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News - PlayStation : Früherer Sony-Chef kritisiert Abkehr vom PC-Markt

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Die strategische Neuausrichtung der beiden großen Konsolenhersteller sorgt weiterhin für hochkarätige Debatten in der Branche. Erst vor wenigen Wochen hatte der profilierte Ex-PlayStation-Chef Shawn Layden, der über drei Jahrzehnte für Sony tätig war, die aktuelle Führung von Xbox für ihr scheinbares Missverständnis des Spielemarktes kritisiert. Nun teilt Layden in einem neuen Interview mit dem Magazin PSI jedoch auch in Richtung seines ehemaligen Arbeitgebers aus. Dass Sony seine erfolgreiche Strategie, hauseigene Blockbuster zeitversetzt auf den PC zu portieren, im jüngsten Geschäftsbericht klammheimlich zusammengestrichen hat, bezeichnet der Manager als geschäftlich unvernünftig.

In dem Gespräch erinnerte Layden daran, dass die ursprüngliche Entscheidung, PlayStation-Spiele nach einer gewissen Exklusivitätsphase auf den PC zu bringen, eine reine Wachstumsentscheidung gewesen sei. Die Verkäufe der Ports auf Plattformen wie Steam hätten sich für Sony zeitweise angefühlt wie das Drucken von eigenem Geld.

Der Einwand einiger Kritiker, dass zeitversetzte PC-Releases den Wert der Marke PlayStation schmälern oder Konsolverkäufe kanibalisieren könnten, lässt Layden nicht gelten. Wenn ein PC-Spieler bereitwillig 18 Monate auf eine Portierung warte, habe Sony an diesen Kunden ohnehin niemals eine Konsole verkaufen können. Durch den PC-Release gewinne man also einen reinen Zusatzverkauf ohne jeden Verlust.

Hintergrund von Laydens Kritik ist ein radikaler Kurswechsel in der Sony-Chefetage, der im Mai öffentlich wurde. In den offiziellen Strategiepapieren für das laufende Geschäftsjahr strich Sony sämtliche Erwähnungen künftiger PC-Portierungen für große Singleplayer-Spiele. Stattdessen hieß es von den aktuellen PlayStation-Bossen, dass man den PC-Markt nicht mehr als primären Wachstumstreiber sehe.

Das Ziel sei es nun vielmehr, die eigene Nutzerschaft auf der Konsole durch Zusatzinhalte aggressiver zu monetarisieren und die PlayStation 6 als geschlossenes Ökosystem zu schützen. Branchen-Insider vermuten hinter dem plötzlichen Sony-Rückzug auch eine Abwehrreaktion gegen Microsoft, da die nächste Xbox-Generation Gerüchten zufolge wie ein PC aufgebaut sein und theoretisch Steam-Bibliotheken abspielen könnte.

Layden sieht diesen Rückzug in die reine Konsolen-Exklusivität als verpasste Chance, insbesondere in Hinblick auf Wachstumsmärkte wie China, wo der PC die unangefochtene Nummer eins ist. Während die Entwicklungskosten für moderne AAA-Blockbuster unaufhörlich steigen, beraube sich Sony durch die Abschottung einer etablierten und hochprofitablen Einnahmequelle. Für die Spielerschaft bedeutet der neue Kurs indes, dass prestigeträchtige Fortsetzungen oder neue Singleplayer-Marken der PlayStation Studios auf absehbare Zeit wohl wieder dauerhaft an die Wohnzimmer-Hardware gefesselt bleiben.

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