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Test - Steelrising : Nicht Bloodborne 2, aber ein erfrischend spaßiges Souls-like

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Greift zu, wenn...

… ihr Freude an einem unkomplizierten Souls-like habt und dafür über handwerkliche Ungereimtheiten hinwegsehen könnt.

Spart es euch, wenn...

… ihr gerne hämisch über kleinere Macken herzieht.

Fazit

Matthias Grimm - Portraitvon Matthias Grimm
Trotz kleiner Macken ein erstaunlich spaßiger Souls-Nachahmer

Ich bin zugegebenermaßen selbst leicht baff darüber, welch riesigen Spaß ich mit Steelrising hatte. Zweifellos kratzt es gerade mal aus der Ferne an den perfektionistischen Qualitätsmaßstäben, mit denen From Software die Messlatte fürs Genre vermutlich auf ewig in unerreichbare Höhen gehängt hat. Doch zwischen all den zweit- und drittklassigen Nachahmern schließt es trotz seiner unbestreitbaren und nicht wenigen Macken mühelos in die Spitzengruppe zu Titeln wie Nioh und The Surge 2 auf.

Gründe dafür gibt es einige. Zunächst einmal das originelle Design der französischen Revolution mit ihren extravaganten Kleidern und ausgefallenen Perücken, sowie den Steampunk-Charakteren wie der mechanischen Heldin Aegis, aber auch den einfallsreichen Gegnertypen. Paradoxerweise trug zumindest bei mir gerade auch der eigentlich zu einfache Schwierigkeitsgrad, der manch hartgesottenen Souls-Veteran vermutlich stören dürfte, zu einem stets angenehmen Spielgefühl bei, das auch mal ungezwungenes Erkunden und nicht bloß ständige Anspannung ermöglicht. Vor allem aber das höchste schlaue Leveldesign, das mit seinem Metroidvania-Aufbau vom Souls-artigen Wollknäuel irgendwann zu einer Open-World-ähnlichen Erfahrung mutiert, gewinnt dem standardisierten Spielablauf nochmal völlig neue Seiten ab und dürfte möglicherweise sogar From Software selbst eindrücklich vor Augen führen, dass solcherlei Spielerlebnis durchaus davon profitieren kann, wenn Nebenquests eben nicht bis zur Unkenntlichkeit in nebulösem Geschwurbel versteckt sind.

>> Top 10: Kommende Souls-Spiele, die ihr auf dem Schirm haben solltet <<

Um all das genießen zu können, darf man allerdings nicht zu der Sorte Spieler gehören, die sich gerne hämisch an offensichtlichen Macken hochziehen. Die KI verhält sich gelegentlich, als hätte sie gerade einen Schlaganfall, die Bosse fallen mitunter geradezu lächerlich einfach aus, generell steht das Balancing auf recht wankelmütigen Beinen, an die eigenwillige Steuerung muss man sich erst gewöhnen, einen Multiplayer gibt es erst gar nicht, und im an und für sich ganz stimmungsvoll gestalteten Paris finden sich immer wieder Ecken, die wirken, als habe der Grafiker keine so rechte Lust mehr gehabt an dem Tag, als er sie erstellt hat. Auch weil sich die Straßen von Paris trotz aller Mühen der Entwickler um markante Orte recht ähnlich sehen, fällt die Orientierung zwischendurch immer mal schwer. Doch das war in Bloodborne letztlich auch nicht viel anders. Um es an diesem Beispiel zusammenzufassen: Wer einen Ersatz für Bloodborne 2 erwartet, sollte seine Vorstellungen zurückschrauben. Wer einfach nur ein durchweg unterhaltsames Souls-Intermezzo mit angenehm flotten 25 Stunden Spielzeit einlegen will, der darf gerne damit glücklich werden.

Überblick

Pro

  • origineller „Clockpunk“-Stil
  • flutschiges Souls-Gameplay
  • stimmig ineinander greifende Spielmechaniken
  • schlaues Leveldesign zwischen Souls und Metroidvania
  • etliche spannende Nebenquests
  • straffe 25 Stunden Spieldauer ohne Durchhänger
  • unterschiedliche Spielstile durch Waffengattungen und Charakter-Builds

Contra

  • wankelmütiges Balancing
  • fehlender Feinschliff
  • schludriges Boss-Verhalten
  • schwankende Grafikqualität (v.a. Tutorial und Nebencharaktere)

Awards

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