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Test - Vancouver 2010 : Wintersport für Couch-Potatoes

  • PS3
  • X360
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Sportfest für Egozentriker

Beim Skispringen geht es mehr um eine schnelle Reaktion. Wenn der Überflieger oben auf dem Balken sitzt, muss erst die Windrichtung abgewartet werden. Denn nur leichter Gegenwind garantiert einen weiten Satz. Ist der Zeitpunkt des Ausflugs festgelegt, gilt es noch, den richtigen Moment fürs Abstoßen zu finden, um möglichst viel Energie mitzunehmen. Die Schanze rutschen wir in der Ego-Perspektive hinunter, was mit flatternden Brettern eine gute Vorstellung von dem vermittelt, was unsere Adler in Wirklichkeit erleben. Nähern wir uns dann endlich dem Balken, muss der Punkt der Schanze gefunden werden, von dem aus wir am besten abheben. Und für einen Telemark gilt wieder: rechtzeitig drücken. Das verlangt in der Ego-Perspektive und mit den Skiern im V schon Übung.

Übrigens: In die Ego-Perspektive lässt sich jede Sportart, angefangen bei Ski Alpin bis Skeleton, umschalten. Diese Perspektive ist natürlich Ansichtssache, vermittelt aber einen verdammt intensiven Eindruck. Da vertunnelt sich der Blick bei hohen Geschwindigkeiten, spritzt einem der Schnee ins Gesicht und spürt man die Fliehkräfte in den Kurven. Damit sind wir an dem Sport viel näher dran. Und das sogar ohne Wii. Mit dazu bei trägt sicherlich auch die olympiareife Grafik, welche die Athleten, Sportstätten und Umgebungen mit verschiedenen Effekten und einer astreinen Darstellung in ein wunderschönes Licht taucht.

Und das war es dann auch schon. Sportarten wie Biathlon oder Curling fehlen. Und genauso wie es keine pompöse Eröffnungsfeier, ja, nicht einmal den Hauch einer Olympia-Atmosphäre gibt, werden die Athleten auch nach erfolgreichen Wettbewerben nicht auf dem Treppchen präsentiert, um den sportlichen Sieg über die anderen Nationen gebührend abzufeiern. Bei den Sägezahn-Nationalhymnen von Epyx' Wintergames haben wir in den 80ern immer wieder die Hand stolz auf die Brust gelegt. Und dabei gelacht. An solche Momente werden wir uns mit Segas Vancouver 2010 wohl nicht erinnern können.

Fazit

Hans Schneeweiss - Portraitvon Hans Schneeweiss
Die 14 Disziplinen, die Vancouver 2010 bietet, sind an sich gar nicht übel. Platz eins auf dem Siegespodest geht an die Grafik. Die hat mit einer wunderbaren Darstellung der Athleten, Sportstätten und Umgebungen ganze Arbeit geleistet. Auf Platz zwei hat es die Steuerung geschafft, die einfach zu erlernen ist und genauso einfach funktioniert. Auch ist dabei positiv zu vermerken, dass nur Shorttrack das für Olympia-Spiele typische Tasten-bis-zur-Erstarrung-des-Daumens-Drücken übernommen hat. Und dass Sega bei allen anderen Sportarten andere Steuerwege gefunden hat. Den dritten Platz auf dem Podest bekommt noch die Action. Denn die ist dank innovativer Ego-Perspektive für eine Simulation recht ordentlich. So gesehen gibt es am vorhandenen Material nicht viel auszusetzen. Schade ist nur, dass die Entwickler bei Sega etliche Sportarten einfach weggelassen haben und auf eine Olympia-Atmosphäre vollkommen verzichtet wurde - obwohl sie die bei Mario & Sonic kurz zuvor noch wunderbar hinbekommen haben. Im Spiel selbst wird der Athlet bei einem Frühstart übrigens zurückgepfiffen. Das hätte dem Titel wahrscheinlich auch sehr gut getan.

Überblick

Pro

  • das offizielle Videospiel der Olympischen Winterspiele
  • 14 Disziplinen
  • schöne Aufmachung
  • einfache Steuerung
  • intensiveres Erleben der Sportarten dank Ego-Perspektive

Contra

  • keine Olympia-Atmosphäre
  • eiskaltes Menü
  • namenlose Athleten
  • wenig Abwechslung bei den wenigen Disziplinen

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