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Test - City of Heroes : City of Heroes

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Besonders Leute, die gern auch mal in aller Ruhe alleine durch die Gegend ziehen und Abenteuer suchen, stoßen leider nicht selten an die Grenzen der Realität bzw. des Machbaren. Entweder steht man auf der Straße machtlos einer Horde übel gelaunter Gesellen gegenüber oder arbeitet sich in abgeschlossenen Quest-Arealen langsam Meter für Meter bis zum Endgegner durch. Dafür macht aber das Spiel in der Gruppe ordentlich Spaß, da schon allein wegen der flotten Spielgeschwindigkeit sowie dem Gegnerverhalten selten Langeweile aufkommt. Insgesamt könnten die Missionen aber abwechslungsreicher sein, zu oft wiederholen sich gleichartige Aufgaben, die sich eigentlich nur in der Schwierigkeit weiterentwickeln. Zumindest im unteren Levelbereich entstand der Eindruck von fest zementierten Standard-Missionen in wenig kreativ gestalteten abgeschlossenen Arealen. Neben der Erfahrung für erfolgreich bestandene Begegnungen animiert auch ein steigender Einfluss, mit dem nützliche Inspirationen und Verbesserungen bezahlt werden, zu guten Taten.

Unterwegs in Paragon City

’City of Heroes’ spielt und steuert sich erfreulich einfach wie flüssig. Wie üblich finden sich die typischen Gameplay-Elemente wie Hotbar, Statusbalken sowie Karte auf dem Bildschirm und sind insgesamt unkompliziert zu bedienen. Die mittelfristigen Verbesserungen lassen sich einfach in die Superkräfte einbauen und verhelfen so zu mehr Treffsicherheit, Schaden, einer geringeren Aufladezeit usw. Auch Kombinationen sind möglich, um am Ende eine stärkere Verbesserung zu erzielen. Kurzfristige Verstärkungen von Kräften erhält man mit den zeitlich limitierten Inspirationen. Vor allem die verschiedenen Möglichkeiten der Fortbewegung machen Spaß: Ob ihr durch die Gegend schwebend oder fliegend, mit Supersprüngen oder in atemberaubender Geschwindigkeit reist, bleibt ganz euren Vorlieben überlassen.

Grafisch präsentierte sich das MMORPG in einer überdurchschnittlichen Ausstattung, wenn diese auch nicht den technischen Möglichkeiten aktueller MMORPGs entspricht. Die Häuserschluchten selbst wirken zwar stimmig im Stil einer amerikanischen Großstadt, vermitteln aber doch einen etwas monotonen Eindruck. Ebenso spartanisch wurden die Missions-Areale erschaffen, die sich, zumindest im unteren Level-Bereich, zu oft gleichen und wiederholen. Dafür werden Animationen durchgängig ansehnlich dargestellt und die schier unendlichen Möglichkeiten der Charaktergestaltung beeindrucken gewaltig. Außerdem läuft das Spiel dadurch auch auf schwächeren Rechnern sehr flüssig. Musikalisch werden aktuelle technische Beats geboten, die insgesamt sehr gut klingen, quantitativ könnte aber mehr geboten werden. Als witziges Gimmick unter den Spielern erwies sich das Aufstellen eines dröhnenden Ghettoblasters mit dazu passenden Tanz-Einlagen.

Teilzeit- und Vollzeithelden: Endlich friedlich vereint?

Verhinderte in den meisten Online-Rollenspielen oft ein zu großer Stufenunterschied der Charaktere ein gemeinsames Spiel, was ja eigentlich der Grundgedanke eines jeden MMORPGs ist, so wurde hier mit dem Sidekick System ein bemerkenswertes neues Feature in das Genre eingeführt. Dadurch ist es möglich, dass ein kleinerer Spieler auf das Niveau seines großen Kumpels aufgewertet wird, um somit in der Gruppe auch gegen eigentlich viel zu mächtige Gegner wirkungsvoll seinen Beitrag leisten zu können. Das ganze funktioniert natürlich auch umgekehrt, sodass ein Charakter sich auf ein niedrigeres Level herabstuft, um einer Gruppe bei ihren Aufgaben zu helfen. Als Inspiration hierfür dürfte das allseits bekannte Mentor- und Zöglings-Schema bekannter Superhelden-Duos gedient haben.

Fazit

von Stephan Lindner
Nach unserem Besuch in Paragon City hinterlässt ’City of Heroes’ einen wirklich sehr guten Eindruck. Zwar dürften der nicht zu unterschätzende Schwierigkeitsgrad sowie die etwas eintönigen Missionen für manchen ein Hemmnis darstellen, auf der anderen Seite bringt das Superhelden-MMORPG einigen frischen Wind in das Genre: Ein unverbrauchtes Thema sowie das Sidekick System, das es endlich auch unterschiedlich starken Charakteren erlaubt, gemeinsame Abenteuer zu bestehen. Das MMORPG verfügt über ein bemerkenswertes Potential, welches ihr nicht aus den Augen lassen solltet, wenn ihr schon immer einmal in knallbunten Dresses und Capes durch die Gegend laufen oder fliegen wolltet.

Überblick

Pro

  • frischer, unverbrauchter Hintergrund
  • Sidekick System als echte Genre-Neuerung
  • großer Level-Unterschied nebensächlich
  • abwechslungsreiche Archetypen
  • schnelles Gruppenspiel
  • anregende Traveling-Möglichkeiten

Contra

  • angestaubte Grafik-Engine
  • fordernder Schwierigkeitsgrad
  • wiederkehrende Missions-Dungeons

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