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Test - Shadow of Memories : Shadow of Memories

  • PC
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Shadow of Memories
Gestorben - schon wieder.
Das Paradoxum der Zeit
Was wäre, wenn ich in die Vergangenheit reisen könnte und dort meine Mutter umbringe, bevor ich geboren wurde? Dann hätte ich nach der klassischen Weltanschauung niemals existiert, hätte also meine Reise in die Vergangenheit nie antreten können, um meine Mutter umzubringen, was wiederum bedeuten würde, dass es nie passiert wäre.

Klingt kompliziert, ist es auch. Aber genau hier setzt das Spielprinzip von 'Shadow of Memories' an. Stellt euch vor, ihr fallt beim Klettern von einem Baum. Was würdet ihr in der Vergangenheit tun, um das zu verhindern? Nun, ihr könntet jemanden bitten, ein 'Klettern Verboten'-Schild aufzustellen. Aber würde euch das ganz sicher abhalten, auf den Baum zu klettern? Viel effektiver wäre es doch, ein paar Hundert Jahre zurückzureisen und zu verhindern, dass dieser Baum jemals gepflanzt würde. Ihr habt das Prinzip verstanden? Dann braucht ihr euch nur noch an ein paar einfache Regeln aus dem Handbuch für Zeitreisende zu halten und euer ganze zehn Episoden andauerndes Abenteuer kann beginnen.

Regeln für Zeitreisende: Begegnet nie euch selbst und wenn ihr schon ums Leben kommen müsst, dann tunlichst nur in der Gegenwart, da euch Homunculus nur hier wieder zum Leben erwecken kann.

Shadow of Memories
Angst vor der Telefongebühr? Im 16. Jahrhundert kein Thema.

Die Technik im Wandel der Zeit
Das Portieren von Konsolentiteln auf den PC birgt schon seit jeher ein gewisses Risiko in sich. Die technisch verwöhnten PC-Spieler erwarten von einem umgesetzten Konsolentitel eine grafisch aufgewertete Darstellung, ein durchdachtes Speichersystem und ein im Umfang erweitertes Storyboard.

'Shadow of Memories' bietet genau nichts davon, außer einer erhöhten Bildschirmauflösung und etwas kürzeren Ladezeiten als auf der PS2. Eine Erweiterung des Storyboards ist angesichts der perfekten Geschichtserzählung gar nicht notwendig gewesen. Die Steuerung per Tatstatur geht nach kurzer Eingewöhnungszeit locker von der Hand. Ärgern darf man sich nach wie vor über manche Kameraeinstellungen. Da die Figur aber lediglich für Ortswechsel bewegt werden muss, stellt dieser Umstand, Genre-typisch, kein ernsthaftes Problem dar. Gespeichert wird zwischen den Aufgaben.

Die Spielfiguren wurden lebensecht animiert und wissen den Spieler mit einer auch für heutige Maßstäbe beeindruckenden Mimik, was deren Gemütsverfassung betrifft, zu überzeugen. In Verbindung mit der hübschen Darstellung der Stadt, im Wandel der Epochen in unterschiedlicher Architektur und Farbgebung, stellt Konami auch noch nach zwei Jahren ein stilistisch hübsches Machwerk auf die Beine, das aber seine Konsolenherkunft nicht verbergen kann. Einzig die verwaschenen Texturen und vereinzelte Clippingfehler geben ernsthaften Grund zur Kritik.

Shadow of Memories
Wir sind trotzdem äußerst beunruhigt.

Zeitloser Sound
Absolut perfekt ist die stimmungsvolle Sounduntermalung, die einen magisch ins Geschehen zieht. Die englische Sprachausgabe besticht durch eine glasklare Aussprache der Charaktere, deren Rethorik sogar an die verschiedenen Zeitepochen angepasst wurde. So gesehen ist es ein Glück, dass Konami hier 'nur' deutsche Untertitel anbietet.

 

Fazit

von Andreas Weinberger
Mit großer Verspätung erhalten PC-Spieler einen PS2-Hit, der sich bereits seit zwei Jahren auf dem Markt befindet. Trotzdem wurde der Titel unverändert auf die PC-Plattform übernommen. Doch das muss im Fall von 'Shadow of Memories' kein Nachteil sein. Fans gepflegter Adventurekost kommen voll auf ihre Kosten, wenngleich Profis das Spiel sehr bald durchgespielt haben werden. Wer auf der Suche nach einem spannenden, aber trotzdem kurzweiligen, Unterhaltungs-Adventure ist, ist bei 'Shadow of Memories' gut aufgehoben. Die Charaktere, sowie die zahlreichen Zwischensequenzen, erinnern beinahe an einen interaktiven Spielfilm. Hat man das Spiel allerdings schon seinerzeit auf der PS2 durchgespielt, gibt es keinen Grund, die PC-Version anzuschaffen.  

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