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Special - Switch 2: Zelda, Mario & Co. : So scharf und schnell laufen alte Spiele

  • NSw2
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Schon vor der Veröffentlichung war bekannt, dass Nintendos neue Konsole (fast) alle Switch-1-Titel abspielen können wird. Von insgesamt 12.000 Switch-1-Spielen laufen lediglich rund 100 nicht auf Switch 2. Aber wenn sie laufen, dann oft mit Vorteilen. Wie gut die Abwärtskompatibilität funktioniert, haben wir für euch getestet.

Abwärtskompatibilität gehört bei neuen Konsolen inzwischen zum guten Ton. Treue Kunden wissen das Feature zu schätzen, schließlich soll die Spielesammlung der letzten Generation nicht gleich in den Keller wandern müssen. Noch mehr Freude kommt auf, wenn die neue Hardware etwas mehr Leistung aus den alten Modulen kitzelt. Was bei Switch 2 zwar nicht immer der Fall ist, aber manchmal weit über das Erwartete hinausgeht.

Nintendo geht in dieser Hinsicht einen ähnlichen Weg wie Microsoft beim Sprung von der Xbox 360 zur Xbox One. Da die Hardware der alten und der neuen Switch nicht direkt miteinander verwandt sind, kann Switch-1-Software nicht einfach nativ abgespielt werden, wie es beim PC der Fall ist. Stattdessen kommt eine Software zum Einsatz, die den Code in Echtzeit für die modernere Hardware übersetzt. Quasi eine Zwischenschicht, die man sich wie einen Stenoschreiber vor Gericht vorstellen kann.

Alte Spiele neu interpretiert

Wer jetzt an einen Emulator denkt, liegt völlig falsch, weil nicht jede einzelne Funktionsebene der ersten Switch rechnerisch simuliert werden muss. Das ist aber auch nicht nötig, denn die Hauptlast liegt bei der Interpretation der Grafik. Deren Code für Shader und Geometrie-Darstellung muss lediglich in Echtzeit umgeschrieben werden.

>> Switch 2: Die 10 besten Launch-Spiele im Kurztest <<

Das hat Vor- und Nachteile. Einerseits läuft nie das Originalspiel, sondern eine Interpretation davon, was auch der Grund ist, warum sich rund 100 Spiele nicht abspielen lassen. Diese Ausnahmen nutzten die Switch-1-Hardware wahrscheinlich auf irgendeine ungewöhnliche Weise, mit Hacks und Tricks, die mehr aus der Maschine herausholten als eigentlich vorgesehen. Die von Nintendo verwendete Übersetzungsschicht beachtet so viele Variablen wie möglich, aber eben nicht alles. Programmierer sind schließlich keine Hellseher.

Genau das stellt aber auch einen Vorteil dar, denn durch die Interpretation des alten Codes fällt eine Begrenzung der Leistung schwer. Nintendo müsste sich jedes Spiel einzeln anschauen, um manuell Grenzen für Rechenleistung und Bildraten zu setzen. Infolgedessen laufen viele Spiele auf Vollgas. Soll heißen: so gut es die Switch-2-Hardware zulässt. In der Regel besser als auf Switch 1, und das ganz ohne weiteres Zutun.

Unbegrenzte Frameraten

Merkt man diesen Leistungsschub bei jedem Switch-1-Spiel? Ganz sicher nicht. Wenn Programmierer ein Limit für Bildraten oder eine maximale Auflösung festsetzten, kann auch Switch 2 diese Grenze nicht umgehen. In der Regel geht es dabei um Spiele, die auf 30 FPS optimiert wurden.

Ganz anders sieht das jedoch bei Spielen aus, die eine unlimitierte Bildrate haben. Beispielsweise The Last Remnant. Theoretisch wurde es so eingestellt, dass es auf der Switch 30 FPS als Durchschnittswert anpeilt. In der Praxis fiel der Zähler gern mal auf 25 und kletterte auf bis zu 35 hoch. Switch 2 bügelt sämtliche Schwankungen aus und zieht die Bildrate auf konstante 60 FPS hoch.

Auch Monster Hunter Stories 2 lief auf Switch 1 mit einer sehr wankelmütigen Bildrate, die erratisch zwischen 25 und 40 FPS schwankte. Auf Switch 2 läuft das Spiel auf perfekten 60 FPS und hat mit großer Wahrscheinlichkeit noch Reserven für besonders fordernde Szenen.

Besonders interessant sind Spiele, die auf ein Doppel- oder Tripple-Buffer-Vsync vertrauen. Siehe XCOM 2. Auf Switch 1 ein Desaster, denn trotz variabler Auflösung sank die Bildrate oft auf 20 ab, zog die Bildschärfe mit runter und schien gelegentlich sogar kurz stillzustehen. Auf Switch 2 fehlt von diesen Schwächen jede Spur. Jetzt sind es glatte 60 FPS, und dank der Vsync-Regel könnte es kaum stabiler sein. Die Auflösung bleibt ebenfalls auf dem Maximum.

Nicht jedes Spiel läuft auf Switch 2 perfekt. Ein ganzer Haufen Titel läuft exakt so wie gewohnt oder nur marginal stabiler, ohne jegliches Upgrade. Also weder in Sachen Auflösung, noch bei der Bildrate.

Das ist besonders dann bedauerlich, wenn Switch 1 bereits heftige Kompromisse einging. Ein unrühmliches Beispiel wäre Bayonetta 3, bei dem wir uns damals im Test eine stabilere Performance und eine höhere Auflösung wünschten, weil auf dem TV zeitweise buchstäblich nur grober Matsch zu sehen war. 30 Bilder bekommt es endlich gebacken, aber die Auflösung bleibt im Docked Mode weiterhin niedrig, so als ob es noch immer Haushalten müsste. Vielleicht wird ja noch ein Update nachgereicht.

Batman Arkham Knight leidet unter einem ähnlichen Problem. Es kommt nicht über seine zahnigen Kanten hinweg und muss sich der künstlichen Bildratengrenze von 30 FPS unterwerfen. Aber zumindest lauft es nun durchgängig flüssig.

Trotzdem: Ein Blick auf die Liste der Titel, die gern ein wenig wankten, nun aber stabile 60 FPS schaffen, ist lang: Cruisin Blast, Darksiders 3, Fire Emblem Warriors, Gothic 1 und 2, Hades, Hyrule Warriors, Little Nightmares 1, Ninja Gaiden Sigma, Resident Evil 5, 6 und Revelations, Saints Row IV und viele mehr. Es lohnt sich für euch allemal, eure alten Spiele rauszukramen, selbst wenn sich bei manchen lediglich die Ladezeiten verbessert haben sollten.

Nintendo hat die Spendierhosen an

Zu den Spielen mit stabilerer Leistung gehören auch die beiden Open-World-Zeldas Breath of the Wild und Tears of the Kingdom. Dass Big N von euch 10 Euro verlangt, wenn ihr sie in höherer Auflösung und HDR spielen wollt, ist längst bekannt. Ob der Gegenwert stimmt, klären wir gleich im nächsten Kapitel. Zuallererst solltet ihr wissen, dass beide Titel auch ohne Bezahl-Upgrade deutlich mehr hergeben als bisher. Zwar noch immer mit einer dynamischen Auflösung, die sich bei etwa 900p einpendelt, aber zumindest braucht ihr keine Stotter-Einlagen mehr zu fürchten, wenn ihr im Wald der Krogs umherirrt oder in Schlachten mit vielen Gegnern verwickelt werdet. Es bleiben 30 FPS, durchgehend!

Bei anderen Inhouse-Titeln lässt Big N auch mal was springen. Genauer gesagt sind es 13 Titel, die durch ein kostenloses Update enorm an Leistung gewinnen. Schnellere Ladezeiten, schärfere Texturen, höhere Auflösung und stabilere Performance erhaltet ihr für umme bei folgenden Titeln:

  • 51 World Wide Games

  • ARMS

  • Big Brain Academy

  • Captain Toad: Treasure Tracker

  • Game Builder Garage

  • New Super Mario Bos. U Deluxe

  • Pokémon Violet

  • Pokémon Scarlet

  • Super Mario 3D World + Bowser’s Fury

  • Super Mario Odyssey

  • Zelda: Link’s Awakening

  • Zelda: Echoes of Wisdom

Ein paar davon nahmen wir genauer unter die Lupe:

Super Mario Odyssey könnte man dank der Steigerung auf 1440p fast schon als neues Spiel verkaufen. Es sieht nicht nur viel schärfer und knackiger aus, sondern auch farbenfroher dank HDR und weniger kaschierendem Nebel.

Zwei Level schauten wir uns genauer an, nämlich Cityland (New Donk City) und das Schlemmerland. Beide luden auf Switch 2 doppelt so schnell. Zugegeben, Mario Odysseys Farbpracht wurde nie für HDR optimiert, und so stehen eigentlich nur ein paar Spitzlichter heraus. Immerhin wirken Schatten nicht mehr ganz so dunkel, sondern reflektieren mitunter das Farbschema der Umgebung, was darauf hinweist, dass Nintendo die vorgebackenen Lichtverhältnisse für das Upgrade neu berechnen ließ.

Noch dazu wurden Sparmaßnahmen gekürzt. Statt Spielfiguren in der Ferne auszublenden, beziehungsweise ihre Animationen auf ein sehr hackig wirkendes Viertel der Framerate zu kürzen, sieht man sie nun bis an den Horizont in voller Pracht, durchanimiert bei 60 FPS. Allein der Grad, mit dem Titelheld Mario an Detail gewinnt, motiviert zum erneuten Durchspielen.

Auch die beiden Top-Down-Zeldas gewinnen heftig an Wiederspielwert. Nachlade-Ruckler ade. Abseits von ein oder zwei ganz kurzen Stotterern beim allerersten Texturen-Schaufeln nach dem Start des Spiels laufen sowohl Link’s Awakening als auch Echoes of Wisdom durchgehend flüssig. Letzteres wollte auf Switch 1 nur in den Dungeons auf 60 FPS schalten. Auf Switch 2 darf auch die Oberwelt endlich butterweich scrollen. Was für eine Erlösung! Die ständigen Kaugummiphasen dieser beiden Titel verdarben einem zwar nicht den Spaß, aber sie störten doch zunehmend.

ARMS lief schon immer gut, trotzdem heißen wir schärfere Texturen und knackigere Darstellung bei durchgehenden 60 FPS willkommen, während Pokémon-Fans wahrscheinlich in Jubelstürmen ausbrechen, nachdem sie in den letzten Jahren so arg leiden mussten. Violet und Scarlet erreichten zuvor nicht einmal saubere 30 FPS, jetzt sind es durchgehende 60 bei höherer Auflösung.

Lohnen sich die Zelda-Upgrades für 10 Euro?

Berechtigte Frage: Wenn Mario Odyssey, ARMS und Co. ohne Zusatzkosten so viel besser aussehen, warum verlangt Nintendo dann 10 Euro für das Upgrade der Open-World-Zeldas? Die Antwort ist simpel: ihr bekommt für das Geld mehr Qualität.

Es wäre müßig, jedes einzelne Detail aufzuzählen, an dem Nintendo Hand anlegte, aber seid euch gewiss, dass es buchstäblich jede einzelne Facette betrifft. Seien es Item-Vorschaubildchen, Texttafeln oder LOD-Assets für die Vegetation der offenen Welt – vieles wurde in einem Maße aufgewertet, das euch nie wieder auf die Switch-1-Fassung zurückblicken lässt. Eine deutliche Steigerung von 900p bei 30 FPS auf 1440p bei 60 FPS wirken bereits Wunder.

Leider betrifft das nicht das komplette Spiel in all seinen Feinheiten. Viele Texturen basieren auf Node-Algorithmen, sehen also auch hochskaliert gut aus. Handgezeichnete Oberflächen fallen hingegen etwas ab. Gerade weil beide Spiele über weite Strecken hin erheblich schärfer wirken, stechen ein paar der gröberen Texturen heraus. Beispielsweise jene an Felsen und Bergmassiven. In den ersten Spielstunden juckt das wie ein Mückenstich an einer Stelle, die man nicht kratzen kann, aber man gewöhnt sich dran, sodass es im Gesamtkontext nur mäßig stört.

Schaut mal auf unserem Bild, wie viel Detail die Umgebung gewinnt. Allein die umstehenden Kisten geben trotz des absichtlich eingeflochtenen Unschärfeeffekts viel mehr von ihrer Struktur preis. Unterstützung durch die neue Companion Handy-App, die euch beim Komplettieren hilft, und eine gute HDR-Kolorierung motivieren jedenfalls zu einem neuen Durchgang. Wobei ihr euren alten Spielstand nicht aufgeben müsst, um das Abenteuer noch einmal zu erleben. Ihr erhaltet nämlich einen zweiten Speicherslot für euer Nutzerkonto.

Lasst es euch von jemandem sagen, der durch das erste Mal mehr als 300 Spielstunden in Tears of The Kingdom auf dem Buckel hat und glaubte, das Spiel nie wieder sehen zu wollen: Sobald ihr die erste fliegende Insel betretet und alles derart scharf und flüssig vorfindet, kommt ihr kaum noch davon weg. So hätten die beiden Open-World-Zeldas schon immer aussehen sollen.

Die Frage, ob sich 10 Euro Investition lohnen, beantworten wir somit mit einem klaren Ja. Bei beiden Titeln! Solltet ihr ein erweitertes Online-Abo haben, dann braucht ihr euch die Upgrades übrigens nicht zu kaufen. Sie sind im Erweiterungspaket enthalten.

Endlich: Gamecube Emulation

Apropos erweitertes Online-Abo und Abwärtskompatibilität: Wer das Premium-Abo abgeschlossen hat, darf im Nintendo-Store auf den neuen GameCube-Emulator zugreifen. Unter dem Eintrag Nintendo Classics Gamecube verbergen sich im Moment leider nur drei Spiele, nämlich F-Zero GX, Zelda: The Wind Waker und Soul Calibur 2, aber sie demonstrieren bereits wunderbar alle Funktionen.

Der GameCube war die erste Nintendo-Konsole, die offiziell Breitbild-Formate unterstützte. F-Zero GX und Soul Calibur machen davon Gebrauch, wodurch die auf etwa 1200 bis 1400 Zeilen hochskalierte Grafik beinahe euren gesamten Bildschirm ausfüllt. Ein kleiner Rahmen bleibt bestehen, weil Nintendo wie üblich am unteren Bildschirmrand Platz für Hinweise auf Zusatzfunktionen lässt.

Ausgerechnet Zelda: The Wind Waker stellt die Ausnahme dar. Hier müsst ihr euch mit einem 4:3-Bildausschnitt zufriedengeben und obendrein mit allen alten Macken leben, die einst auf WiiU durch das HD-Remaster ausgebügelt wurden. Etwa mit der verdrehten Kamera-Steuerung und den extralangen Segeltörns, mit denen ihr das offene Meer abklappert. Ach ja, auf eingedeutschte Texte müsst ihr ebenfalls verzichten. Gespräche und Beschriftungen liegen nur in Englisch vor. Ein Trostpflaster bleibt: Wind Waker ist das einzige der drei Spiele, das (abseits des festen Rahmens) in 4K gerendert wird.

Ansonsten läuft alles auf technischer Seite erfreulich makellos und darf sogar mit Freunden online gespielt werden, sofern ein Mehrspieler-Modus ins Original-Spiel integriert wurde. Heißt im Falle des ultraschnellen (und sauschweren, aber noch immer genial spaßigen) Gleiterrennen F-Zero GX, das ihr im Splitscreen gegeneinander antretet, egal ob lokal oder per Online-Anbindung.

Damit ihr ähnlich gut steuert wie beim Original, solltet ihr im Switch-2-Optionsmenü die Positionen des A- und B-Buttons vertauschen. Genügt euch das nicht, dürft ihr obendrein das komplette Button-Layout innerhalb eines GameCube-Titels nach Belieben umbelegen. Mangels analoger Schulterbuttons werdet ihr es trotzdem schwer haben, feinfühlige Strafe-Manöver in F-Zero auszuführen. Abhilfe leistet da nur ein GameCube-Controller aus dem Nintendo-Shop für stolze 70 Euro. Spielbar bleibt F-Zero GX trotzdem.

>> Switch 2: Die 10 besten Launch-Spiele im Kurztest <<

Dagegen gibt sich Soul Calibur 2 unkompliziert. Online-Modus aktivieren, und dann gibt’s was auf die Kauleiste. Aufgrund eines minimalen Lags solltet ihr lokale Matches bevorzugen, aber für eine kleine Prügelrunde zwischendurch reicht es.

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