Test - GameSir G7 Pro : Test: Der neue Stern am Controller-Himmel?
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Seit die Halleffekt-Technik immer beliebter wird, trumpfen chinesische Hersteller wie GameSir und 8bitDo gewaltig auf, während die "Großen" sich noch etwas schwer tun. Als die Ankündigung des GameSir Gr7 Pro eintrudelte, waren wir überwältigt von der Liste der modernen Features des neuen Gamepads. Noch mehr aber vom Preis: Nur 99 Euro kostet der Premium-Controller auf der Herstellerseite, einige Händler bieten ihn sogar für weniger als 90 Euro an. Das mussten wir uns einfach genauer anschauen. Zu schön, um wahr zu sein?
Bevor wir in die Details gehen, müssen wir gleich das eine Manko des GameSir G7 Pro erwähnen: Er verfügt zwar über Wireless-Betrieb im 2.4-Ghz-Modus am PC via Dongle sowie BlueTooth an Android-Geräten. iOS-Geräte werden offiziell nicht unterstützt – da hat GameSir wohl an der Lizenzierung gespart. An Xbox-Konsolen ist trotz offizieller Lizenzierung leider nur reiner USB-Kabelbetrieb angesagt. Das aber immerhin mit einem drei Meter langen Kabel. Wohl mit ein Grund, dass GameSir unterhalb der 100-Euro-Marke bleiben konnte. Somit empfiehlt sich das Gamepad vor allem für den PC oder wenn euch Kabelbetrieb an der Microsoft-Konsole nicht stört.
Aus der Verpackung gezerrt, die erfreulicherweise mit wenig Plastik daherkommt, zeigt sich ein solider Lieferumfang. Neben dem Controller gehört eine Docking Station dazu, über die ihr den Controller über Metallkontakte und eine maßgenaue Aufnahme laden könnt. Zudem befindet sich in der Station eine Aufnahme für den USB-Dongle, sodass das Gesamtpaket nur einen USB-Slot an eurem Rechner in Anspruch nimmt. Ebenfalls dabei sind zwei alternativ gestaltete D-Pads, die einfach austauschbar sind. Ach ja, und das Drei-Meter-USB-Kabel, mit dem ihr wahlweise die Station oder den Controller direkt anschließen könnt.
Der Controller selbst kann sich sehen lassen. Unser Testexemplar ist weiß, alternativ wird noch eine Shadow-Ember-Variante angeboten, die aber vorerst nur über den GameSir-Store erhältlich sein soll. Das Design entspricht im Wesentlichem dem normalen Xbox-Controller. Die Verarbeitung wirkt sauber, keine unegalen Spaltmaße, nichts klappert oder wackelt. Die Griffe sind gummiert und texturiert, sodass der Controller sicher in der Hand liegt.
Neben den Xbox-typischen Bedienelementen hat GameSir noch einiges dazugelegt. Mit einer M-Taste zwischen rechtem Stick und D-Pad könnt ihr per Tastenkombination einige Einstellungen vornehmen und euer Profil wählen. Audioanschluss und Mute-Taste fürs Mikrofon sind ebenfalls vorhanden. Als Zusatztasten dienen zwei kleinere Bumper sowie zwei gut platzierte Tasten an der Unterseite. Kleines, aber feines Extra: die beiden Tasten an der Unterseite können mit Schaltern deaktiviert werden. Sieht man auch nicht so oft. Des weiteren gibt es Umschalter für die Trigger, sodass ihr selbige normal oder als Klick-Trigger nutzen könnt.
Zum Gehäuse ist noch zu sagen, dass die Faceplate dreigeteilt und abnehmbar ist mittels Magnetbefestigung. Eigene Anpassungen sind also durchaus machbar. Das Gehäuse unter den Faceplates ist übrigens transparent – ein nettes Gimmick, das euch Einblick ins saubere Innenleben des Controllers erlaubt.
Spannender ist aber, was sich unter der Haube befindet und da hat GameSir an nichts gespart. Los geht es mit den Sticks. GameSir setzt auf TMR-Sticks. Tunneling Magnetoresistance-Sticks sind eine moderne Art von Analogsticks, die sogar mehr Präzision liefern als Hall-Effekt-Sticks. Im Gegensatz zu herkömmlichen Potentiometer-Sticks messen sie die Stickposition nicht über mechanischen Widerstand, sondern über magnetische Felder. TMR-Sticks sind extrem präzise, verschleißfrei (kein physischer Kontakt, der sich abnutzt), langlebig und resistent gegen Drift – ein häufiges Problem bei klassischen Sticks.
Bei den Trigger habt ihr die Wahl zwischen Hall-Effekt und Mikroschaltern, die einfach umschaltbar sind. Unter den Aktionstasten lauern überaus präzise und leichtgängige optische Mikroschalter, das D-Pad ist mit mechanischen Mikroschaltern versehen. Hinzu kommen jeweils zwei Vibrationsmotoren in Griff und Trigger, sowie ein frei belegbarer Gyro für die Nutzung am PC. Damit kann man die Ausstattung des Gamepads eigentlich nur als High-End bezeichnen. Einzig austauschbare Sticks oder Stick-Kappen fehlen, aber das wäre bei dem Preis schon absurd. Das Konzept des Controllers ist offensichtlich darauf ausgelegt, so viel wie möglich zu bieten, ohne aber die 100-Euro-Grenze zu überschreiten.
Die Konfiguration des Controllers kann nicht nur über Tastenkombinationen vorgenommen werden, es gibt auch eine gut durchdachte, einfach zu bedienende App namens GameSir Nexus 2.0, die für Windows, iOS und Android zur Verfügung steht. Darin könnt ihr nicht nur bis zu vier Profile anlegen, die per Tastenkombination abgerufen werden können. Ihr könnt auch Vibration, Totzonen, Trigger-Modi und Tastenbelegungen mit wenig Aufwand ziemlich detailliert einstellen.
Im praktischen Einsatz ist der GameSir G7 Pro ein Gedicht, erst recht im Hinblick auf den überaus moderaten Preis. Nach drei Wochen Testzeit konnten wir keinerlei Komplikationen feststellen. Die Akkulaufzeit ist dank einer Kapazität von 1.200 mAh mehr als solide. Dder Controller agiert enorm präzise und leichtgängig, die Abfragerate könnt ihr übrigens in Stufen bis zu 1.000 MHz einstellen. Mein Highlight sind neben den Aktionstasten und Triggern vor allem die Sticks, die hinreichend Widerstand bieten und dadurch enorm präzise bedient werden können. Da wirkt nichts wabbelig oder schwammig.
Insgesamt gehört der GameSir G7 Pro zum besten, was wir seit langer Zeit in den Fingern hatten und ist für uns eine klare Empfehlung für PC-Gamer, aber auch für Xbox-Spieler, die sich nicht am dortigen Kabelbetrieb stören und auch via BlueTooth am Smartphone oder Tablet macht der Controller eine gute Figur.
Greift zu, wenn...… ihr einen preiswerten Wireless-Controller (Achtung: 2.4 GHz Wireless nur am PC oder Android via BlueTooth) sucht, der quasi alle modernen Features auf hohem Niveau in sich vereint und keine halbe Niere kostet.
Spart es euch, wenn...… ihr kabellosen Betrieb auch an Xbox-Konsolen haben wollt oder ihr ein Gamepad für die PlayStation oder iOS sucht.



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