Preview - Grounded 2 : Ich habe Teil 1 nie gespielt und bin nun süchtig
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Grounded 2 wurde überraschend auf dem diesjährigen Xbox Showcase angekündigt und startet ab heute (29. Juli) als Game Preview, beziehungsweise Early Access, auf Xbox Series X/S und PC, inklusive Steam, Game Pass und Xbox Play Anywhere. Und obwohl der 2022 offiziell veröffentlichte Vorgänger noch jung ist, weiterhin extrem erfolgreich läuft und erst vor wenigen Monaten auf der PlayStation 5 erschienen ist, macht Obsidian (diesmal unterstützt von Eidos Montréal) nicht einfach dort weiter, wo man aufgehört hat. Stattdessen ist Grounded 2 ein echter Schritt nach vorn – in Technik, Spielstruktur und Atmosphäre.
Dass Obsidian sein neues Grounded dem Publikum schmackhaft machen will, zeigt sich schnell. Obwohl Grounded 2 sogar via Game Pass zu haben ist, haben wir schon vor dem heutigen Early-Access-Start bereits Zugang zu dem Spiel erhalten und konnten vorab schon ein wenig hineinschnuppern. Der Kern des Spiels bleibt erhalten: Vier Teenager, geschrumpft auf Insektengröße, kämpfen ums Überleben in einer Welt, die ihnen plötzlich lebensbedrohlich groß erscheint.
Statt in einen halbwegs überschaubaren Garten wie im ersten Teil verschlägt es sie nun in den weitläufigen Brookhollow Park. Schon das erste Early-Access-Gebiet ist so groß wie die gesamte Karte des Vorgängers, mit der Zeit soll die Welt auf das Drei- bis Vierfache anwachsen. Die neuen Schauplätze sind so liebevoll gestaltet wie absurd: Ein vereister Bereich unter einem alten Eiswagen, ein Müllplatz mit toxischen Schaben, ein verwilderter Picknickplatz mit verstreuten Relikten der 90er. Der Maßstab mag klein sein – die Welt wirkt dennoch riesig.
Spielerisch setzt Grounded 2 auf bekannte Survival-Kost: Ressourcen sammeln, Werkzeuge und Waffen herstellen, Rüstungen aus Käferpanzern bauen, kleine Festungen errichten und die Umgebung Stück für Stück bezwingen. Das funktioniert kooperativ mit bis zu vier Personen – optional auch im Story-Modus, der auf Einzelspieler ausgelegt ist, drei Schwierigkeitsgrage inklusive, ebenso wie ein Kreativmodus, in dem ihr euch voll und ganz dem Bauen widmen könnt.
Die Geschichte schließt direkt an den ersten Teil an: Zwei Jahre sind vergangen, das Jahr ist 1992. Bei einer Zeremonie im Brookhollow Park, bei der die Jugendlichen der Omniment Corporation auf die Schliche kommen wollten, geschieht eine Explosion – die Teens schrumpfen erneut, Dr. Tully und BURG.L sind verschwunden. Auf sich allein gestellt, müssen die Jugendlichen überleben, Hinweise finden und herausfinden, welche Bedrohung diesmal im Park lauert.
Eine der größten Neuerungen sind die sogenannten „Buggies“ – reitbare Insekten mit eigenem Inventar, Ausdauerleiste und sogar der Fähigkeit, Rohstoffe zu sammeln und sogar für und mit euch zu kämpfen. Schon früh lässt sich eine rote Kriegsameise zähmen, die als Mount, Packesel und Kampfgefährte dient. Manche Ressourcen lassen sich sogar direkt vom Rücken des Tiers abbauen. Wer die Ameise streichelt, wird schnell merken: Zwischen Mensch und Krabbeltier wächst eine echte Verbindung. Das bringt nicht nur Komfort, sondern auch strategische Tiefe. Gerade im Gelände eröffnen die Reittiere neue Möglichkeiten – und machen viele der mühseligen Laufwege des Vorgängers obsolet.
Auch das Kampfsystem wurde deutlich überarbeitet. Gegner verhalten sich jetzt aggressiver und intelligenter: Sie blocken, weichen aus, reagieren auf das Verhalten des Spielers. Trefferzonen und Schwachpunkte spielen eine größere Rolle, das eigene Timing wird wichtiger. Wer möchte, kann sich über ein Mutationssystem spezialisieren – etwa auf bestimmte Waffentypen oder Spielstile. Gleichzeitig vereinfacht das neue Omnitool das Crafting deutlich: Ein einziges Gerät ersetzt Schaufel, Axt, Hammer und Schraubenschlüssel, spart Platz im Inventar und lässt sich nach und nach verbessern, um seltenere Materialien abzubauen.
Technisch macht sich der Wechsel auf die Unreal Engine 5 deutlich bemerkbar: Die Welt wirkt plastischer, das Licht realistischer, die Insekten bedrohlicher – oder niedlicher, je nach Perspektive. Dazu gibt es neue Kreaturen wie Skorpione, Kakerlaken oder Raupen, die nicht nur für Abwechslung sorgen, sondern auch mit spezifischen Verhaltensweisen überraschen. Und wer unter Arachnophobie leidet, darf beruhigt aufatmen: Ein Spinnenfilter ist vorhanden.
Trotz der gewachsenen Dimensionen bleibt Grounded 2 zugänglich. Drei Schwierigkeitsgrade sorgen dafür, dass Einsteiger ohne Kenntnis des Vorgängers nicht überfordert werden, während erfahrene Spieler genug Spieltiefe finden, um sich auszutoben. Der Charme des Spiels – diese Mischung aus 90er-Nostalgie, Miniaturwahnsinn und Survival-Tüftelei – bleibt erhalten, wirkt aber gereifter und ambitionierter. Es ist, als hätte man die kindliche Begeisterung des ersten Teils genommen und ihr ein neues, erwachseneres Gewand verpasst – ohne dabei den eigentlichen Spaß zu verlieren.
Beibehalten wurden so ziemlich alle Kernaspekte des Spiels, wer sich bereits im ersten Teil bestens zurechtgefunden hat, wird mit dem Nachfolger sofort klarkommen. Einige Menüs und Interfaces wurden überarbeitet und sind nun etwas übersichtlicher angeordnet und einfacher bedienbar. Man merkt auch hier, dass reichlich Feedback aus dem Vorgänger eingeflossen ist.


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