wobei es verschiedene Positionen innerhalb einer Corporation gibt, vom CEO bis zum Piloten. Eine gut sortierte Corporation benötigt Spieler aller Ausrichtungen, seien es Kampfpiloten, Frachterpiloten, Händler, Forscher und Konstrukteure oder Erzschürfer. Dabei kommt auch viel Teamplay zum Tragen, denn beispielsweise wertvolle Erze in gefährlichen Gegenden zu schürfen oder lange Warentransporte mit den schlecht geschützten Frachtern empfehlen sich nur, wenn ihr einige Kampfpiloten als Geleitschutz dabeihabt. Wirklich weitreichende Schritte ins Spiel zu machen, ist ohne Beitritt zu einer Corporation nahezu unmöglich, zumindest aber immens zeitaufwändig. Die Features beschränken sich derzeit noch auf bestimmte Rollen innerhalb der Corporation sowie dem gemeinsamen Lagerplatz in den Offices, aber das wird in den kommenden Tagen und Wochen noch weiter ausgebaut, bis hin zum Bau eigener Stationen und Depots.

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In den Factory-Slots können eigene Waren produziert werden.

Universelles Kommunikationsnetz
Der hohe Wert, der von CCP auf gemeinsames Spiel gelegt wird, spiegelt sich auch in den erfreulich umfassenden Kommunikationsmöglichkeiten wieder, von denen sich andere MMOGs eine dicke Scheibe abschneiden können. Neben einer Buddyliste verfügt das Spiel über ein Message-System, das nicht nur zwischen den Spielern genutzt wird, sondern in welchem ihr beispielsweise auch Infos über das Ableben von Corporation-Mitgliedern oder fertiggestellte Skills als Mail bekommt. Des Weiteren gibt es einen Chat mit verschiedenen Channels, wobei Corporations auch hier sofort einen eigenen internen Channel spendiert bekommen. Zudem könnt ihr auch einzelne Spieler in einen privaten Chat einladen oder aber eine lose Gruppe, genannt Gang, formen, die nicht nur temporär miteinander spielt, sondern ebenfalls einen eigenen Gruppenchat hat. Abgerundet wird das Ganze sogar noch mit einem Ingame-Browser, in welchem ihr euch beispielsweise die Corporation-Seiten anschauen könnt, die von denen mit etwas HTML-Kenntnissen auf eurem eigenen Webserver generiert werden können, wobei leider derzeit noch keine komplexeren Elemente wie Flash oder PHP unterstützt werden.

Alles fest im Griff?
Natürlich ist es nicht ganz einfach, die zahlreichen Optionen in eine brauchbare Steuerung umzusetzen, und CCP ist das auch nicht immer zu 100% gelungen. Das Interface an sich ist recht übersichtlich und bietet neben einer Icon-Leiste am Rand und einem Dropdown-Menü für die Steuerung noch ein kleines Interface für die Bedienung der Raumschiffeinbauten, wo auch gleichzeitig Schild, Energie und Trefferpunkte angezeigt werden. Etwas fummelig wird die Sache in den Stationen, speziell, wenn man sich mit dem Handeln und dem Erkunden des Marktes beschäftigen will. Um sich da richtig reinzufuchsen, bedarf es etwas Geduld, zumal der Spieler auch hier wieder vom Handbuch arg im Stich gelassen wird. Immerhin gibt es zu nahezu jedem Objekt und Element eine Info-Funktion sowie eine Ingame-Hilfe. Erfreulich auch die Vielzahl von Suchfunktionen, die mehrere Kategorien wie die Suche nach Stationen, Systemen aber auch anderen Spielern bieten.

Überall trifft man auf kleinere Mankos, was ihr spätestens dann merkt, wenn ihr aus Versehen beinahe euren teuren Kreuzer zu Mineralien recycelt. Die Steuerung der Raumschiffe und die Bedienung in den Kämpfen ist weitgehend gelungen, aber auch hier trüben einige Macken den Gesamteindruck. Unterm Strich bedarf es einiger Übung, bis ihr alle Elemente von Steuerung und Interface perfekt beherrscht, da hilft auch das mickrige Tutorial wenig, das nur Basis-Elemente des Spieles berührt, aber nicht vertieft. Joystick-Unterstützung wird nicht geboten, wie schon erwähnt, werden die Raumschiffe indirekt gesteuert.

Ein 'Gallente'-Kreuzer auf dem Weg durchs Weltall.

Augen- und Ohrenschmaus im Weltraum
Wer durch die Weiten des Weltalls fliegt, will natürlich auch etwas zu sehen bekommen, und in dieser Beziehung lässt sich CCP nicht lumpen. Auf den Spieler warten jede Menge Farben, plastisch wirkende Asteroiden, schöne Planeten, Nebel und riesige Stationen, die niemals gleich aussehen - insgesamt Schönheit pur, hinter der sich 'Freelancer' locker verstecken muss. Auch die Schiffe sind sehr einfallsreich und abwechslungsreich gestaltet, wobei einen die Größenverhältnisse beispielsweise einer Fregatte zum Battleship fast schon erschlagen. Viele schöne Effekte wie der Antriebsstrahl, sehenswerte Explosionen, die Ausleuchtung der Systeme oder das wackelnde und leicht verschwommene Bild beim Warp-Flug runden die gelungene Präsentation ab. Einziges Manko ist, dass die Schrift in den Menüs und im Chat bei einer Auflösung von 1600x1200 wohl nur noch mit der Lupe zu entziffern ist. Als kleine Besonderheit wird die Nutzung von mehreren Monitoren vom Spiel unterstützt.

Die Soundkulisse von 'EVE' kann - abgesehen von kleineren Macken - durchweg überzeugen. Als Hintergrund-Musik dienen unaufdringliche und sphärische Synthesizer-Klänge, die bestens zum Weltraum-Ambiente passen. Ein dickes Lob gebührt dem satten Waffensounds und Explosionen sowie den Antriebsgeräuschen der Raumschiffe. Speziell bei einer Surroundanlage kommen diese richtig zur Geltung und lassen schon mal die Scheiben wackeln.

Fazit

Andreas Philipp - Portraitvon Andreas Philipp
Wieder einmal haben wir hier ein Spiel, für das man eigentlich zwei Wertungen vergeben müsste. Das Problem von 'EVE' liegt dabei nicht in der sehr guten visuellen Umsetzung, sondern eher darin, welche Spieler davon angesprochen werden. Einsteiger werden durch die Vielzahl der Optionen förmlich überfordert, es dauert recht lang, den Einstieg ins Spiel zu finden, zumal nicht wirklich viel Action geboten wird und auch die Dokumentation oftmals zu wünschen übrig lässt. 'EVE' setzt statt auf schnellen Spielspaß eher auf Langfristigkeit und Spieler, die bereit sind, eine Menge Zeit in das Spiel zu investieren und quasi ein zweites, virtuelles Leben zu führen. Wer dazu allerdings bereit ist, findet ein durchdachtes Weltraum-MMOG mit beinahe schon simulationsähnlicher Tiefe, in welchem dem Spieler viele Freiheiten gelassen werden und das sehr stark auch auf Zusammenspiel und Community setzt. Dann blüht das Spiel mit seinem durchdachten System nämlich richtig auf und hat ein nicht zu verachtendes Suchtpotential, das auch über lange Zeit zu motivieren weiß.  

Wertung

  • PC
    82
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