Test - Fractal Scape : Test: Gelungener Einstieg in den Headset-Markt
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Wenn Fractal Design ein neues PC-Gehäuse ankündigt, horcht die Community auf – wenn auch meist mit einem dezenten "Aha, wieder ein schöner Kasten aus Skandinavien". Dass die Schweden nun aber den Sprung in den heiß umkämpften Gaming-Headset-Markt wagen, wirkt mutig. Schon zur Computex Mitte 2024 angekündigt, ist das Wireless-Headset Fractal Scape nun endlich auch ab dem 18. Juni in Europa erhältlich. Stolzer Preis: 199,99 Euro. Doch lohnt sich der Sprung von Gehäusen zu Gehörgängen?
Optisch bleibt sich Fractal treu: Kein Bling-Bling sondern klare Linien, ruhige Formen, wahlweise in Schwarz oder Weiß (oder besser Hellgrau). Ein schmaler RGB-Ring unter dem Ohrpolster setzt einen dezenten Akzent, der angenehm zurückhaltend bleibt. Wer auf „schreiendes Gaming-Design“ steht, ist hier falsch – wer Wert auf Eleganz legt, dagegen goldrichtig.
Mit 338 Gramm ist das kabellose Headset nicht federleicht, aber völlig im Rahmen. Der Tragekomfort? Überzeugend. Memory-Foam-Polster mit Textilbezug, drehbare Ohrmuscheln, moderater Anpressdruck – das Scape sitzt gut, drückt nicht und fühlt sich wertig an. Auch längere Sessions meistert es ohne Hitzestau oder Ohrenleiden.
Auch bei den Bedienelementen bleibt Fractal nüchtern-praktisch. Links sitzt das Wesentliche: abnehmbares Mikrofon mit Flip-to-Mute-Funktion, Stummschalter, Moduswahl zwischen Bluetooth und 2,4-GHz-Wireless, dazu ein Multifunktions-Drehregler für Lautstärke und Mediensteuerung. Rechts geht’s mit EQ-Voreinstellungen, RGB-Kontrolle und USB-C-Port weiter.
Damit ist eigentlich auch schon alles in Sachen Konnektivität gesagt. Ihr könnt das Headset im Wireless-Betrieb nutzen, aber auch BlueTooth ist vorhanden und im Notfall könnt ihr auch auf verkabelten USB-Betrieb zurückgreifen. Damit ist das Headset primär für PC gedacht, kann aber auch an PlayStation, Switch oder mobilen Geräten verwendet werden. Nativer Xbox-Betrieb ist (wieder einmal) nicht möglich.
Das Wireless-Dongle lässt sich clever in der mitgelieferten Ladestation verstauen – und genau die verdient ein Extra-Lob: Induktives Laden ist noch immer eine Rarität bei Gaming-Headsets, hier funktioniert’s reibungslos. Wer’s eilig hat, lädt binnen 15 Minuten genug Saft für vier Stunden. Komplett voll? Dann hält das Scape bis zu 40 Stunden durch – ohne RGB, versteht sich, mit sind es noch an die 24 Stunden.
Im Inneren werkeln speziell abgestimmte 40-mm-Treiber, die einen angenehm ausgewogenen Sound liefern. Die Gaming-typische Bassbetonung ist da, aber nicht überzogen – Explosionen klingen wuchtig, ohne alles andere niederzuwalzen. Mitten und Höhen kommen klar und differenziert durch, was besonders bei Sprachchats und musikalischen Zwischentönen punktet. Das Stereobild ist sauber, Richtungswahrnehmung funktioniert gut – auch ohne virtuelle 7.1-Spielerei.
Das abnehmbare Mikrofon liefert eine saubere Sprachübertragung, die in unserem Test sowohl via USB-Dongle als auch über Bluetooth überzeugte. Wer’s ganz dezent mag: Es gibt zusätzlich ein integriertes Mikro, das zwar nicht studioreif, aber für kurze Voicechats brauchbar ist.
Einziger echter Wermutstropfen: Die zugehörige Software namens Adjust Pro war zum Testzeitpunkt noch nicht verfügbar. Immerhin: Sie soll rein webbasiert sein, was zusätzliche Installationen spart. Sobald sie live geht, reichen wir ein Update nach – die Headset-Basics funktionieren aber auch ohne schon einwandfrei.
Greift zu, wenn...… ihr ein hochwertig verarbeitetes, angenehm zu tragendes Wireless-Headset mit solidem Klang suchst, das optisch nicht nach „RGB-Overkill“ schreit und mit praktischen Features wie induktivem Laden punktet.
Spart es euch, wenn...…ihr audiophile Präzision oder technologische Spielereien erwartet – oder wenn ihr für 200 Euro lieber auf etablierte Headset-Größen setzt.


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