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Preview - EA Sports FC 26 : Angespielt: Jetzt endlich Fußball für jeden Geschmack

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Veränderungen am Spielablauf von EA Sports FC sind immer eine schwierige Angelegenheit. Während sich die einen mehr Realismus wünschen, geht den anderen Tempo und Griffigkeit über alles. EA Sports FC 25 probierte sich darum an einer Aufteilung: Offline durfte der Gameplay-Typ Simulation ausgewählt werden, der unter anderem eine verringerte Spielgeschwindigkeit sowie verschiedene Wetterbedingungen bot, die das Verhalten des Balls beeinflussten. Online ging es dagegen gewohnt rasant und dynamisch zur Sache. Offenbar war diese Splittung erfolgreich, denn EA Sports FC 26 verfolgt den eingeschlagenen Kurs konsequent weiter.

Die beiden neuen Gameplay-Einstellungen Authentic und Competitive unterscheiden sich nicht nur hinsichtlich des Tempos, sondern in ihrer gesamten Spielphilosophie voneinander. Der Authentic-Mode ist auf Offline-Modi wie Freundschaftsspiele und Karriere ausgelegt und vermittelt ein langsames, realistisch angehauchtes Spielgefühl. Hier stehen nicht Sprints und Skill-Moves im Rampenlicht, sondern Taktik, Technik und Physis.

Realistisch ...

Kräftige Spieler wie Romelu Lukaku oder Virgil van Dijk profitieren enorm von der erhöhten Körperlichkeit. Das Abschirmen funktioniert nun zuverlässig und kann darum fest in den Spielablauf eingebaut werden: Hinten entscheidet ein breites Kreuz den Zweikampf zu euren Gunsten, vorne macht ihr den Ball mit ausgestrecktem Allerwertesten fest. Im Zusammenspiel mit einigen frischen Animationen wirken Zweikämpfe allgemein glaubwürdiger und intensiver. Der Nachteil: Manch träge Bewegung und ein eher langsames Umschalten zwischen dem eigenen Personal bremsen gelegentlich den Spielfluss aus.

Jedoch lässt sich das Tempo rasch wieder anziehen. Pässe, vor allem über kurze Distanzen, spielt ihr wesentlich schneller und geschmeidiger als im Vorjahr. Das vielzitierte Tiki-Taka profitiert enorm davon, dass technisch versierte Kicker den Ball mit lediglich einer eleganten Berührung weiterleiten. Klingt nach einer Kleinigkeit, macht jedoch einen großen Unterschied, sowohl in der Offensive als auch Defensive. Deutlich flotter gehen auch Torschüsse vom Fuß: Unmittelbar nach dem Tastendruck wird die Kugel auf den Kasten gefeuert. In Kombination mit den überarbeiteten Pässen kreiert ihr mehr und aussichtsreichere Chancen, weil mit behäbigen Annahmen oder ausladenden Drehungen keine Zeit mehr vergeudet wird.

Bei all dem agieren eure Mitspieler aufmerksam, bieten sich an, starten häufig Läufe und verteidigen griffig. Die generelle Hilfe seitens der KI ist eindeutig, aber genau so gewollt. Laut EA soll das einen Spielablauf ermöglichen, der möglichst nah an den realen Fußball heran rückt. Passen euch die Voreinstellungen nicht, dürft ihr das Erlebnis dank zahlreicher Parameter für Geschwindigkeit, Wettereinflüsse oder KI-Verhalten nach euren Wünschen anpassen.

… oder rasant?

Im Competitive-Mode, der in Ultimate Team oder Clubs aktiv ist, geht es dagegen sehr flott zur Sache. Bereits das allgemeine Lauftempo ist höher – rasend schnelle Spieler wie Mbappé oder Dembélé explodieren richtiggehend beim Antritt. Dribblings fühlen sich agiler und präziser an, Pässe und Schüsse spielt ihr noch schneller. Kurzum: Sämtliche Eingaben werden verzögerungsfrei umgesetzt. Dennoch bleiben die Animationen überwiegend erkennbar und nachvollziehbar. Zudem wurde die KI-Verteidigung deutlich reduziert, sodass ihr selbst aktiv sein müsst. Im Grunde erwartet euch also das, was ihr aus den Vorjahren kennt – allerdings mit mehr Feinschliff und (laut EA-Angaben) stark verringertem Input-Lag.

Alles am Competitive-Mode ist konsequent auf den Wettkampf zugeschnitten und soll für möglichst reibungslose Online-Matches sorgen. Dementsprechend steht euch in Ultimate Team und Co. auch nur diese Variante zur Verfügung. Zockt ihr dagegen offline, dürft ihr jederzeit zwischen Authentic und Competitive wechseln, sogar während einer laufenden Partie.

Eine merkwürdige Neuerung betrifft beide Varianten: AI-Mitspieler erschöpfen im Spielverlauf wie gehabt, allerdings ist der von euch kontrollierte Profi stets topfit. Damit möchte EA verhindern, dass ihr frustriert seid, weil ein Dribbling oder Sprint gegen Spielende nicht mehr möglich ist. Das ist nachvollziehbar, aber vor allem im authentischen Modus völlig unpassend.

Kontern mit dem Keeper

Natürlich führt EA Sports FC 26 auch neue Gameplay-Systeme ein und überarbeitet bestehende Mechaniken. Frische Playstyles wie Enforcer (für physisch dominante Leute), Aerial Fortress (für defensive Kopfballspezialisten; ersetzt Aerial) oder Precision Header (für Angreifer; ersetzt Power Header) sorgen für mehr Tiefe und Individualität. Sämtliche Spielerrollen sollen dank zusätzlicher Schwerpunkte flexibler ausfallen. Außerdem kommen vier neue Rollen hinzu: Wide Back (breit stehender Innenverteidiger), Inverted Wingback (zieht ins Zentrum), Box Crasher (läuft regelmäßig vom Mittelfeld in den Strafraum) und Ball-Playing Keeper (ein Torwart mit Qualitäten im Spielaufbau).

Apropos Torhüter: Nach einer umfangreichen Überarbeitung lenken sie Schüsse nun wesentlich häufiger zur Seite ab, verteidigen die kurze Ecke effektiver und zeigen ein besseres Positionsspiel, gerade in Eins-gegen-eins-Situationen. Auch Konter nach Torwart-Abwürfen gelingen häufiger, da die Keeper nach einer Parade schneller wieder auf den Beinen sind. Weil manche Animationsabläufe dieses Umschalten aber noch immer ausbremsen, bleibt Raum für Verbesserungen.

Weiter verfeinerte man die Führung von Zweikämpfen. Nach erfolgreichen Blocks und Tacklings springt der Ball seltener zurück zum Gegner. Das Stellungsspiel wurde optimiert, sodass unsauber gespielte Pässe häufiger abgefangen werden. In der Offensive lässt sich der flache Vollspannschuss heuer auch für Volleys und Kopfbälle verwenden. Ausgelöst wird er durch einen Doppeldruck auf die Schusstaste. Dafür musste das Timed Finishing weichen – kein großer Verlust, da es laut EA generell selten genutzt wurde. Der beliebte Außenristschuss (im Spiel Trivela genannt) bleibt künftig Profis mit dem neuen Playstyle Gamechanger vorbehalten.

Eine Rolle rückwärts vollführt EA Sports in Bezug auf die Sprintvarianten. Nach der verwirrenden Aufteilung im Vorjahr kehrt man zum dreistufigen Modell aus FC 24 zurück: kontrollierter, explosiver und anhaltender Sprint. Damit ist das System wieder klar und nachvollziehbar gestaltet. Wie gehabt ist die Zugehörigkeit an Werte gekoppelt: So kann ein Spieler nur explosiv beschleunigen, wenn er beispielsweise höchstens 182 Zentimeter groß ist und seine Agilität bei mindestens 65 Punkten liegt.

Weniger Glanz, mehr Google

Am grundsätzlichen Grafikstil und den Kameraperspektiven wurde selbstverständlich nicht gerüttelt. Allerdings erscheinen sämtliche Farben entsättigt, was besonders bei Sonnenlicht und Regen zu einem realistischeren Bildeindruck führt. Regen ist nicht nur auf dem Platz, sondern auch im Bereich der Tribünen deutlicher sichtbar – dabei bilden sich sogar Pfützen oder Schlieren.

Spektakulär ist das neue Google-Earth-Intro für sämtliche Teams der Premier League: Aus dem Weltall zoomt die Kamera übergangslos auf Land, Stadt und schließlich Stadion. Dank neuer Streaming-Technik lockern dynamische Szenen die Partien auf: Nach einem Platzverweis beobachtet ihr frustrierte Profis beim Gang in Richtung Kabine; nach einem Treffer werden jubelnde Fans in einem Pub gezeigt – solche Details sorgen für ein Plus an Atmosphäre. Bundesliga-Anhänger freuen sich über die Rückkehr des FC Bayern München, der als offizieller Partner von EA Sports mit sämtlichen Spielern, Gesichtern, Trikots, der Allianz Arena und Maskottchen Berni vertreten ist.

Viel getan hat sich im Bereich Zugänglichkeit. Im High-Contrast Mode werden die Spieler beider Teams, der Platz und weitere zentrale Elemente mit kräftigen Farben voneinander abgehoben. Schatten, die von den Stadien geworfen werden, lassen sich ausschalten. Auf spielerischer Seite können einige grundsätzliche Skill Moves mit nur einer Bewegung des rechten Sticks aktiviert werden. Zahlreiche weitere Einstellungsmöglichkeiten sollen garantierten, dass wirklich alle ihren Spaß mit EA Sports FC 26 haben können.

>> Hier geht es zu den umfangreichen Gameplay Pitch Notes von EA Sports FC 26 <<

Fazit

Sascha Göddenhoff - Portraitvon Sascha Göddenhoff
Die beiden unterschiedlichen Gameplay-Modi sind ein Gewinn

EA ist nie verlegen um große Ankündigungen und markige Sprüche. Auch beim Besuch in Vancouver wurde nicht gerade tief gestapelt, als es um die Verbesserungen in EA Sports FC 26 ging. Glücklicherweise kann ich einiges davon nach dem Anspiel bestätigen. Der Authentic-Mode ist eine konsequente Weiterentwicklung der Simulations-Einstellung aus dem Vorjahr – noch ruhiger im Ablauf, noch besser abgestimmt in Sachen Passschärfe und Tacklings, noch feiner in zahlreichen Bewegungsabläufen. Für Karriere-Leute, die es möglichst authentisch haben wollen, führt kein Weg daran vorbei.

>> Die 10 besten Spiele 2025 bis jetzt <<

Dagegen zieht der Competitive-Mode das Tempo in allen Bereichen des Spiels an, ohne jedoch zu überdrehen – zumindest in Offline-Partien. Sämtliche Aspekte wirken genauer abgestimmt, sei es die manuelle Defensive oder das Tiki-Taka, welches dank der zackigen One-Touch-Pässe hervorragend funktioniert. Nach einem halben Dutzend Partien im Freundschaftsspiel-Modus liegt diese Gameplay-Variante bei mir zwei bis drei Stollenlängen vorn, weil sie mehr Dynamik und Intensität bietet.

Darüber hinaus hat EA viele kleinere und größere Veränderungen und Anpassungen vorgenommen, die jedoch fast alle in die richtige Richtung gehen. Die Rückkehr zum verständlichen Sprint-System aus FC 24, stärkere Keeper oder auch weniger Abpraller in der Verteidigung machten sich bereits beim Anspiel positiv bemerkbar. Skeptisch stehe ich bisher nur der Neuerung gegenüber, dass der von mir kontrollierte Spieler immer topfit ist – damit wird das generelle Konzept der Ausdauer unterwandert. Tja, allzu realistisch soll es am Ende wohl doch nicht sein ...

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