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Test - Crusader Kings II : Ein würdiger Thronfolger?

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Auch Intrigen und sogar Morde können in Auftrag geben werden. Das ist ein praktisches und günstiges Mittel, um euch ungeliebter Herrscher zu entledigen. Jedoch besteht gleichzeitig auch immer eine Chance, dass euer schändlicher Plan aufgedeckt wird. Das hat dann eine Schmälerung eures Prestiges zur Folge. Der Prestigewert ist wiederum von großer Bedeutung, wenn ihr auch weiterhin der unangefochtene Herrscher in eurem Reich sein wollt. Außerdem solltet ihr es euch nicht mit dem Klerus verscherzen, da euch der Papst ansonsten exkommunizieren kann. Ihr seht, jede Handlung hat Konsequenzen in dem Komplex des mittelalterlichen Herrschaftsgefüges.

Blutleere Kämpfe

Relativ unspannend sind hingegen die Schlachten gestaltet. Ihr hebt eure Truppen aus und schickt sie in das betroffene Gebiet. Stößt eure Streitmacht auf eine gegnerische Armee oder eine Stadt, kommt es zum Kampf oder zur Belagerung. Eine kleine, bescheidene Animation zeigt euch, dass gerade ein Kampf im Gange ist. Der Ausgang der Schlacht hängt von eurer Truppengröße ab und nicht von eurem strategischen Geschick. Hier läuft alles automatisch ab und es kämpft lediglich Zahl gegen Zahl.

Geschichtsstunde

Crusader Kings II ist über alledem ein Spiel mit einem Lerngewinn. Ihr bekommt einen guten Einblick in die Geschehnisse und das System der Zeit. Beziehungsgeflechte und Erbfolgegesetze, aber auch Begrifflichkeiten wie beispielsweise „Schwanenhüter“, „Vasall“ oder „Bistum“ werden geschickt vermittelt und erklärt. Leider haben sich in die zahllosen Texte und Menüs des Öfteren Fehler eingeschlichen. Gelegentlich passiert es auch, dass Fenster nur Fehlermeldungen als Namen haben oder manche Texte gestaucht und unleserlich sind. Ärgerlich, denn so entgehen euch manchmal wichtige Informationen.

Die bisher angebotenen DLCs sind nicht gerade sehr verlockend. Die neuen Familienwappen und Designs für Bogenschützen braucht ihr eigentlich nicht, um euer Spielerlebnis aufzuwerten. Ansonsten wird online mit einem Mehrspielermodus für bis zu 32 Mittelalterfreunde eine unterhaltsame Plattform für Machtspielchen angeboten. Auch hier ist das Spielprinzip wie in der Kampagne.

Fazit

Sascha Sharma - Portraitvon Sascha Sharma
Crusader Kings II ist kein Spiel für Strategen, die viel Action und Inszenierung gewohnt sind. Es richtet sich mit seinen umfangreichen Menüs, der bescheidenen Aufmachung und der extrem strategischen Spielmechanik an ruhige, erfahrene und bedächtige Strategienaturen. Die Komplexität des Titels ist sehr anspruchsvoll und verlangt eine lange Einarbeitungszeit, belohnt aber mit taktischem Tiefgang und schier unerschöpflichen Möglichkeiten. Leider bleibt die strategische Planung von Schlachten und der Wirtschaft fast völlig außen vor und es gibt des Öfteren kleinere Textfehler zu beanstanden. Dennoch ist Crusader Kings II ungemein authentisch und zugleich lehrreich inszeniert. Vor allem der Soundtrack schafft eine gute Atmosphäre. Wer sich also schon immer die Frage gestellt hat, „Was hätte ich an der Stelle von Friedrich Barbarossa getan?“, der kann das nun tun. Das ganze Wissen, das ihr nebenbei über das Mittelalter vermittelt bekommt, macht Crusader Kings II zu einer unterhaltsamen Lehrstunde.

Überblick

Pro

  • authentische und glaubwürdige Spielgestaltung
  • wunderbarer Soundtrack
  • unzählige Möglichkeiten der Herrschaftsausübung
  • viel wissenswerter geschichtlicher Hintergrund

Contra

  • zu wenig Taktik bei den Kämpfen und der Wirtschaft
  • nur schriftliche Einführung
  • sehr anspruchsvoll
  • bescheidene Grafik
  • oftmals Textfehler

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