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Preview - Battlefield 6 : Angespielt: Endlich wieder ein Battlefield, wie ich es mir wünsche!

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Die letzten Battlefield-Ableger machten von sich reden, aber aus den falschen Gründen. Das Klassen-System verkomplizierte sich unnötig, Releases voller Bugs plagten die Fans und es wirkte so, als hätten EA und DICE die früheren Stärken aus den Augen verloren. Mit Battlefield 6 bietet sich die vielleicht letzte Chance, das Vertrauen der Spielerinnen und Spieler zurückzugewinnen. Nach mehreren Stunden mit dem Shooter wird bereits deutlich: Die Studios haben sich daran erinnert, was die Reihe auszeichnet.

Satte vier Teams arbeiten gemeinsam an Battlefield 6: DICE, Criterion, Ripple Effect und EA Motive. Nun könnte verständlicherweise Sorge aufkommen, dass zu viele Köche den Brei verderben. Aber nach vier Stunden im Multiplayer-Modus gebe ich Entwarnung. In jeder Zeile seines Codes zeigt der neue Teil die altbekannten Qualitäten der Reihe und fühlt sich unheimlich vertraut an, ohne dabei altbacken zu wirken.

Zerstörung, aber mit Hirn

Erinnert ihr euch noch an das gute, alte Battlefield: Bad Company 2? Kein Gebäude war sicher vor euren Granaten, Panzerprojektilen und anderen hochexplosiven Geschossen. Ihr habt alles demoliert, was euch vor die Nase kam – und doch wohnte dem ganzen Chaos eine gewisse Taktik inne. Denn geschickt zerlegte Häuser löschten gerne einmal das gesamte darin befindliche Squad aus. Frisch von der Front zurückgekehrt bin ich mehr als glücklich zu berichten, dass Battlefield 6 solch puren Zerstörungsdrang einmal mehr belohnt.

Bereits der erste Trailer macht klar, wohin die Reise geht. Zum Gassenhauer Break Stuff von Limp Bizkit zeigen die Studios in schönster Bombast-Manier, was möglich ist: Raketen machen kurzen Prozess mit Wänden und wenn ihr oberhalb von euch Feinde wahrnehmt, dann sprengt einfach die Decke. In der Praxis bietet Battlefield 6 haufenweise Zerstörungsoptionen und es ist eine helle Freude, mit einem Panzer Kleinholz aus einem kompletten Wohnblock zu machen.

Allerdings drängt sich immer wieder das Gefühl auf, dass das System eingeschränkt ist. Manche Mauern wollen selbst nach mehreren Treffern partout nicht zusammenkrachen. Auch läuft die Zerstörung nicht so dynamisch ab, wie es einem das Pressematerial vorgaukeln will. Bereits nach wenigen Runden wusste ich genau, welche Gebäude auf heftigen Beschuss reagierten und wie sie es taten. Entsprechend bereitete ich meine Laufrouten und Taktiken vor.

Genau das ist aber das Ziel der Studios. Sie reden in diesem Zusammenhang von taktischer Zerstörung. Durch das immer gleiche Verhalten sollt ihr schnell ein Gespür für eure Möglichkeiten bekommen – ein für mein Empfinden mehr als sinnvoller Ansatz, der sich in der Praxis bereits bestens bewährte.

Wie nach Hause kommen

Abgesehen von dem größeren Fokus auf Zerstörung fühlt sich Battlefield 6 angenehm vertraut an. Das Gunplay gehört zum Besten, was ihr im Shooter-Genre findet. Jeder Schießprügel fühlt sich angenehm anders an und Treffer vermittelt das Spiel schnell und direkt. Dazu gesellen sich zahlreiche Anpassungsoptionen. Ob Zielfernrohre, Schalldämpfer, Unterläufe oder Visiere, es gibt quasi keine Einschränkungen.

Die vier Klassen rufen wohlige Erinnerungen an längst vergangen geglaubte Tage hervor. Assault, Support, Aufklärer und Ingenieur reichen für ausgewogene Matches vollkommen aus und sorgen dank Heilung, Reparatur oder purer Feuerkraft für einen sauberen Mix. Besonders schön ist der Umstand, dass ihr in der Waffenauswahl nicht mehr limitiert seid: Ein Medic mit einem dicken Maschinengewehr stellt ebenso wenig ein Problem dar wie ein Assault mit einem Scharfschützengewehr.

Eben diese Vielfalt sorgte beim Anspiel für dynamische Runden, die mit perfekt eingespielten Squads noch einmal besser funktionieren dürften. Mit erfahrenen Panzerschützen, Jetpiloten und Scharfschützen haben eure Gegner nur wenig zu lachen. Schnell stellt sich das typische Battlefield-Gefühl ein, das Fans seit dem dritten und vierten Ableger schmerzlich vermissen. Genau diese Spiele nahmen sich die Studios als Vorbild, und das merkt man auf die bestmögliche Art und Weise.

Denn richtig große Änderungen sucht ihr mit der Lupe. Es gibt vielmehr Detailanpassungen, die nicht massiv wirken mögen, aber tatsächlich sinnvolle Ergänzungen darstellen. Beispielsweise dürft ihr angeschossene Teammitglieder nun ein Stück weit ziehen, um sie nicht mitten im Kugelhagel wiederbeleben zu müssen. Außerdem könnt ihr sprinten, selbst wenn ihr euch in geduckter Haltung befindet.

Moderne Kriegsführung

Die Handlung spielt im Jahr 2027, also in einer sehr nahen Zukunft. Die Geschichte einer Söldnertruppe, die sich im Clinch mit der NATO befindet, sorgt durchaus für ein mulmiges Bauchgefühl. Insgesamt bietet das Setting jedoch spannende Möglichkeiten. Vorbei sind die Zeiten seltsamer Luftkissenboote und futuristischer Gadgets aus dem Jahr 2042. Battlefield 6 kommt deutlich bodenständiger daher und wirkt eben deshalb erschreckend glaubhaft. Adrenalinspritzen, Medipacks und weitere Extras kommen auf realen Schlachtfeldern zum Einsatz und auch die Maps orientieren sich an echten Schauplätzen.

So schlug ich in meiner Preview-Session Häuserschlachten in New York, ballerte mich durch Kairo und kämpfte in Iberien. Grafisch fährt das Spiel im höchstem Gang und trotz der teils umfassenden Zerstörungseffekte erlebte ich zu keinem Zeitpunkt technische Probleme – nach dem Desaster von Battlefield 2042 eine wahre Wohltat.

Vier Spielmodi setzte mir EA vor, die einen guten Überblick verschafften. Bei Conquest gilt es in bester Battlefield-Manier, die Kontrolle über das Schlachtfeld zu erlangen und Gefechte an mehreren Fronten auszutragen. Der 128-Soldaten-Wahnsinn von Battlefield 2042 wurde glücklicherweise zu Grabe getragen; 64 Spielerinnen und Spieler reichen vollkommen aus. Entsprechend kürzere Laufwege gibt es, da die Maps etwas kleiner ausfallen.

Squad-Deathmatch und Herrschaft hingegen wollen nicht so recht zum altbewährten, eher taktischen Prinzip passen. Beide Varianten könnten direkt aus Call of Duty stammen und auch wenn EA selbstverständlich auf eine ähnliche Zielgruppe schielt, passen solche schnellen Modi für mich nicht zu einem ansonsten relativ klassischen Battlefield. Aber ich kann sie ja auch einfach ignorieren.

Das Highlight stellte für mich schließlich Breakthrough dar. Ein Team greift in mehreren Phasen an und muss Punkte erobern, das andere verteidigt diese. Nach einer definierten Anzahl getöteter Angreifer endet die Runde. Cleveres Flankieren und der effektive Einsatz von Fahrzeugen entscheiden maßgeblich über Sieg und Niederlage. Hier könnte Battlefield 6 einen wahren Hit-Modus in petto haben.

Fazit

Dennis Hilla - Portraitvon Dennis Hilla
EA erinnert sich endlich daran, was Battlefield ausmacht

Es ist schon verrückt, wie viele der Leaks zu Battlefield 6 sich bewahrheitet haben. Die Spezialisten gehören der Vergangenheit an, stattdessen bekommt ihr eure geliebten vier Klassen zurück und dürft frei die Waffen wählen. Auch der Release am 10. Oktober 2025 wurde bereits prophezeit und zeigt: EA bläst zum Großangriff auf Call of Duty: Black Ops 7, denn sicherlich wird Activision seinen Shooter nur wenige Wochen später veröffentlichen.

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Spannend bleibt, wie der vermeintliche Battle-Royale-Modus und die Singleplayer-Kampagne aussehen werden. Doch betrachte ich meine Multiplayer-Erfahrung, bin ich bester Dinge. Die vier beteiligten Studios haben sich auf die Stärken der Reihe besonnen und liefern feinstes Gunplay, großartiges Movement und abwechslungsreiche Maps in genau der richtigen Größe. Dazu kommt eine Vielzahl an Spielmodi. Albernheiten wie Wingsuits oder Tsunamis gehören zum Glück der Vergangenheit an.

Zählt ihr euch also zu den Fans der früheren Battlefield-Titel, ganz besonders der Teile 3 und 4, dürft ihr euch definitiv auf Battlefield 6 freuen. Hier erwartet euch feinste Bombast-Action gepaart mit jeder Menge taktischer Möglichkeiten – das bietet reichlich Potenzial für nächtelange Sessions mit eurem alten Squad. Kaum zu glauben, dass weniger Innovationen etwas Gutes bewirken können.

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