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Test - Kingdom Hearts: Melody of Memory : Ein Liebesbrief an die Kingdom-Hearts-Serie

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Kingdom Hearts hat in den zwei Jahrzehnten seines Bestehens eine große und treue Schar von Fans aufbauen können. Das Rhythmusspiel-Spin-off Melody of Memory ist daher Fan-Service pur, ähnlich wie Theatherrhythm für Final-Fantasy-Enthusiasten. Und es ist erstaunlich gelungen!

Zugegeben, beim ersten Kontakt mit dem Titel habe ich doch etwas anderes erwartet.Beim Anblick des ersten Trailers war ich zunächst leicht enttäuscht. Statt Rollenspiel-Action mit einer verzweigten Geschichte, gesponnen um die liebsten und bekanntesten Disney-Klassiker, erwartete mich nun ein Rhythmus-Spiel, samt kitschiger Japano-Popmusik. Doch meine Enttäuschung verflog, sobald ich die ersten Level dieses spaßigen Spin-offs abgeschlossen hatte.

Theatherrhythm lässt grüßen

Die Kingdom-Hearts-Serie konnte seit jeher aus dem vollen Portfolio an Künstlern der Rollenspielschmiede Square-Enix schöpfen. Das bedeutet neben tiefgründigen Charakteren, ausgefeilten Kampfsystemen und epischen Geschichten auch ein hohes künstlerisches Maß beim Design und der Musik. Eben diese Musik bildet den Kern des vorliegenden Spin-off. So überließen die Produzenten auch diesmal die Komposition nur Meistern ihres Faches. Der gesamte Soundtrack stammt nämlich aus der Feder der Komponisten Yoko Shimomura, Takeharu Ishimoto und Tsuyoshi Sekito. Das Trio ist Serienfans und der Square-Enix treuen Gemeinde seit Jahrzehnten bekannt. Und eben diese Musikstücke bilden die Level von Kingdom Hearts: Melody of Memory.

Habt ihr euch ein Lied ausgesucht, dann lauft ihr mit eurem Team bestehend aus den Serienhelden Goofy, Donald und Sora über eine dreidimensionale Notenzeile. Herannahende Gegner müsst ihr mit gut getimten Angriffen erschlagen, Hindernissen müsst ihr ausweichen und Boni gilt es mit Sprüngen einzusammeln. Misslingt euch das, nimmt eure Heldenparty Schaden, was letztlich sogar zum Spielende führen kann. Die Level dauern gerade so lang, bis die Stücke enden. Zum Schluss erwarten euch gelegentlich Bosskämpfe, die aber in ähnlicher Manier ablaufen wie die normalen Kämpfe.

Square-Enix-Fans erkennen das Konzept, das von den geistigen Vorgängern Theatrhythm Final Fantasy und Theatrhythm Dragon Quest übernommen wurde. Beide Titel verwerteten ebenfalls die Stücke der beiden Megaserien Final Fantasy und Dragon Quest zu eigenständigen Musikspielen. Kingdom Hearts: Melody of Memory läutet für die Serie nun den Sprung in die dritte Dimension und auf die Heimkonsolen ein.

Donald, Goofy, Aladdin, die Schöne, das Biest und Sheriff Woody

In fast jeder Spielwelt erwarten euch neue Gegnertypen und Gast-Charaktere, die sich mit eurer Standard-Heldenparty abwechseln. Welche das sind, hängt immer davon ab, in welcher Disneywelt ihr euch gerade befindet. So kämpft ihr im Spielverlauf unter anderem an der Seite von Aladdin, dem Biest, Micky, Mulan und vielen mehr.

Das Herz des Titels bildet der Weltenreisemodus. Hier springt ihr von einer Spielwelt in die nächste und sucht euch Musikstücke aus den jeweiligen Disney-Märchenwelten. „Aladdin“, „Die Schöne und das Biest“, „Arielle“, „Toy Story“ und viele mehr erwarten euch auf dieser Reise. In jedem Level gibt es verschiedene Herausforderungen und Highscores zu knacken. So müsst ihr die Abschnitte mal mit einer Mindestanzahl an Trefferpunkten abschließen oder von einem bestimmten Gegnertyp alle Vertreter erledigen. Jeder Abschnitt ist eine neue und zunehmend kniffligere Erfahrung.

Zum Ende eines Abschnittes wird Bilanz gezogen und die Punkte ausgewertet. Highscores schalten Boni wie zum Beispiel neue Stücke und Modi frei. Am Ende eines Levels erhält eure Heldentruppe außerdem Gegenstände. Die dürft ihr wiederum zum Schmieden neuer Gegenstände wie etwa Heiltränken verwenden. Zumindest etwas Rollenspielcharakter erhält das Ganze durch die Wahl der Gegenstände, die ihr in das Level mitnehmt. Manche Gegenstände heilen euch einfach nur, andere rufen sogar Hilfe herbei. So könnt ihr auf diese Weise zum Beispiel auf Micky zurückgreifen, der euch dann im Kampf unterstützt.

Eingesetzt werden die Gegenstände aber ganz automatisch und nur wenn ihr sie braucht. Ihr dürft lediglich festlegen, welche Gegenstände zum Zug kommen. Eure Recken erhalten auch Erfahrungspunkte und steigen in ihrem Rang auf. Doch damit verändert sich fast nichts außer die Anzahl der Trefferpunkte, die sie einstecken können. Alles in allem sind die „Rollenspielelemente“ sehr gering gehalten und fast schon zu vernachlässigen.

Von kinderleicht bis richtig schwer

Ein so schräges Spielkonzept wie das von Melody of Memory kann eigentlich nur in Japan erdacht worden sein. Doch Entwickler Square-Enix hat es geschafft, aus dem skurrilen Mix eine unterhaltsame Jagd nach dem Highscore zu machen. Denn so kindlich und altersgerecht die Aufmachung auch ist, der drei Stufen umfassende Schwierigkeitsgrad ist es nicht. Die richtigen Momente abzupassen, nicht erwischt zu werden, sich selbst und den Rest des Teams im Auge zu behalten und immer mehr Punkte zu ergattern, all das stellt euch vor knifflige Aufgaben und die sind kurzweilig motivierend. Zudem geben euch die freischaltbaren Extras einen kleinen Anreiz, die Level erneut zu spielen. Langzeitmotivation dürft ihr in der zehn bis zwölf Stunden andauernden Kampagne aber nicht erwarten.

Kingdom Hearts als Rhythmusspiel?! - Demo-Eindrücke zu Kingdom Hearts: Melody of Memory

Die Kingdom-Hearts-Reihe ist ja fü ihrer vielen vielen Ableger bekannt. Doch mit einem Rhythmusspiel hat wohl kaum jemand gerechnet. Doch genau das ist Kingdom Hearts: Melody of Memory, wir konnten uns bereits die Demo-Version anschauen.

Auch im Mehrspielermodus trifft Kingdom Hearts: Melody of Memory den richtigen Takt. Ihr könnt die Lieder im Koop-Modus gemeinsam bestreiten und in einem Versus-Modus prüfen, wer das bessere Rhythmusgefühl hat. Im Versus-Modus habt ihr neben einem lokalen Zweispielermodus auch die Möglichkeit, euch online mit Spielern zu messen. Aber auch diese beiden Modi sind nur für kurzweiligen Spaß gedacht, da sie sich schnell abnutzen.

Vielerlei Schätze zu finden

Wer sich als Fan der Serie bezeichnet, wird in Melody of Memory viele nette Erinnerungen an die mittlerweile zehn Teile umfassende Serie finden. Neben den bekannten Stücken gehört nämlich unter anderem das Museum zum Fanservice. Dort findet ihr neben einer Jukebox und Artworks-Zeichnungen insgesamt 36 Kurzfilme, die die Geschichte der Kingdom-Hearts-Serie erzählen. Liebhabern der Spiele liefern die kleinen Videos und die wunderschönen Zeichnungen sehenswerte Bonusinhalte.

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