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Preview - Life is Strange: Reunion : Das große Finale der Reihe bringt die beiden Heldinnen aus dem ersten Teil wieder zusammen

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Nachdem sich Square Enix mit den Verkaufszahlen des Vorgängers Life is Strange: Double Exposure nicht zufrieden zeigte, war zu befürchten, dass dessen Cliffhanger womöglich auf ewig an der Klippe baumeln würde. Umso erfreulicher, dass er mit Life is Strange: Reunion nicht nur bald aufgelöst wird, sondern auch noch den Bogen zum ersten Teil der Reihe spannt und die Geschichte um Max und Chloe einem endgültigen Finale zuführt.

Nachdem Max Caulfield mit ihrer Superkraft im Vorgänger Life is Strange: Double Exposure gehörig Chaos im Multiversum alternativer Realitäten angerichtet und am Ende geglaubt hatte, dieses wieder in Ordnung gebracht zu haben, stellt sich dies nun in LiS: Reunion als großer Trugschluss dar.

Denn offenbar hat sie beim Pfuschen mit den Dimensionen auch dafür gesorgt, dass ihre eigentlich im ersten Teil verstorbene Freundin Chloe plötzlich aus einer alternativen Zeitlinie zurückkehrt, in der sie überlebte. Dadurch löst Life is Strange: Reunion also nicht nur die offenen Handlungsfäden am Ende des Vorgängers auf, sondern bringt Fans auch das titelgebende Wiedersehen zwischen Max und Chloe im ewigen Was-wäre-wenn-Spiel des unausweichlichen Schicksals, um ihre Geschichte zu einem (hoffentlich würdigen) Abschluss zu bringen.

Treffen der Dimensionen

Das Spiel lässt euch sogar die Wahl, wie ihr an euer persönliches Ende von Teil 1 anknüpfen wollt: Habt ihr dort Chloe gerettet und Arcadia Bay dem Untergang geweiht – oder umgekehrt? Und hatte Max zu ihr eine rein platonische oder doch eher romantische Beziehung? Dies spiegelt sich in diversen Dialogen und Situationen zwischen den beiden wider, ändert aber freilich nichts am grundsätzlichen Verlauf der Geschichte.

Diese beginnt mit der Chloe aus einer Parallelwelt, in der sie am Ende des ersten Teils nicht starb, sondern zusammen mit Max das vom Tornado zerstörte Arcadia Bay verließ. Jahre später wird sie plötzlich von Albträumen und Visionen geplagt, die ihr falsche Erinnerungen daran einreden, sie müsse eigentlich tot sein. Also macht sie sich auf die Suche nach Max, die seit dem Vorgänger Double Exposure noch immer Dozentin an der Caledon University ist.

Max allerdings sieht sich derweil schon wieder mit einem ganz neuen Problem von übernatürlichen Sisyphos-Ausmaßen konfrontiert: Sie wird nämlich wie schon im ersten Teil der Reihe Zeugin einer verheerenden Katastrophe, als die Universität in einem Großbrand zerstört wird und dabei etliche ihrer Freunde ums Leben kommen – darunter auch Chloe. Erneut reist sie mit ihrer Superkraft zurück in der Zeit, um sich ein letztes Mal an der Entwirrung dieses gordischen Schicksalsknotens zu versuchen.

Life is Strange: Reunion bedeutet nicht nur das Wiedersehen zwischen Max und Chloe, auch etliche der Orte kennen wir bereits aus den Vorgängern. Das Spiel beginnt in der Studentenkneipe aus Double Exposure, der Snapping Turtle, wo weitere bekannte Gesichter bereits versammelt sind: die kecke Barkeeperin Amanda, Max’ Schwarm aus dem vorherigen Teil, Vinh, der Aufschneider aus der Studentenverbindung, Loretta, die gewissenlose Journalistin von der Schülerzeitung, und selbst Lucas, wir erinnern uns, der schmierige Bestseller-Professor, der sich des Plagiats schuldig machte. Kurz darauf besuchen wir auch wieder den Campus von Caledon, seine altehrwürdigen Hallen und den Treppenpfad hoch zum Observatorium auf dem Hügel.

Life is Strange: Reunion macht derartig auf den ersten Blick eher den Anschein eines großes Standalone-Add-ons denn eines vollwertigen Nachfolgers – was aber auch dem Umstand geschuldet sein mag, dass ich in meiner Anspielsitzung nur die ersten 90 Minuten des Spiels zu Gesicht bekam und daher ein Großteil des Spiels noch unbekannt bleibt. Dennoch deckt sich dieser Eindruck mit der Erwartung, dass nach den enttäuschenden Verkaufszahlen des Vorgängers womöglich am Produktionsbudget gespart werden musste. Grafisch scheint das aber immerhin nicht zu gelten – zumindest der jetzigen Einschätzung nach verspricht Reunion das mit Abstand schönste Life is Strange zu werden, auch wenn es viele seiner Orte und Figuren direkt aus dem Vorgänger wiederverwertet.

Vor und nach dem Sturm

Ein Wiedersehen gibt es auch mit alten Spielmechaniken: So verfügt Max wieder über die aus dem ersten Teil bekannte Fähigkeit, die Zeit zurückzudrehen, was nicht nur die dramatischen Entwicklungen anstößt, sondern euch auch stets die Möglichkeit gibt, Aktionen oder Gespräche ungeschehen zu machen oder sie mit neu gewonnenen Informationen anders verlaufen zu lassen. Gleich zu Beginn etwa weigert sich der schnöselige Lehrer, mit Max zu sprechen. Als er aber zwischen den Zeilen durchblicken lässt, dass er an einem Podcast mitwirkt, spulen wir die Unterhaltung auf Anfang und stimmen ihn als vorgetäuschten Fan sogleich redseliger.

Chloe hingegen bringt ihre Wortduelle aus dem Prequel-Spin-off Life is Strange: Before the Storm wieder zurück, bei denen ihr euch im verbalen Schlagabtausch mit dem Gegenüber im Dialog-Battle in Streitlust und Eloquenz messt. Immer noch ganz die Troublemakerin, die Chloe schon immer war, legt sie sich direkt beim Eintreffen in der Bar mit der Türsteherin an und wird nur eingelassen, wenn sie die richtigen Antworten parat hat, die ihr durch aufmerksames Zuhören oder schlicht das passende Bauchgefühl für die Situation herausfindet.

Und ja, mittlerweile sollte auch klar geworden sein: Ihr spielt diesmal sowohl Max als auch Chloe im regelmäßigen Wechsel. Bei Chloes Eintreffen in der Studentenbar verfehlen sich die beiden noch knapp. Aber als Max bei ihren Nachforschungen zu den Ursachen des Brands ins Burschenschaftshaus von Abraxas einbricht und dabei fast verhaftet wird, laufen sich die Freundinnen aus unterschiedlichen Dimensionen schließlich in die Arme.

Und haben viel zu besprechen. Was ist mit Chloe in der alternativen Realität geschehen und wie ist ihre Freundschaft zu Max dort weiter verlaufen? Durch welche Umstände gelangte sie plötzlich in diese Dimension? Was hat Max’ Gestaltwandler-Freundin Safi mit all dem zu tun? Und gelingt es ihnen diesmal, das Schicksal endgültig auszutricksen? Die Antworten erfahren wir bereits am 26. März, wenn Life is Strange: Reunion für PC, PS5 und Xbox erscheint.

Fazit

Matthias Grimm - Portraitvon Matthias Grimm
Reunion bringt die Life-is-Strange-Reihe zu einem hoffentlich würdigen Abschluss, darf dafür aber nicht über den Misserfolg seines Vorgängers stolpern

Nachdem die Verkaufszahlen des Vorgängers Double Exposure hinter den Erwartungen von Square Enix zurückblieben, bin ich allein schon froh, dass dieser Nachfolger überhaupt erscheint und er die Fans nicht für immer an der Klippe seines Cliffhangers baumeln lässt. Umso erfreulicher ist, dass dieser mit Reunion nicht nur aufgelöst wird, sondern auch den Bogen spannt zum ersten Teil der Reihe und diesen einem Finale zuführt, welches die Fans nach zehn Jahren hoffentlich zufrieden aus diesem Universum entlässt, das vermutlich in einem Maße mit Emotionen aufgeladen ist wie nur wenig andere.

Die Prämisse vom Multiversum mit seinen parallelen Realitäten, die Life is Strange mit Double Exposure aufgemacht hat, passt jedenfalls zu gut, um nicht die alternativen Enden des ersten Teils zusammenzufügen und ein letztes Mal die Frage zu stellen, die die Life-is-Strange-Spiele stets im Innersten antrieb: sich der Macht des unabwendbaren Schicksals ergeben? Oder ihm nimmermüde trotzen – was es auch koste.

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Dass Life is Strange: Reunion mit seinen zahlreichen, aus dem Vorgänger wiederverwerteten Grafik-Assets (zumindest in den von mir gespielten ersten 90 Minuten des Spiels) noch den Eindruck eines großen Standalone-Add-ons statt eines eigenständigen Spiels vermittelt, schürt in mir die Sorge, die Entwickler hatten womöglich nicht das ursprünglich dafür geplante Budget zur Verfügung und könnten einen zusammengeschusterten Schnellschuss abliefern, der das Kapitel für den Publisher einfach nur schnell und billig zum Abschluss bringen soll.

Zumindest an der grafischen Qualität waren in der spielbaren Presse-Demo immerhin keinerlei Abstriche festzustellen. Reunion dürfte jedenfalls zweifellos das bisher schönste Life is Strange werden. Den Rest erfahren wir am 26. März, wenn eine zehn Jahre lange Reise zu Ende geht. Ob mit Happy-End oder Tränen. Wahrscheinlich beidem.

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