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Preview - Exodus : Die Traum-Space-Opera ehemaliger Mass-Effect-Entwickler

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Was passiert, wenn ehemalige Bioware-Veteranen (darunter Narrative Director und Co-Founder) ihre Liebe zu epischen Sci-Fi-Geschichten mit der Wucht moderner AAA-Produktion verbinden? Die Antwort heißt Exodus und könnte genau das Spiel werden, das Fans von Mass Effect seit Jahren vermissen, nur noch düsterer, kompromissloser und mit einem ganz eigenen Twist.

Mit Exodus werkelt Archetype Entertainment an einem storygetriebenen Third-Person-Action-Adventure-Sci-Fi-Rollenspiel, das große Fragen nach dem Wert von Zeit, Loyalität und Opferbereitschaft stellt. Zwar geizen die Entwickler bislang noch mit handfesten Details, doch schon jetzt zeichnet sich ab: Exodus will kein weiteres Science-Fiction-Abenteuer von der Stange sein, sondern ein emotionales Schwergewicht, das Entscheidungen nicht nur formelhaft abfragt, sondern ihre Konsequenzen gnadenlos ausspielt.

Ein GENerischer Sci-Fi-Held?

Eigentlich ist Jun nichts weiter als ein Scavenger, der im All treibende Schiffswracks ausschlachtet, um irgendwie über die Runden zu kommen. Doch wie es sich für ordentliche Space Operas gehört, grätscht das Schicksal dazwischen. Aufgrund seiner Abstammung hat er die einzigartige Gabe, die Technologie der Celestials zu bedienen, einer hoch entwickelten Evolutionsstufe der Menschheit, die Jun und seinem Volk ungefähr 40.000 Jahre an technologischer Entwicklung voraus ist.

Wenn ihr euch jetzt fragt, wie Jun der NACHfahre von Menschen sein kann, die ihm in ihrer Evolution 40.000 Jahre VORAUS sind, dann seid ihr bereits im optimalen Mindset für Exodus. Spielereien mit Zeit sind hier kein nettes Beiwerk, sondern eines der zentralen Gameplay- und Story-Elemente.


Durch seine Celestial-Gene ist Jun prädestiniert, für sein Volk durch das All zu reisen, und es (hoffentlich) vor der vollständigen Auslöschung zu bewahren. Denn seine Heimatwelt Lidon wird langsam von einem uralten Techno-Virus zerfressen. Um den Untergang abzuwenden, bleibt Jun nichts anderes übrig, als andere Planeten anzusteuern und dort die Technologie der Celestials zu bergen. Koste es, was und wen es wolle!

Prachtvolles Paradebeispiel eines paradiesischen Paradoxons

Der eigentliche Clou liegt in diesen Reisen selbst. Um ferne Welten zu erreichen, rast Jun mit annähernder Lichtgeschwindigkeit durchs All. Physikaffine Leser dürften es bereits ahnen: Exodus bedient sich schamlos bei Einsteins Zwillingsparadoxon. Kurzfassung für alle anderen: Wer sich nahe Lichtgeschwindigkeit bewegt, erlebt Zeit langsamer als jemand, der brav zu Hause bleibt.

Für Jun heißt das, während er auf fremden Planeten unterwegs ist, läuft die Zeit auf Lidon gnadenlos weiter. Verkuppelt ihr dort zwei Bewohner und startet anschließend einen kleinen Ausflug ins All, könnt ihr bei eurer Rückkehr gemütlich mit deren Urenkeln Tee trinken und Anekdoten über ihre Vorfahren zum Besten geben. Ihr greift also aktiv in die gesellschaftliche, politische und technologische Entwicklung eurer Heimatwelt ein.

An Entscheidungen mit langfristigen, oft moralisch hochbrisanten Konsequenzen mangelt es dabei nicht. Die Entwickler sprechen sogar davon, den Spieler zum Co-Autor der Geschichte zu machen. Tatsächlich beeinflusst ihr das Schicksal Lidons über Hunderte, wenn nicht Tausende von Jahren hinweg.

Captain Jun und seine tollkühne Crew

Wenn Bioware-Veteranen eine dramatische Space Opera zusammenschrauben, liegt der Vergleich mit Mass Effect natürlich auf der Hand. Und auch wenn die Zeitmechaniken Exodus ein eigenes Profil verleihen, schimmert ohne sie durchaus der alte Commander-Shepard-Charme durch. Denn natürlich seid ihr nicht allein unterwegs.


Im Laufe des Spiels sammelt ihr eine bunte Crew aus Begleitern, nehmt sie mit auf Missionen und lernt sie näher kennen. (Auf Wunsch auch SEHR viel näher!) Noch sind längst nicht alle Charaktere enthüllt, doch ein Teammitglied hat sich bereits jetzt einen festen Platz in meinem Herzen gesichert: Salt, ein hochintelligenter Oktopus, der einen gigantischen Mech-Anzug steuert. Der Slot ist in meinem Team definitiv hiermit vergeben.

Zusätzlich hat sich Archetype Entertainment prominente Unterstützung gesichert. Matthew McConaughey (Interstellar, True Detective) leiht dem mysteriösen Mentor C.C. Orlev seine Stimme. Zwar begleitet er Jun nicht aktiv auf Missionen, soll aber eine zentrale Rolle in der Geschichte spielen, die sogar noch ausgebaut wurde, nachdem McConaughey zugesagt hatte.

Exodus bringt also schon jetzt reichlich erzählerisches Gewicht und spannende Ideen mit. Ein vollständiges Bild werden wir uns allerdings erst machen können, wenn das Spiel 2027 erscheint. Bis dahin bleibt genug Zeit, über Paradoxien zu grübeln und sich mental auf ein paar unangenehme Entscheidungen vorzubereiten.

Fazit

Sebastian Ruppert - Portraitvon Sebastian Ruppert
Die Erwartungen sind hoch, doch nur die Zeit(-Dilatation) wird es zeigen

Exodus positioniert sich schon jetzt als ambitionierte Sci-Fi-Space-Opera mit klarer erzählerischer Agenda. Archetype Entertainment setzt nicht auf Nostalgie allein, sondern kombiniert vertraute Mass-Effect-DNA mit einem ungewöhnlichen Zeitkonzept, das Entscheidungen über Generationen hinweg spürbar machen will. Die Idee, spielmechanisch und narrativ gleichzeitig an der Zeitachse zu drehen, wirkt nicht nur frisch, sondern birgt das Potenzial für echte emotionale Wucht.

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Gleichzeitig bleibt Exodus ein Spiel der großen Fragezeichen. Wie tief das Kampfsystem geht, wie stark sich Entscheidungen tatsächlich auswirken und ob die vielen ambitionierten Ansätze auch spielerisch tragen, wird sich erst zeigen müssen. Bis 2027 müssen wir also Geduld haben, aber zum Glück wissen belesene Hobby-Physiker, dass sich die Zeit immerhin nur in eine Richtung bewegt: vorwärts!

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