Länderauswahl:
Du wurdest von unserer Mobile-Seite hierher weitergeleitet.

Test - EA Sports F1 24 - Test : Ich habe Muskelkater wie Max Verstappen und find’s mega!

  • PC
  • PS5
  • PS4
  • XSX
  • One
Von  |  |  | Kommentieren

Jährliche Updates für ein Spiel, das sich im Kern kaum verändert, sind für die Vermarktung problematisch. Wie kann man für eine neue Version argumentieren? Nun, wie EA Sports FC (ehemals FIFA) über Jahrzehnte bewiesen hat, geben sich echte Sportfans mit aktualisierten Lizenzen für Sportler und kleinen Änderungen an der Spielmechanik zufrieden, und so könnte auch F1 2024 lediglich mit Detailverbesserungen aufwarten. Zum Glück hat Codemasters etwas mehr in petto.

Meine Güte, der Waschzettel von Codemasters ist dieses Jahr ewig lang. Was wurde nicht alles verbessert: Vier Streckenupdates, neue 3D-Modelle für die Fahrer, neue Zwischensequenzen, eine Karriere, die es endlich erlaubt, in die Haut eines F1-Helden zu schlüpfen ... Ja, das mag alles schön und gut sein, und ich werde noch näher darauf eingehen. Aber unterm Strich ist mir diese Liste fast egal, denn zwei verbesserte Features stechen derart heraus, dass der Rest dagegen verblasst. Ich meine die Steuerung und das Force-Feedback am Lenkrad.

Das gibt Muckis!

Es sind wohl viele kleine Faktoren, die zu diesem Endergebnis führen. Codemasters verriet schon im Vorfeld, dass Radaufhängung, Federung, Reifensimulation und Co. nicht einfach nach physikalischen Werten feinjustiert wurden, sondern dass die entsprechenden 3D-Modelle neu sind, so dass die neu verteilten Gewichte in der Simulation voll zum Tragen kommen. Letztlich ist es aber egal, welche Tricks die Techniker hinter dem Vorhang aus dem Hut zaubern. Am Ende zählt, was man am Lenkrad (oder alternativ am Gamecontroller) spürt.

Am Anfang habe ich es auf mein neues Lenkrad geschoben, also musste ich eine zweite Peripherie zum Vergleich heranziehen. Das Ergebnis ist eindeutig: Egal ob ich mit meinem Fanatec Clubsport DD Plus oder mit meinem Moza R5 fahre, der Unterschied zum Vorjahr ist nicht zu leugnen. Es passiert einfach mehr. Häufiger umgesetzte Bodenunebenheiten führen zu mehr nervösem Zucken unter der Federung, während eine neue Interpretation der Reifenhaftung aus Regenwetter einen vermeintlichen Ausflug auf eine Schmierseifenrutsche macht.

Noch nie bin ich beim Einlenken in die Haarnadelkurve des Grand Hotel in Monaco so ins Schwitzen gekommen (ganz zu schweigen von den schnellen Zickzackkurven in der Hafenschikane). Ja, das Handling ist schwieriger, weil man öfter korrigieren muss. Aber es macht auch viel mehr Spaß, weil es dynamischer ist. Zumal das verbesserte Force-Feedback mehr Informationen liefert.

Ich würde nicht von einer Revolution sprechen, das wäre zu viel des Guten. Das Fahrgefühl und das grundlegende Force-Feedback bauen auf dem auf, was die Vorgänger etabliert haben. Aber was das Gefühl für das Fahrzeug angeht, macht F1 2024 zweifellos einen Schritt nach vorne. Ich bin kein Formel-1-Fahrer und kann daher nicht beurteilen, wie realistisch die Simulation ist. Aber die Immersion packt mich auf jeden Fall, das steht fest. Und das auch noch Stunden später, wenn der Muskelkater mindestens so stark ist wie bei Max Verstappen und Lewis Hamilton in ihrer Kartkarriere.

VR ist King - aber nur auf dem PC

Im Gegensatz zu Spielen wie Assetto Corsa Competizione gibt sich F1 2024 auch auf der Konsole keine Blöße. Die PlayStation 5 und Xbox Series Versionen sowie die wohl letztmals unterstützten PS4 und Xbox One Versionen unterscheiden sich in ihren Steuerungsfeinheiten nicht von der PC-Version. Heftigeres Force-Feedback ist also auch hier möglich, sofern das Lenkrad genügend Drehmoment mitbringt (was ausschließlich bei Fanatec-Lenkrädern oder alternativ dem Logitech G-Pro der Fall sein dürfte). Testen konnte ich das mit unserer zusätzlichen PS5-Testversion.

Lediglich grafische Abstriche sind zu erkennen, die sich aber bis auf das voll unterstützte Raytracing auf dem PC kaum auf die Darstellung auswirken. 120Hz Modus mit reduzierter Auflösung? Ja, die „Performance“-Einstellung ist auch dieses Jahr wieder mit von der Partie. Zumindest auf den ersten Blick scheint er sogar konstant besser zu laufen und häufiger die angestrebten 120 FPS zu erreichen.

Schade nur, dass PSVR 2 wieder ohne Unterstützung bleibt. Playstation-Besitzer kleben an ihren Fernsehern. Auf dem PC sind VR-Headsets aus Rennspielen nicht mehr wegzudenken. Kleinere Kritikpunkte bleiben allerdings bestehen, denn nach wie vor kann man in VR nur aus der Cockpit-Perspektive fahren. Eine TV-Kamera für einen besseren Überblick über die Strecke oder ein Bumper-View für mehr Geschwindigkeitsrausch sind nach wie vor nicht verfügbar. Schade! F1 fährt sich in VR grundsätzlich so viel besser, da ist es wirklich schade, dass man in ein Sichtkorsett gezwängt wird.

Warum im VR-Modus immer noch die schwächste DLSS-Variante automatisch voreingestellt bleibt, obwohl sie offensichtlich verfälscht, weil extrem grobpixelig ist und den Hintergrund nur mit störend scharfen Kanten darstellt, ist mir derweil ein Rätsel. Mal im Ernst, wer fährt mit diesem Pixelbrei vor den Augen?

Vier Strecken-Updates und schönere Lichtverhältnisse

Wie dem auch sei. F1 2024 bleibt bei der altbekannten Engine, die sparsam genug ist, um VR genügsam und mit temporärer Kantenglättung oder noch höheren Einstellungen zu ermöglichen, sofern eine halbwegs aktuelle Grafikkarte ihren Dienst verrichtet. Daran ändern auch die neuen Streckendetails auf den vier Strecken in Spa, Silverstone, Lusail und Jeddah wenig. Deren aufgefrischte Streckenscans sind längst überfällige und willkommene Updates, die auch dem Gelegenheits-F1-Fan auffallen dürften. An der Performance nagen sie jedoch nur geringfügig.

Die leicht aufgefrischten und dichter wirkenden Schatten sowie die allgemein etwas kontrastreicheren Lichtverhältnisse auf allen 24 enthaltenen Strecken kommen mangels HDR in VR allerdings nicht so recht rüber. Sie fallen eher auf einem TV- oder PC-Monitor auf.

Endlich als Star-Pilot spielen

Genug der Theorie: Wie sieht es in der Praxis aus, wenn man nicht gerade an Online-Rennen teilnimmt? Hier wäre vor allem die Möglichkeit zu erwähnen, statt in die Rolle eines x-beliebigen unbekannten Fahrers in die Haut eines Formel-1-Stars zu schlüpfen. So dürft ihr auf Wunsch Lando Norris, Lewis Hamilton oder Max Verstappen höchstpersönlich über den Asphalt dirigieren und erhaltet dementsprechend auch speziell zugeschnittene Karriere-Zwischensequenzen, in denen die oben genannten, neu gestalteten Fahrermodelle ihr Konterfei zeigen. Dabei handelt es sich übrigens nicht nur um aktuelle Fahrer. Auch frühere Ikonen wie Jamie Chadwick haben sich dem Roster angeschlossen. Wer als Niki Laudas berühmter Rivale James Hunt an den Start gehen möchte, muss sich allerdings die deutlich teurere Champions Edition des Spiels zulegen, die nebenbei auch einen früheren Zugang zum Spiel ermöglicht.

Nur eines ist gewöhnungsbedürftig: Stars bleiben stumm, während andere reden. Zum Beispiel die Manager, die ihnen einen Vertrag überreichen. Mit einer Ausnahme: Ihr hört sie über den Boxenfunk jubeln und schimpfen. Dafür wurden authentische Funksprüche gesammelt, die ihr auch in der deutschen Version so hört. Sie wurden also nicht synchronisiert.

EA Sports F1 24 - Gameplay Deep Dive im mehrminütigem Video

EA gewährt in diesem mehrminütigem Video zu EA Sports F1 24 ausgiebige Einblicke in das Gameplay des neuen Rennspiels.

Damit ihr euch auch weiterhin anstrengt und euch nicht auf dem Ruhm eures Fahrers ausruht, spielt die Anerkennung während der Karriere eine besondere Rolle. Jeder Fahrer startet mit einem bestimmten Wert. Wenn ihr jedoch einen neuen virtuellen Rennfahrervertrag unterschreibt, müsst ihr abschätzen, wie sehr ihr das Ansehen eures Fahrers bis zum Ende der Saison steigern könnt. Entscheidungen auf und neben der Strecke beeinflussen diesen Wert.

Was den Rest der neuen Formel-1-Iteration betrifft, so handelt es sich eigentlich nur um die üblichen Detailverbesserungen. Der Rest bleibt auf demselben Niveau wie beim Vorgänger. Ihr könnt euch also weiterhin zu zweit in eine Karriere stürzen, allerdings nur online, damit ihr die geheimen Treffen und Vertragsabsprachen eures Partners nicht mitbekommt. Lokal stehen euch Splitscreen-Einzelsitzungen zur Verfügung, während ihr online das volle Programm des Race Net genießen könnt. Stürzt euch in die Fahrmodi von F1 World und sammelt Goodies oder absolviert einfach Zeitrennen. Klingt blöd, ist aber so: Fahrt so, wie es euch Spaß macht - wie jedes Jahr.

Kommentarezum Artikel