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Test - Corsair Virtuoso Pro : Test: Offenes Headset für Gamer und Streamer

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Die Virtuoso-Modelle gehören fraglos zu den besseren Corsair-Headsets. Nach USB- und Wireless-Varianten hat der Hersteller nun eine Nische im Auge, die durchaus Zuwachspotenzial hat, nämlich die Streamer unter den Gamern. Das Corsair Virtuoso Pro verfügt nämlich über ein offenes Design, das im Normalfall eine breitere Klangbühne erzeugt und durchaus fürs Studio geeignet ist. Dabei ändert Corsair nicht nur die bisherigen Elemente des Virtuoso, sondern setzt auch auf eine neue Treibertechnologie. Der Preis: satte 199,99 Euro. Aber die lohnen sich.

Knapp 200 Euro kostet also das – wie Corsair es selbst nennt – Streaming- und Gaming-Headset. Die Bezeichnung ergibt Sinn, denn offene Bauweisen, in diesem Falle Open-Back-Design genannt, kommen nicht selten auch für Studios und Audioaufnahmen zum Einsatz. Offene Headsets sind üblicherweise leichter und verfügen über eine bessere räumliche Klangdarstellung, geschlossene Bauweisen hingegen blocken Umgebungsgeräusche und haben meist kräftigere Bässe. Wer was bevorzugt, ist im Normalfall eher Geschmackssache. Für Gamer haben aber beide Bauweisen ihre Vorzüge.

Beim Thema Gewicht und Tragekomfort kann das Virtuoso, das erfreulicherweise in einem stabilen Case für Transport und Aufbewahrung angeliefert wird, direkt Punkte sammeln. 338 Gramm ist zwar nicht ultraleicht, aber sehr moderat und das Gewicht ist kaum spürbar. Dank drehbarer Ohrmuscheln und weicher, voluminöser Polster mit gut durchlüfteten Textilbezug könnt ihr das Headset stundenlang tragen, ohne Probleme zu bekommen. Der Seitendruck ist moderat genug, dass auch Brillenträger ihre Freude am Virtuoso Pro haben werden.

Das knackig verstellbare Kopfband gibt keinen Anlass zu bezweifeln, dass es sich auch nach Monaten der Nutzung nicht ungewollt verstellen kann. Der Tragekomfort ist insgesamt nicht mehr und nicht weniger als hervorragend. Haptisch wirkt das Virtuoso Pro nicht unbedingt wie ein Headset der Oberklasse, aber an der Verarbeitungsqualität gibt es wenig Zweifel. Das aluverstärkte Design wirkt durchaus robust und langlebig. Praktisch: sowohl Kopf- als auch Ohrpolster können dank simpler Mechanismen ausgetauscht werden, sollten sich über die Zeit der Nutzung dann doch mal Verschleißerscheinungen melden. Optisch erinnert das Headset vor allem dank seiner feinen Alugitterblenden eher an einen HiFi-Kopfhörer als an ein Gaming-Headset.

Beim Anschluss geht Corsair etwas ungewohnte Wege weg vom USB oder Wireless, hin zum analogen 3,5-mm-Anschluss, womit sich das Headset auch in einem Studio- oder Streamer-Setup wohlfühlen kann. Zum Lieferumfang gehören gleich zwei Kabel, die jeweils mit einem 3,5-mm-Steckern mit Arretierung in die beiden Ohrmuscheln gestöpselt werden. Beim einen Kabel ist ein Mikrofon mit Mute-Schalter und Mikrofonarm integriert, beim anderen nicht. Das kann unter Umständen etwas unpraktisch werden, da ihr das komplette Kabel tauschen müsst, falls ihr auf das Mikrofon verzichten wollt oder es benötigt. Eine Y-Weiche auf zwei 3,5-mm-Anschlüsse für ältere PCs oder Notebooks liegt bei.

Aufgrund des Anschlusses ist das Headset natürlich sehr flexibel einsetzbar, egal, ob an einem PC, einer Spielekonsole (bei Xbox am Gamepad) oder einem Smartphone oder Tablet. Ein weiterer Vorteil ist, dass ihr es komplett ohne Software betreiben könnt. Es kann allerdings nicht schaden, einen DAC oder eine Soundkarte an Bord zu haben, um wirklich das Optimum aus dem Headset herauszuholen oder wenn ihr auf Surround-Sound nicht verzichten wollt. Dolby Atmos oder Windows Sonic könnt ihr natürlich auch so am PC benutzen.

Beim Innenleben setzt Corsair auf eine neue Graphentreiber-Technologie. Der Vorteil der 50-mm-Treiber soll sein, dass sie dank leichteren Materials mit einem schnelleren Ansprechverhalten und somit klareren Sound glänzen. Die Treiber decken einen satten Frequenzbereich von 20 bis 40.000 Hz ab, was speziell bei den hohen Frequenzen bemerkenswert viel ist – normal sind 20.000 Hz bei Gaming-Headsets. Die Impedanz liegt mit 32 Ohm im Normbereich fürs Gaming. Das Mikrofon deckt 100 bis 10.000 Hz bei -42 dB Empfindlichkeit ab und leistet insgesamt gut Arbeit mit klarer, deutlicher Sprachübertragung, der es lediglich ein wenig an den tiefen Tönen fehlt. Für den Voice-Chat ist das Teil aber prima geeignet.

Im praktischen Einsatz punktet das Corsair Virtuoso Pro mit einem ausgewogenen, eher warmen Klang, der keine Details vermissen lässt. Die breite Klangbühne des offenen Designs kommt voll zum Tragen und kann vor allem bei Open-World-Titeln beeindrucken, ist aber auch für kompetitive Spiele dank guter Richtungswahrnehmung hervorragend geeignet. Trotz der Bauweise hat das Headset durchaus durchsetzungsfähige Bässe, die eigentlichen Stärken liegen aber im Mitten- und Höhenbereich. Neben räumlichem Klangbild und Detailreichtum gefiel uns auch die knackscharfe Sprachverständlichkeit. Dank seiner recht natürlichen Ausgewogenheit macht das Virtuoso Pro auch bei Musik oder Filmen eine richtig gute Figur.

Man muss sich der Vor- und Nachteile der Bauweise natürlich bewusst sein, insbesondere, wenn man keine Umgebungsgeräusche beim Zocken hören woll. Aber wer ein Faible für offene Headsets macht, kann mit dem Virtuoso Pro herzlich wenig verkehrt machen. Wir haben das Headset in verschiedenen Anwendungsbereichen und mit verschiedenen Spielegenres ausgetestet und waren durch die Bank überaus zufrieden, vor allem wegen der Klarheit und Räumlichkeit des Klangbilds.

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