Ungenutzte Spieleraccounts: Was mit Daten, Guthaben und Zugängen passiert
KI generiertes Symbolbild
Ob auf dem PC, der Konsole oder dem Smartphone – viele Spieler legen im Laufe der Zeit zahlreiche Benutzerkonten an. Hinzu kommen Accounts für Spieleplattformen, Launcher, Community-Dienste oder digitale Marktplätze. Manche werden regelmäßig genutzt, andere geraten nach wenigen Wochen oder Monaten in Vergessenheit. Spätestens beim Kauf eines neuen Geräts oder der Rückkehr zu einem älteren Spiel stellt sich oft die Frage: Existiert der Account überhaupt noch – und welche Daten sind dort gespeichert?
Eine automatische Löschung erfolgt in den meisten Fällen nicht. Unternehmen dürfen personenbezogene Daten zwar nicht unbegrenzt aufbewahren, gleichzeitig bestehen häufig vertragliche oder gesetzliche Gründe, weshalb bestimmte Informationen zunächst erhalten bleiben. Welche Vorgaben gelten, hängt vom jeweiligen Dienst und dessen Geschäftsmodell ab.
Warum viele Spieleraccounts bestehen bleiben
Ein längere Zeit ungenutzter Account ist nicht automatisch gelöscht. Häufig wird er lediglich als inaktiv geführt. Zwischen einem ruhenden Benutzerkonto, einer Kontoschließung und einer vollständigen Löschung personenbezogener Daten bestehen deutliche Unterschiede.
Viele Plattformen halten Konten zunächst vor, solange das Vertragsverhältnis nicht beendet wurde. Dadurch können Nutzer auch nach längerer Zeit auf ihre Spielbibliothek, frühere Käufe oder gespeicherte Einstellungen zugreifen. Ebenso lassen sich Supportanfragen, Reklamationen oder Rückerstattungen einfacher bearbeiten, wenn die dazugehörigen Kontodaten noch vorhanden sind.
Hinzu kommen gesetzliche Aufbewahrungspflichten. Unternehmen müssen bestimmte Unterlagen – etwa Rechnungen oder Buchungsdaten – über einen festgelegten Zeitraum aufbewahren. Welche Fristen gelten, richtet sich nach den einschlägigen gesetzlichen Vorschriften und dem jeweiligen Verarbeitungszweck. Das bedeutet jedoch nicht, dass sämtliche Informationen eines Benutzerkontos in vollem Umfang erhalten bleiben dürfen.
Auch Sicherheitsaspekte können eine befristete Speicherung rechtfertigen. Protokolle über Anmeldungen oder sicherheitsrelevante Änderungen helfen beispielsweise dabei, unbefugte Zugriffe nachzuvollziehen oder Missbrauch aufzuklären. Solche Daten unterliegen ebenfalls datenschutzrechtlichen Vorgaben und dürfen nicht länger gespeichert werden, als es für ihren Zweck erforderlich ist.
Auch Glücksspielportale kennen das Phänomen, dass Accounts geöffnet, aber nicht genutzt werden. Anders als in vielen anderen Branchen unterliegen diese Accounts jedoch speziellen regulatorischen Anforderungen. Vorgaben des Glücksspielrechts, der Geldwäscheprävention sowie des Datenschutzes bestimmen, wie lange Daten gespeichert werden dürfen und unter welchen Voraussetzungen Konten oder vorhandene Guthaben bestehen bleiben
Die Eröffnung eines Spielerkontos ist bei Online-Glücksspielanbietern wie beispielsweise dem Novoline Casino unkompliziert. Die Marke Novoline selbst ist international präsent: Novoline-Spielautomaten und Online-Slots werden auch über lizenzierte Schweizer Online-Casinos angeboten, die zu Schweizer Spielbanken gehören. Nach der Eingabe der persönlichen Daten folgt bei legalen Online-Casinos eine gesetzlich vorgeschriebene Identitätsprüfung. Erst nach erfolgreicher Verifizierung kann das Spielerkonto uneingeschränkt genutzt werden.
Welche Daten gespeichert werden dürfen
In der Schweiz bildet das revidierte Datenschutzgesetz den rechtlichen Rahmen für die Bearbeitung personenbezogener Daten. Es verpflichtet Unternehmen dazu, nur diejenigen Informationen zu speichern, die für einen klar definierten Zweck erforderlich sind. Entfällt dieser Zweck und bestehen keine gesetzlichen Aufbewahrungspflichten mehr, müssen personenbezogene Daten gelöscht oder so anonymisiert werden, dass sie keiner bestimmten Person mehr zugeordnet werden können.
Welche Daten ein Anbieter verarbeitet, hängt von der jeweiligen Plattform ab. Typischerweise gehören dazu Registrierungsdaten wie Name, E-Mail-Adresse und Geburtsdatum, außerdem Kauf- und Zahlungsinformationen, Spielbibliotheken, Cloud-Spielstände, Freundeslisten sowie Anfragen an den Kundendienst. Nicht jede Information unterliegt dabei denselben Speicherfristen.
Wichtig ist zudem die Unterscheidung zwischen Löschen, Archivieren und Anonymisieren. Während bei einer Löschung personenbezogene Daten aus den aktiven Systemen entfernt werden, dient eine Archivierung ausschließlich dazu, gesetzliche Nachweispflichten zu erfüllen. Bei einer Anonymisierung bleibt der Datensatz zwar erhalten, ein Rückschluss auf einzelne Personen ist jedoch dauerhaft ausgeschlossen.
Auch Sicherungskopien verdienen eine gesonderte Betrachtung. Backups dienen der Wiederherstellung von IT-Systemen nach technischen Störungen und ersetzen keine reguläre Datenspeicherung. Unternehmen müssen deshalb auch für solche Sicherungssysteme geeignete Konzepte entwickeln, um personenbezogene Daten nach Ablauf zulässiger Speicherfristen nicht länger als erforderlich vorzuhalten.
Für einzelne Dienste gelten zusätzliche gesetzliche Anforderungen. Dazu zählen beispielsweise Online-Spielbanken, die aufgrund des Schweizer Geldspiel- und Geldwäscherechts bestimmte Identitäts- und Transaktionsdaten länger aufbewahren müssen als klassische Gaming-Plattformen. Diese Ausnahme betrifft jedoch ausschließlich die hierfür maßgeblichen Informationen und lässt die datenschutzrechtlichen Grundsätze des revDSG unberührt.
Was mit Guthaben und digitalen Inhalten geschieht
Spieleraccounts verwalten heute oft weit mehr als nur einen Benutzernamen und ein Passwort. Je nach Plattform sind damit digitale Spiele, herunterladbare Inhalte, Guthaben, Geschenkkarten, In-Game-Währungen oder kostenpflichtige Abonnements verknüpft. Wird ein Konto über längere Zeit nicht genutzt, stellt sich deshalb nicht nur die Frage nach den gespeicherten Daten, sondern auch nach den damit verbundenen Werten.
Dabei ist zwischen dem Benutzerkonto und dem jeweiligen Guthaben zu unterscheiden. Ein Account dient in erster Linie der Verwaltung des Zugangs und der hinterlegten Informationen. Digitale Käufe oder Guthaben beruhen dagegen auf den vertraglichen Bedingungen des jeweiligen Anbieters. Ob Inhalte dauerhaft verfügbar bleiben oder unter bestimmten Voraussetzungen entfallen können, ergibt sich aus den Nutzungsbedingungen der jeweiligen Plattform.
Besondere Aufmerksamkeit verdienen zeitlich begrenzte Angebote. Bonusprogramme, Aktionsguthaben oder Treuepunkte sind häufig an feste Bedingungen oder Laufzeiten geknüpft. Wer einen älteren Account wieder nutzt, sollte daher prüfen, ob solche Vorteile noch bestehen oder bereits abgelaufen sind.
Welche Rechte Nutzer in der Schweiz haben
Das revidierte Datenschutzgesetz gibt Nutzern verschiedene Möglichkeiten, Auskunft über ihre gespeicherten Daten zu erhalten. Unternehmen müssen auf Anfrage mitteilen, ob personenbezogene Daten bearbeitet werden und welche Informationen über eine Person vorliegen. Dadurch lässt sich auch nachvollziehen, welche Angaben ein älterer Spieleraccount noch enthält.
Darüber hinaus können unrichtige personenbezogene Daten berichtigt werden. Besteht für ihre weitere Speicherung keine gesetzliche Grundlage mehr, kann zudem deren Löschung verlangt werden. Unternehmen dürfen eine solche Anfrage jedoch ablehnen, wenn gesetzliche Aufbewahrungspflichten oder andere überwiegende rechtliche Gründe entgegenstehen. In diesem Fall müssen sie ihre Entscheidung nachvollziehbar begründen.
Wer ältere Spieleraccounts nicht mehr benötigt, sollte diese regelmäßig überprüfen. Dabei empfiehlt es sich, zunächst vorhandene Spiele, Guthaben oder laufende Abonnements zu kontrollieren und anschließend den Account offiziell zu schließen. Sollten darüber hinaus personenbezogene Daten gelöscht werden, kann dies direkt beim jeweiligen Anbieter beantragt werden.
Spieleraccounts bewusst verwalten
Vergessene Spieleraccounts gehören für viele zum digitalen Alltag. Wer seine älteren Accounts aber in regelmäßigen Abständen überprüft, behält nicht nur den Überblick über Spiele, Guthaben und digitale Inhalte. Ebenso lässt sich nachvollziehen, welche personenbezogenen Daten noch gespeichert sind und ob deren weitere Aufbewahrung weiterhin erforderlich ist. So bleiben die eigenen Zugänge übersichtlich und unnötige Altlasten lassen sich Schritt für Schritt abbauen.
