Test - Max Payne : Max Payne

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Viele Jahre arbeitete die finnische Spieleschmiede Remedy Entertainment an 'Max Payne'. Ihr schlüpft im Spiel in die Haut des New Yorker Ex-Cops und macht Jagd auf die Drogenbosse der Stadt. Im Kampf gegen die Superdroge Valkyr verlor Max Payne seine komplette Familie und sinnt nun auf blutige Rache. Seine Tochter und seine Frau wurden von Junkies, die in das Haus der Paynes eingedrungen sind, auf brutalste Weise ermordet. Auf seinem Weg durch die Unterwelt der Metropole wird Payne immer weiter in den Strudel von Korruption und Intrigen gezogen, bis er schließlich selbst zum Gejagten und von der ganzen Polizei der Stadt wegen Mordes an einem Spezial-Agent gesucht wird. Mit 'Max Payne' erwartet uns ein storylastiges Third-Person-Action-Spiel der ganz besonderen Art.

Normalerweise kann man die Geschichte eines handelsüblichen Action-Spiels in ein oder zwei Sätzen erzählen. Schon in dieser Hinsicht ist das Spiel mit dem absoluten Anti-Helden anders als die Genre-Kollegen, denn die Story von 'Max Payne' entwickelt sich kontinuierlich und man wird regelrecht mit dem Spiel in diese Geschichte hineingesogen. Schon in den ersten Szenen dachte ich, dass es kaum noch spannender werden kann, doch je tiefer ich in die Unterwelt von New York vordrang, desto seltsamer und auch interessanter wurde es. So begegnet ihr auf eurem Weg einem seltsamen Ober-Gangster. Dieser hat sich in einem alten Theater verschanzt, welches er kurzerhand zu einem schäbigen Nachtclub umfunktionierte. Als Payne diesen Nachtclub betritt, merkt er schon, dass etwas mit dem Besitzer nicht stimmt, denn im Eingangsbereich prangert ein riesengroßes Pentagramm auf dem Fußboden.

Max Payne

Im weiteren Verlauf des Levels bemerkt unser Held, dass der Besitzer ein wirklich kranker Satanist ist, denn er schreibt Briefe mit Blut, betet verschiedene Dämonen an und glaubt sogar, er habe das Fleisch von gefallenen Engeln gegessen! Natürlich leistet dieser Oberschurke extrastarken Widerstand, als ich mich ihm stelle. Als er dann endlich zur Strecke gebracht war, kam, o wunder, jedoch kein Dämon aus dem Inneren seines Körpers geflogen. Dies war nur ein kleiner Exkurs in die skurrile Welt von 'Max Payne', die mir, je länger ich mich im Spiel befand, doch so beklemmend real vorkam. Das Interessante ist, dass viele Sachen, die der Protagonist erlebt, eigentlich gar nicht wirklich mit der Geschichte zu tun haben, sondern den Spieler vielmehr verwirren sollen. So zum Beispiel auch die erwähnte Geschichte mit dem Gangsterboss, der Dämonen anbetet. Mit einer solchen Detailverliebtheit ging zuvor noch keine Spieleschmiede an die Story eines Spiels. Wenn wundert es also, dass im beiliegenden Handbuch bereits die Rede von einer entsprechenden Film-Adaption ist. Genug Stoff bietet dieser Shooter auch allemal!

Nun aber möchte ich euch in groben Zügen die eigentliche Story des Games erzählen. Als Max Payne eines Tages nach Hause kommt, findet er seine Frau und sein Kind ermordet auf. Max weiß nicht im Geringsten wer diese grausige Tat verübt haben könnte, er schwört aber, die Verantwortlichen auszumachen und zur Strecke zu bringen. Während des Spiels verschlägt es den obercoolen Ex-Polizisten immer wieder an die verwinkeltsten Orte New Yorks. Mehr sei an dieser Stelle allerdings nicht verraten. Ich selbst musste mir manche Zwischensequenzen zwei Mal ansehen, um zu realisieren, was für eine verrückte Wendung die Geschichte immer wieder nimmt.

Max Payne

Einen großen Teil zu der dichten Atmosphäre des Spiels steuert auch die Grafik bei. Mit der MaxFX-Engine haben die Entwickler eigens für 'Max Payne' ein komplett neues Grafik-Grundgerüst geschaffen. Die Leveltexturen sind oft sehr trist, doch dies darf man dem Titel keinesfalls anlasten, denn erst durch die gewollt tristen Umgebungsgrafiken wird die bedrückend reale Atmosphäre erzeugt. In einigen Szenen dachte ich wirklich schon fast, ich sei der Hauptcharakter der Geschichte selbst und stehe mitten in einem Hinterhof, irgendwo in der Millionenstadt und lieferte mir mit den bösen Buben heiße Gefechte. Mit der Engine ist es möglich, Umgebungen zu verändern, sprich Löcher in Wände zu schießen oder Gegenstände zu zerstören. Ihr könnt im Spiel zwar keine riesengroßen Löcher in die Wände reißen wie in Volutions kommendem Ego-Shooter 'Red Faction', Einschusslöcher und bröckelnden Putz gibt es aber allemal zu bewundern.

Besonders die Interaktivität mit der Umgebung reizte mich immer wieder, kurz stehen zu bleiben und mich etwas mit den verschiedensten Dingen im Raum zu beschäftigen. So könnt ihr zum Beispiel Fernseher betätigen, Schränke öffnen oder die typisch-amerikanischen Wasserspender nutzen. Wenn ihr kalorienhaltige Getränke bevorzugt, könnt ihr natürlich auch an den zahlreichen Cola-Automaten, die ihr im Spiel findet, rasten. Die Grafikroutinen wurden unter anderem auch für verschiedene Benchmarks genutzt, um zu testen, wie leistungsstark euer PC ist.

Max Payne

Teilweise sahen die Screenshots, die es vor dem Release zu sehen gab, so realistisch aus, dass einige Kritiker glaubten, diese wären nachbearbeitet. Bei 'Max Payne' haben sich diese Gerüchte jedoch nicht bewahrheitet. Bereits das erste Testspiel zeigte vielmehr eine Grafik, die aus einer Mischung von Foto und selbsterstellten Texturen zu bestehen scheint. Wenn ihr euer Gegenüber ins virtuelle Nirvana befördert, könnt ihr, sofern ihr genau hinseht, beobachten, wie er mit schmerzverzerrtem Gesicht zu Boden sackt. Verschmerzen konnte ich, dass Racheengel Payne zu keiner Sekunde im Spiel seinen Gesichtsausdruck verändert, er bleibt immer gleich grimmig, was auf den Screenshots eindrucksvoll zu sehen ist.

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