News - Xbox Game Studios : Xbox-Gewerkschaften rüsten sich zum Kampf
Die Stimmung innerhalb der Microsoft-Gaming-Sparte verschlechtert sich zusehends. Nachdem das Unternehmen bereits Anfang des Jahres rund 1.900 Stellen gestrichen und mehrere profilierte Studios wie Arkane Austin geschlossen hatte, verdichten sich nun Berichte über eine unmittelbar bevorstehende, nächste Entlassungswelle. Diese erneute Hiobsbotschaft hat die erst kürzlich gegründete und gewerkschaftlich organisierte Belegschaft bei den Xbox Game Studios aufgeschreckt. Die Gewerkschaft GESEW-CWA trat nun mit einer klaren und kämpferischen Botschaft an die Öffentlichkeit: Die Mitarbeiter werden eine weitere Reduzierung ihrer Reihen nicht tatenlos hinnehmen und weigern sich, von der Konzernleitung als austauschbare Ware betrachtet zu werden.
Auslöser der aktuellen Krise sind Recherchen renommierter Medien wie Bloomberg und Kotaku, die unabhängig voneinander von konkreten Plänen Microsofts berichten, weitere Hunderte Stellen im gesamten Gaming-Bereich zu streichen. Der Fokus dieser Kürzungen soll laut den Berichten primär auf Verwaltungs- und Marketing-Positionen liegen, die nach der Übernahme von Activision Blizzard als redundant betrachtet werden.
Die betroffenen Mitarbeiter hatten am vergangenen Wochenende die Anweisung erhalten, am Montagmorgen nicht ins Büro zu kommen oder sich nicht remote einzuloggen, um dann im Laufe des Tages per E-Mail oder Kurz-Meeting über ihr Schicksal informiert zu werden – eine Kommunikationsmethode, die intern auf massive Kritik stieß.
Aber nicht nur das, den Berichten zufolge stehen auch einige Studios kurz vor dem Aus, sollten sich nicht noch Interessenten für eine Übernahme finden. Double Fine steht ebenso auf der Liste wie Senua-Entwickler Ninja Theory, Compulsion Games (South of Midnight) und neuesten Meldungen zufolge auch die State-of-Decay-Macher Undead Labs.
Die Reaktion der Gewerkschaft GESEW-CWA ließ nicht lange auf sich warten. In einem offiziellen Statement betonten die Arbeitnehmervertreter, dass sie sich nicht wie Wegwerfartikel behandeln lassen werden. Die Gewerkschaft, die als direkte Antwort auf die erste Kündigungswelle im Januar gegründet worden war, sieht die erneuten Pläne als Bestätigung ihrer Warnung vor einer rücksichtslosen hire-and-fire-Kultur.
Sie werfen der Konzernleitung vor, menschliche Schicksale rein nach wirtschaftlichen Effizienz-Kriterien zu bewerten und keine langfristige soziale Verantwortung für die Belegschaft zu übernehmen, die maßgeblich zum Erfolg von Marken wie Halo, Gears of War oder Fable beiträgt.
Gewerkschaftliche Insider berichten, dass sich die GESEW-CWA bereits auf rechtliche Schritte und Protestaktionen vorbereitet, um die angekündigten Kündigungen entweder zu verhindern oder zumindest faire Abfindungsmodelle durchzusetzen. Die Organisation betont, dass sie die Solidarität innerhalb der gesamten Microsoft-Belegschaft mobilisieren werde und bereit sei, für den Erhalt jedes einzelnen Arbeitsplatzes zu kämpfen.
Die Konfrontation zeigt deutlich, dass der Widerstand der Belegschaft gegen die rücksichtslose Sanierungsstrategie der Xbox-Führung unter Asha Sharma massiv an Fahrt gewinnt und das Ende des Microsoft-Finanzjahres am 30. Juni für die verbleibenden Angestellten zu einer echten Hängepartie wird.

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