Test - F1 2000 : F1 2000

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F1 2000
Grafisch wird die PSX voll ausgereizt.

Jede dieser Strecken weisst seine Besonderheiten auf, die im Feintuning berücksichtig werden können. Je nachdem welcher Renngattung ihr angehört, lässt sich das Spiel über diverse Regler mehr in Richtung Einfachheit oder simulationsorientiert einstellen. So könnt ihr das Wetter fest definieren oder dem Zufall die Aufgabe überlassen, die Gegner dumm stellen, Hilfen für den Start und den Boxenstopp beantragen oder die Tankfüllung auf unendlich stellen und Schäden, sowie Ausfälle definieren. Damit gibt es genügend Spielräume für jedermann, die sich im Rennen in der Tat bemerkbar machen. Entscheidet ihr euch für die absolute Simulation, dann bekommt auch das Tuning für den Wagen eine wichtige Rolle. Im Falle der nicht so realen Version, ist ein Tuning gar nicht mehr nötig, aber die Lenk- und Bremshilfe nicht uninteressant. Ansonsten gibt es nur geringe Auswahl für Front- und Heckflügel, Aufhängung, Bremsverteilung, Getriebeübersetzung und -Auswahl, deren Auswirkungen auf der Fahrbahn aber nicht zu spüren sind. Überhaupt könnt ihr in der Praxis alles Mögliche versuchen, um das Spiel anzupassen, aber ich konnte nur Unterschiede bei der Lenk- und Bremshilfe feststellen. Ansonsten liegt der Bolide immer gleich ruhig auf der Piste und steuert sich schwerfällig. Dies deutete sich in der Preview ja bereits an. Dort habe ich bekanntlich die pfeilschnelle Engine erwähnt, die das Spiel nicht kontrollierbar machte. Nun ein wenig hat sich das ganze zum Positiven gewendet. Mit den oben erwähnten Hilfen ist es jetzt nicht mehr ganz so problematisch die Kurven rechtzeitig zu nehmen. Dabei hilft der Computer nur ein wenig beim Abbremsen und Einschlagen, gesteuert muss der Bolide dennoch von euch werden.

Ohne dieses Hilfen jedoch ist das ganze extrem krass geworden. Nach wie vor sind die Schilder zu spät erkennbar und auch der vor Kurven auftauchende Hilfspfeil, der die Richtung und den Grad der nächsten Kurve zeigt, erscheint nicht immer rechtzeitig. Ansonsten haben die Programmierer in dieser Hinsicht ganze Arbeit geleistet. Es ist das schnellste Formel 1- Spiel auf der PlayStation und bringt die angezeigten Geschwindigkeiten glaubhaft an den Mann. Dazu müssen keinerlei grafische Eingeständnisse gemacht werden. Die Qualität der Boliden und der komplett neu gestalteten Kurse reicht an Referenztitel in anderen Rennbereichen aus dem Hause Codemasters heran. Die Texturen sind fast fehlerfrei, Pop-ups ein Fremdwort und dennoch gibt es Spiegeleffekte am Boliden, der Strasse bei Nässe und andere kleine Animationen. Gefallen haben mir vor allem der Regen und die winkenden Fähnchen und das Blitzlicht der Fotoapparate, die das Publikum nicht ganz so starr machen.

F1 2000
Feine Tuning-Einstellungen des Wagen halten sich in Grenzen.

Nachholbedarf besteht aber weiterhin im eigentlichen Fahrverhalten des Boliden und der KI der Gegner. Hier habe ich bei anderen Spielen schon besseres gesehen und erlebt. So sind die Übergänge vom Rasen oder dem Kiesbett auf die Fahrbahn viel zu flüssig. Selten einmal deuten die Hinterreifen bei hoher Geschwindigkeit ein Durchdrehen oder Rutschen an. Ein einfacher Druck in die andere Richtung und schon liegt der Wagen wieder sehr ruhig auf der Piste. Auch sonst klebt der Wagen regelrecht am Untergrund.

Springen bei der Berührung der Seitenbegrenzung wird er überhaupt nicht. Selbst die Reifen heben nicht ab. An manchen Stellen scheint der Bolide jedoch zu schweben - was natürlich nicht sehr schön aussieht. Es gibt von der Steuerung her nur drei mögliche Zustände im Fahrverhalten des Wagens. So kennt der Wagen Gas, Bremse und Leerlauf, wobei die Geschwindigkeit danach langsam abklingt. Das scheint auch im Normalfall zu reichen, bis zu dem Punkt, an dem ihr hinter einem langsamen Wagen gelangt und eine weitere Kurve ansteht. Ihr könnt nicht vorbei, aber sobald ihr bremst, ist der Gegner bereits weg. Es gibt keine Möglichkeit in seinem Windschatten zu bleiben und auszuscheren. Eigentlich gibt es gar keinen Windschatten und ihr rast dem Gegner hinten hinein. Dieser macht natürlich keinen Platz und ein Crash ist vorprogrammiert. Auch sonst bleiben die Gegner nur stur auf ihrer Linie und verlassen diese nur bei eigenen Überholmanövern. Von fairen Gesten kann keine Rede sein und bei der Umsetzung der Crashs, kann einem der Spass schon manchmal vergehen.

F1 2000
Anzeigepfeile helfen beim Einschätzen der Kurven.

Obwohl es eine Option gibt, realistische Crashs samt Ausfälle der Boliden einzuschalten, habe ich keine Teile vom Wagen herumfliegen sehen. Bei mir ging nie etwas kaputt und die Auffahrunfälle sind nahezu peinlich. Da verkeilten sich die Boliden durchaus mal gerne, aber Schäden nimmt der Bolide keine davon. Selbst wenn ihr mal mit Hunderten Km/h gegen eine Bande knallt, federt ihr wieder zurück ohne einen Kratzer davon zu tragen.

Kommentiert wird ein Rennen mehr oder weniger gut von Heiko Wasser und Christian Danner. Deren Sprüche wiederholen sich sehr schnell und kommen meist zu spät.

Der dritte Spielmodus ist für zwei Spieler gedacht. Wahlweise könnt ihr hier ein einzelnes Rennen oder gar eine Meisterschaft am geteilten Bildschirm fahren. Wie alleine auch, befinden sich insgesamt 22 Fahrzeuge auf der Piste und dabei läuft das Spiel immer noch recht flüssig. Details gibt es nicht mehr allzu viele zu sehen, aber immerhin liegt es noch über den Standard und ist spielbar.

 

Fazit

von Jan Krause
Verdammt schön und unglaublich schnell präsentiert sich die aktuelle Version der 'Formel Eins'-Reihe. Mit aktivierten Fahrhilfen ist das auch sehr gut spielbar, doch ohne mangelt es an Spielbarkeit. Nachholbedarf besteht ganz klar in der Künstlichen Intelligenz und dem Fahrverhalten der Boliden. Für Arkade-Spieler stellt 'Formel Eins 2000' derzeit das beste Spiel am Markt dar. Wer aber auf Realismus orientiert ist, wird hier enttäuscht.  

Wertung

  • PSone
    85
    %

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