Preview - Shadow of the Tomb Raider : Die beste Lara aller Zeiten

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Vergesst die Killer-Lara aus den beiden Vorgängern! Im dritten und letzten Teil ihrer Entstehungsgeschichte rückt wieder das in den Fokus, was die Serie groß gemacht hat: Abenteuer, Erforschung und Schatzsuche. Wir waren unterwegs mit einer Lara in Bestform.

Vier Stunden klingen üppig. So viel Zeit für einen Anspieltermin gibt es nicht oft, zumal wir Laras drittes Abenteuer Shadow of the Tomb Raider von Beginn an erleben dürfen. Ohne vorgefertigten Spielstand oder andere Einschränkungen legen wir los. Über den Beginn im mexikanischen Cozumel haben wir schon berichtet, aber zur Einstimmung die Ereignisse im Schnelldurchlauf: Lara jagt in Mexiko einem uralten Maya-Schatz mit magischen Kräften nach. Als sie ihre Finger an den legendären Dolch legt, löst sie damit jedoch die Apokalypse aus. Weil die Waffe der bösen Organisation Trinity in die Hände fällt, hat Lara gleich zwei Aufgaben: den Dolch zurückholen und den Weltuntergang verhindern. Es gab schon bessere Tage im Leben der jungen Archäologin …

Weil das zwar toll inszeniert, aber schon bekannt ist, bleibt mehr Zeit, über die Grafik zu staunen. Dank Xbox One X und 4K-Fernseher stehen zwei verschiedene Optionen zur Wahl: entweder UHD-Auflösung bei 30 fps oder 1080p mit konstanten 60 Bildern pro Sekunde. In Full HD macht Lara bereits eine sehr gute Figur, doch besitzt ihr ein 4K-Display, dann wählt unbedingt die höhere Auflösung – der Unterschied ist enorm! Besonders in Kombination mit dem höheren Kontrastumfang von High Dynamic Range liefert Shadow of the Tomb Raider mitunter Szenarien auf dem Niveau von Uncharted 4.

Wir sind baff, wie enorm scharf, flimmerfrei und stimmungsvoll ausgeleuchtet sich das Abenteuer auf der Xbox One X präsentiert. Bereits die Vorgänger sahen schick aus, doch der Abschluss der Trilogie übertrifft das locker! Sehr elegant sind auch die Übergänge zwischen Spiel- und Zwischensequenzen, die ohne Ladezeiten auskommen und mit filmischen Kamerafahrten inszeniert sind. Genauso klasse ist der Sound: Passende Effekte, ruhige bis treibende Musikstücke und erstklassige deutsche Sprecher sorgen auch akustisch für Abenteueratmosphäre. Einzig die mangelnde Lippensynchronizität fällt negativ auf.

Einfacher Einstieg

Nach dem großen Missgeschick in Mexiko geht es gleich weiter, und zwar Richtung Amazonas. Allerdings kommt wieder einmal alles anders als geplant: Auf dem Weg nach Peru stürzt der Flieger von Lara und ihrem treuen Begleiter Jonah ab. Die junge Frau Croft findet sich nach harter Landung mitten im Amazonas-Dschungels wieder – allein, verletzt und ohne Ausrüstung. Also steht erst einmal Notversorgung auf dem Plan. Zunächst braucht Lara ein Messer und Medizin – beides lässt sich mit herumliegenden Wrackteilen und der Hilfe von Mutter Natur herstellen.

Wie in den Vorgängern klaubt ihr alles um euch herum auf, darunter Beeren, Hölzer oder Tierfelle. An den regelmäßig auftauchenden Lagerfeuern lassen sich daraus neue Gegenstände oder Waffen bauen. Auch Fähigkeitspunkte werden hier verteilt – die gibt es für das Entdecken neuer Gebiete, das Besiegen von Gegnern und vieles mehr. Ein entsprechender Skilltree bietet zahlreiche neue Fertigkeiten in den Bereichen Sucher, Sammler und Krieger, die Lara zunehmend stärker, geschickter und ausdauernder machen. Daneben schaltet ihr nach und nach neue Kleidungsstücke frei, die mit zusätzlichen Boni aufwarten.

Obwohl auch Shadow of the Tomb Raider keine offene Spielwelt bietet, sondern auf verschiedene große Gebiete setzt, mangelt es nicht an Umfang. Schon zu Beginn führen wir Lara über verschlungene Pfade, klettern an Felswänden empor, schwingen uns über Abgründe und tauchen durch überflutete Höhlen und unterirdische Seen. Lara ist länger unter Wasser als bisher, kann aber an fair verteilten Stellen nach Luft schnappen und somit auch größere Gebiete erforschen.

Egal ob über oder unter Wasser, in beinahe jeder Ecke gibt es etwas zu entdecken oder zu sammeln. Allerdings kommen wir nicht überall weiter, weil die erforderliche Fähigkeit oder ein bestimmtes Ausrüstungsteil fehlt. Doch das Wiederkommen ist dank Schnellreisen zwischen den Lagerfeuern nicht nur simpel, sondern auch lohnenswert. Denn hinter vielen versperrten Zugängen erwarten uns die Highlights des Spiels: die Gräber.

  • Shadow of the Tomb Raider - Screenshots - Bild 1
  • Shadow of the Tomb Raider - Screenshots - Bild 2
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  • Shadow of the Tomb Raider - Screenshots - Bild 4
  • Shadow of the Tomb Raider - Screenshots - Bild 5
  • Shadow of the Tomb Raider - Screenshots - Bild 6
  • Shadow of the Tomb Raider - Screenshots - Bild 7
  • Shadow of the Tomb Raider - Screenshots - Bild 8

Anders als in den Vorgängern sind diese natürlicher aufgebaut und größer. Lara muss tückische Fallen umgehen und knifflige Rätsel lösen, um am Ende an den Schatz zu gelangen. In diesen Bereichen zeigt sich Shadow of the Tomb Raider von seiner besten Seite: Vom Weg ins Grab über das eigentliche Rätsel bis zum Rückweg wirkt alles deutlich organischer und spannender gestaltet als in den Vorgängern. Dazu sehen einige Gräber so opulent aus, dass man zunächst nur innehält und sich staunend umschaut. Hier kommt richtiges Abenteuer-Feeling auf!

Im Clinch mit Mensch und Natur

Zwar liegt die Betonung mehr auf Adventure und weniger auf Action, aber ohne Kämpfe kommt Lara natürlich auch diesmal nicht davon. Regelmäßig trifft man auf die Schergen der Organisation Trinity. Soll geballert werden, geht Lady Croft in Deckung und feuert mit verschiedenen Pistolen und Gewehren auf ihre Feinde. Interessanter und vielschichtiger ist jedoch der lautlose Kampf. Aus dem schützenden Dickicht heraus können Soldaten ebenso unbemerkt ausgeschaltet werden wie mit einem Sprung vom Baum – anschließend landen Messer oder Kletteraxt ziemlich brachial in Kopf oder Brust des Opfers.

An einigen Stellen kann Lara sich mit Schlamm einreiben und tarnen, um noch schwerer sichtbar zu sein. Verschiedene Wege lassen euch die Wahl, ob ihr ruhig oder rabiat vorgehen wollt. Anders als in Rise of the Tomb Raider müsst ihr mit alarmierten Gegnern nicht zwingend kämpfen, sondern könnt vor ihnen fliehen und euch verstecken, bis sie nicht mehr weitersuchen. Aber nicht nur Menschen, sondern auch Tiere werden euch gefährlich. So müssen wir es beispielsweise mit einem gefährlichen Jaguar aufnehmen, der uns ebenso schnell wie überraschend attackiert. Kurze Zeit später kommt es zum Showdown auf einer Lichtung, wo wir die agile Großkatze mit einigen Pfeilen für immer ruhigstellen.

Shadow of the Tomb Raider - Combat Tactics Gameplay Trailer
Im neuesten Gameplay-Clip zu Shadow of the Tomb Raider werden euch einige neue Kampftaktiken näher gebracht.

Läuft euch das alles zu einfach oder schwer ab, geht ihr ins Menü und freut euch über ungewohnt üppige Optionen: Ihr könnt die Gesamt-, Kampf-, Gelände- und Rätselschwierigkeit getrennt voneinander einstellen. So lasst ihr beispielsweise die weißen Markierungen an den Kletterstellen verschwinden oder verzichtet auf Laras Überlebensinstinkt, der nach einem Knopfdruck wichtige Stellen, Gegner oder Gegenstände hervorhebt. Dadurch verstärkt sich das Gefühl, wirklich im Dschungel zu sein, weil ihr selbst schauen und ausprobieren müsst, wo und wie es weitergeht. Eine wirklich gute Idee, die hoffentlich Schule macht.

Zu wenig Zeit

Auch wenn es im Urwald noch viel zu tun gibt, folgen wir der Missionsmarkierung und gelangen nach einem kurzen Fußmarsch ins Dorf Kuwaq Yaku. Hier kann Lara erstmals Handel treiben und beispielsweise gesammelte Goldstücke gegen Waffen, Rohstoffe oder hilfreiche Extras, etwa einen größeren Munitionsbeutel, eintauschen. Auch ein paar Quests nehmen wir an, bevor es weitergeht.

Anschließend kämpfen wir uns an mehreren Trinity-Soldaten vorbei und lösen das Rätsel um einen antiken Türmechanismus. Am Ende der Demo stehen wir in Paititi: Die mythische Stadt fungiert als große Hub-Welt, in der eine Fülle von Haupt-, Neben und Sammelaufgaben wartet. An dieser Stelle müssen wir aufhören, obwohl Shadow of the Tomb Raider gerade erst anfängt. Vier Stunden sind genug Zeit? Von wegen, wir hätten wohl noch mal so lange spielen können und trotzdem nicht alles gesehen.

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