Test - Xenoblade Chronicles 2 : Das letzte große Spiel des Jahres

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Xenoblade Chronicles gehört auch heute noch für viele JRPG-Enthusiasten zu einem der besten Spiele seines Genres. Nach einem Ableger auf der Wii U, der nicht jeden Serienfan überzeugen konnte, besinnen sich Nintendo und Monolith Soft in Xenoblade Chronicles 2 für die Switch auf alte Stärken und liefern eine echte Fortsetzung, die die Magie des ersten Teils wieder einfangen soll. Wir haben das Riesen-RPG für euch unter die Lupe genommen.

In Xenoblade Chronicles 2 folgt ihr dem Protagonisten Rex und seiner Gefolgschaft auf ihrem Abenteuer, einen Weg zum Weltenbaum und zum gelobten Land Elysium zu finden. Ähnlich zum Vorgänger auf der Wii erkundet ihr keine üblichen Landmassen, sondern bewegt euch auf und in riesigen Titanen, die in einem unendlichen Wolkenmeer um besagten Weltenbaum schwimmen.

Einfach und unkompliziert wird die Reise natürlich nicht. Wie aus der restlichen Xeno-Serie bekannt, spart auch Xenoblade Chronicles 2 während seiner Geschichte nicht mit Handlungswendungen und Mysterien. Wir verraten an dieser Stelle zur Handlung natürlich nichts, können aber sagen, dass Fans des storylastigeren Wii-Prequels definitiv voll auf ihre Kosten kommen werden.

Durch den erneuten Fokus auf eine lineare Handlung fällt die riesige offene Welt aus Xenoblade Chronicles X zwar weg, dennoch können die ausgiebig erkundbaren Titanen voll und ganz überzeugen. Auch in Chronicles 2 zeigt Entwickler Monolith Soft wieder, dass er es versteht, interessante, abwechslungsreiche und vor allem ansehnliche Welten zu erschaffen, in denen man sich schnell verlieren kann und möchte.

Trotz der etwas geschrumpften Weltgröße gibt es natürlich mehr als genug Geheimnisse zu entdecken. Dazu gehören neben den üblichen Reisezielen, die auch als Schnellreisepunkte fungieren, wieder die Geheimpunkte, die etwas schwieriger zu finden sind, euch aber mit seltenen Gegenständen und einer weiteren Schnellreisemöglichkeit belohnen.

Außerdem lassen sich erneut allerlei Sammelobjekte finden. Statt jeden Gegenstand einzeln einzusammeln, werden diese diesmal in Sammelpunkten zusammengefasst, die gleich mehrere Objekte für euch parat haben. Schlussendlich erwarten euch abermals Massen an Nebenquests. Glücklicherweise gibt es in Xenoblade Chronicles 2 keine generischen Jagd- und Sammelquests mehr. Jede Quest bietet nun eine kleine Nebengeschichte und einen größeren Einblick in die Welt von Alrest.

Schönheit hat ihren Preis

Die Welt und ihre Bewohner haben zwar in einem eindrucksvollen Detailgrad, allerdings kommt die Switch bei deren Darstellung ordentlich ins Schwitzen. Kleinere Ruckler gibt es hier und da immer wieder, sie fallen aber nicht ansatzweise so schwer ins Gewicht wie die krassen Framerate-Einbrüche, wenn man in Städten unterwegs ist oder gegen sehr viele Gegner gleichzeitig kämpft.

Die Xenoblade-Spiele waren nie dafür bekannt, technisch immer rundzulaufen, aber selbst die Vorgänger litten in der Regel nicht unter derartig starken Leistungseinbußen. Würde es sich um ein Actionspiel handeln, wäre die Performance unentschuldbar, in einem JRPG kann man sie aber zumindest noch einigermaßen verkraften. Es bleibt zu hoffen, dass Monolith Soft einen Patch nachreicht.

Auch die Auflösung im Handheldmodus der Switch lässt leider arg zu wünschen übrig. Während das Spiel auf dem Fernseher zwar nicht in 1080p läuft, aber dennoch sehr eindrucksvolle Bilder über den Schirm flimmern lässt, erinnert es im mobilen Modus zwischendurch an einen regelrechten Pixelbrei.

Die technischen Probleme sind mehr als ärgerlich, dürften aber Serienfans und JRPG-Spieler im Allgemeinen nicht davon abhalten, das Spiel zu genießen. Xenoblade Chronicles 2 bietet genügend hochwertige Inhalte, die trotz der offensichtlicheren Schwächen überzeugen können. Dazu gehört auch das überarbeitete Kampfsystem.

Wie früher, nur anders

Besagtes System kommt zwar in einer komplett neuen Aufmachung daher, unterscheidet sich aber im Kern nicht allzu sehr von seinen Vorgängern. Kämpfe finden in Echtzeit auf der Oberwelt statt und erinnern an übliche MMO-Systeme mit Autoangriffen und Fähigkeiten, die an Cool-downs gebunden sind.

Neu ist allerdings der Einsatz dieser Fähigkeiten. Statt aus einer Liste frei zu wählen und bis zu acht Fähigkeiten auszurüsten, wird nun jeder Charakter von bis zu drei Klingen begleitet. Humanoide Waffen, die eigene Fertigkeiten und Talente bieten und zwischen denen während des Kampfes nach Ablauf eines Timers jederzeit gewechselt werden kann.

So kommt fast jeder Charakter auf insgesamt neun Angriffsfähigkeiten und drei Spezialangriffe. Diese laden sich nicht mehr über die Zeit auf, sondern Stück für Stück durch das erfolgreiche Ausführen von automatischen Angriffen. Zusätzlich spielt das richtige Timing eine Rolle: Führt man eine Fähigkeit im richtigen Moment aus, richtet man mehr Schaden an und füllt die Spezialangriffsleiste ein wenig schneller.

Die Spezialangriffe richtig zu nutzen ist besonders bei den Bosskämpfen ein Muss. Führt ihr einen Spezialangriff aus, startet eine Angriffskombo, die von den computergesteuerten Charakteren in eurer Gruppe unterstützt werden muss, um am Ende einen besonders mächtigen Angriff vom Stapel zu lassen und den Gegner mit einer Elementkugel zu versehen.

Xenoblade Chronicles 2 - Story Trailer
Der neue Story-Trailer klärt über die Handlung des Switch-Exklusivspiels Xenoblade Chronicles 2 auf.

Diese Kugeln kommen dann bei den serienbekannten Kettenangriffen ins Spiel. Elementkugeln können während eines Kettenangriffs durch die Wahl des richtigen Elements zerbrochen werden. Dadurch erhöht sich nicht nur der Schadensmultiplikator, sondern er verlängert auch die Zeit, in der Kettenangriffe ausgeführt werden können. Heißt im Klartext: Mehr Elementkugeln bedeuten mehr Schaden. Der korrekte Umgang mit Elementkugeln und Kettenangriffen ist besonders gegen Ende des Spiels essenziell wichtig.

Das Zusammenspiel aus korrekter Positionierung, Timing, Spezialangriffen und Angriffsketten sorgt dafür, dass die Kämpfe in Chronicles 2 sehr schnell sehr komplex werden können, besonders wenn das Spiel damit anfängt, euch Gegner mit bestimmten Stärken und Immunitäten entgegenzuwerfen. Altbekannte Angriffsoptionen, wie das Umwerfen von bestimmten Gegnern, sind wieder dabei und erweitern das bereits fantastische Gameplay um weitere Optionen im Kampf.

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