News - Electronic Arts : EU-Kommission genehmigt 55-Milliarden-Dollar-Übernahme
Die Europäische Kommission hat die geplante Übernahme des US-amerikanischen Spielepublishers Electronic Arts (EA) offiziell und ohne Bedingungen genehmigt. Der Mega-Deal, der sich auf ein Gesamtvolumen von rund 55 Milliarden US-Dollar beläuft, wird von einem Investorenkonsortium unter der Federführung des saudi-arabischen Staatsfonds Public Investment Fund (PIF) zusammen mit den Private-Equity-Gesellschaften Silver Lake und Affinity Partners gestemmt.
Nach Prüfung im Rahmen des regulären Fusionskontrollverfahrens kam die EU-Behörde zu dem Schluss, dass die Transaktion keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken aufwirft, da die Auswirkungen auf den europäischen Binnenmarkt überschaubar bleiben und die Konkurrenz im Bereich der Spieleentwicklung hoch genug ist.
Mit dem Vorliegen der EU-Genehmigung nimmt die historisch größte fremdfinanzierte Übernahme (Leveraged Buyout) der Videospielbranche ihre finale Hürde auf dem europäischen Kontinent. Das Konsortium sichert sich damit die Kontrolle über rund 93,4 Prozent der Anteile an EA. Die Aktionäre des Publishers hatten dem Verkaufspreis von 210 US-Dollar pro Aktie zuvor bereits mehrheitlich zugestimmt.
Nach dem endgültigen Vollzug der Transaktion wird Electronic Arts von der Tech-Börse Nasdaq genommen und in ein privates Unternehmen umgewandelt. Der Hauptsitz verbleibt im kalifornischen Redwood City, während CEO Andrew Wilson das Unternehmen weiterhin leiten wird.
Obwohl Gewerkschaften wie die Communications Workers of America sowie US-amerikanische Branchenvertreter deutliche Vorbehalte geäußert und Wettbewerbsbehörden wie die Federal Trade Commission (FTC) zu einer genauen Prüfung aufgefordert hatten, sieht die Europäische Kommission keine Gefahr für die Wahlfreiheit der Verbraucher. Durch die Übernahme verbleiben Vertriebskanäle und Zugänge für Drittentwickler auf Plattformen wie der PlayStation 5 und der Xbox Series X ungehindert bestehen.
Für den saudi-arabischen PIF ist der Erwerb von EA ein zentraler Baustein in der langfristigen Strategie, das Land abseits des Ölgeschäfts zu einem globalen Knotenpunkt für Unterhaltungsmedien, E-Sport und Gaming auszubauen. Durch den Rückzug von der Börse entfällt für EA künftig der Druck durch die quartalsweise Berichterstattung an der Wall Street, was dem Management auf dem Papier zwar mehr finanzielle Handlungsspielräume verschafft, in Teilen der Gaming-Community und Belegschaft jedoch weiterhin kritisch gesehen wird.

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