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Test - Iron Front: Liberation 1944 : Schicksalstage an der Ostfront

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Besser ist da hingegen die komplett deutsche Synchronisation, die sich nahe an der Sprache der Zeit orientiert. Leider ist die Lippensynchronizität entweder fehlerhaft oder erst gar nicht vorhanden. Die lebendige und glaubwürdige Vertonung steht im krassen Gegensatz zu der sehr steifen Haltung und den sehr roboterartigen und unrealistischen Bewegungen der Charaktere. Setzt sich nämlich eine Gruppe Soldaten einmal in Bewegung, sieht das aus, als würde eine Armee von Spielzeugrobotern ausrücken. Beim Sound herrscht eine ähnlich steife Atmosphäre. Die Sound-Effekte sind eintönig und oft schlecht abgemischt. Das führt dazu, dass ihr die Synchronisation gelegentlich nicht versteht und deshalb auf Untertitel setzen müsst. Die Waffenklänge sind hingegen gut eingefangen und die Fahrzeuge hören sich glaubwürdig an.

Mann gegen Mann

Bei einer Testsitzung mit den Entwicklern konnten wir uns auch den Online-Modus ansehen. Hier zeigte der Shooter zumindest etwas spielerische Vielfalt. Neben gewöhnlichen Modi wie Team-Deathmatch, Deathmatch oder Domination gibt der Titel aber doch noch etwas mehr her. So geht es im Modus "Panzerzerstörung" um das schnelle und effektive Ausschalten dieser so wichtigen Vehikel. In „Blitzkrieg“ müsst ihr mehrere Punkte auf einer Karte nacheinander erobern. Besetzt ihr einen Platz lange genug, wird das euer neuer Wiederbelebungspunkt und ihr könnt so vorrücken. Auf Karten mit bis 32 Spielern kämpft ihr in spannenden Gefechten um jeden Meter Boden.

In „Capture and Hold“ sind es sogar bis zu 100 Spieler, die auch mit Kriegsfahrzeugen darum kämpfen, bestimmte Orte zu erobern. Gerade die Karten in den Modi „Blitzkrieg“ und „Capture and hold“ sind sehr weitläufig und groß. Das hat allerdings den Nachteil, dass ihr oft lange Wegstrecken zum Kampfgeschehen hinter euch bringen müsst. Da ihr von geübten Spielern auch noch relativ schnell ins Jenseits geschickt werdet, kann das ständige Laufen zum Spielgeschehen für Anfänger sehr frustrierend sein. Zumindest im Modus "Blitzkrieg" wird das dank der vorschiebbaren Wiederbelebungspunkte teilweise verhindert.

Auch kleinere Aufgaben für zwei Spieler finden sich im Mehrspielermodus. In einer bestimmten Mission müsst ihr beispielsweise den Schoßhund von Adolf Hitler vor feindlichen Scharfschützen retten. Besonders spaßig sind diese Missionen aber nicht. Wenn es euch an Abwechslung mangelt, dürft ihr euch eure eigenen Missionen basteln. Vier Karten stehen euch hierfür zur Auswahl. Dieser Editor ist aber so kompliziert und undurchsichtig, dass sich nur wirklich ambitionierte Spieler die Zeit nehmen, eigene Missionen zu gestalten.

Zum Davonlaufen

Eine wirklich grobe Fehlentwicklung ist das Speichersystem mit den unfairen Rücksetzpunkten. Durch gelegentliche Fehler im Spielablauf kommt es nämlich des Öfteren vor, dass das Spiel abstürzt oder die nächste Sequenz nicht startet. Dann müsst ihr einen vorigen Speicherpunkt laden oder das Level komplett von vorne beginnen. Das ist unglaublich ärgerlich. Bei unserem Test mussten wir die Einführung aufgrund solcher Fehler beispielsweise fünfmal neu starten. Dieses schlechte Speicher-Management stellte unsere Geduld sehr stark auf die Probe und sollte so eigentlich nicht vorkommen.

Fazit

Sascha Sharma - Portraitvon Sascha Sharma
Iron Front: Liberation 1944 versteift sich zu sehr darauf, ein taktischer und authentischer Shooter zu sein, und lässt so den Spielspaß versacken. Das Spiel ist kompliziert, schwer zu bedienen und an vielen Stellen verbugt. Abstürze, das unmögliche Speicher-Management, KI-Aussetzer und Design-Fehler lassen den Titel qualitativ einfach nicht ausgereift wirken. Die Entwickler schaffen es zudem nicht, eine wirklich dichte Atmosphäre zu erzeugen. Dafür werden die technischen Mittel zu zag- und zu fehlerhaft eingesetzt. Angefangen bei den minimalistischen Bewegungsanimationen bis hin zu der unstimmigen Sound-Abmischung. Die Kampagne ist vernachlässigbar und dient eigentlich nur zur tieferen Einführung. Erhebliche technische Mängel versalzen aber auch in den Mehrspielerschlachten gehörig die Spielspaßsuppe. Die sehr realistische und authentische Gestaltung des Szenarios und der Spielmechanik wird Puristen freuen. Fans von technisch nüchternen und realistischen Taktik-Shootern können es mit Iron Front: Liberation 1944 also einmal versuchen. Für Call-of-Duty-verwöhnte Spieler wird der eher langsamere und taktischere Spielbetrieb zu langweilig sein. Wer aufwendige Präsentationen und flotte Action vorzieht, für den ist der Shooter demnach absolut nichts.

Überblick

Pro

  • authentisches Kriegsgerät und Fahrzeuge
  • realistische Spielmechanik
  • komplette Synchronisation (auf Englisch und Deutsch)

Contra

  • keine freischaltbaren Extras
  • schwache Grafik
  • fehlerhafte Lippensynchronizität
  • unfaire Rücksetzpunkte
  • umständliche Gruppensteuerung
  • nervige künstliche Intelligenz
  • verwirrendes Speichersystem

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