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Test - Ready or Not : Test: Auch auf der Konsole ein Hit?

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Los Sueños ist ein Dreckloch, in dem Mord, Korruption, Kidnapping und andere Verbrechen an der Tagesordnung stehen. Damit die Stadt nicht vollends den Bach runtergeht, übernehmt ihr die Kontrolle über eine fünfköpfige Spezialeinheit der Polizei. Euch erwarten 18 Missionen, in denen Taktik und Teamplay an oberster Stelle stehen. Unter anderem müsst ihr Verbrecher in einer Tankstelle dingfest machen, eine Geiselnahme in einem Wohnkomplex beenden, ein Drogenlabor hochnehmen und eine schwerbewaffnete Gruppe ausschalten, die sich in einer Hütte am Stadtrand verschanzt hat.

Das klingt nach dem Stoff, aus dem Multiplayer-Titel geschnitzt sind. Jedoch dürft ihr Ready or Not auch ganz ohne menschliche Kollegen angehen, nämlich im Commander‑Modus. Hier tragt ihr als Anführer der Einheit die volle Verantwortung: Zu Beginn legt ihr die Ausrüstung eurer KI-Truppe fest, darunter zahlreiche realistische Waffen, Helme oder Schutzwesten. Im anschließenden Einsatz gebt ihr sämtliche Kommandos und sorgt dafür, dass eure Einheit auch als solche auftritt.

Die Last der Verantwortung

Ein Tippen auf R1 reicht für kontextabhängige Kurzbefehle wie „Aufschließen“ oder „Vorrücken und sichern“ aus. Haltet ihr die Taste gedrückt, öffnet sich ein Auswahlrad, das komplexe Aktionen ermöglicht: Beispielsweise lasst ihr eure Jungs eine verschlossene Tür zunächst aufbrechen, anschließend eine Blendgranate in den Raum werfen und schlussendlich den Bereich stürmen. Es braucht ein wenig Zeit, um die Menüs und Untermenüs zu durchschauen. Doch sobald das passiert ist, steht euch eine Fülle an Squad-Formationen, offensiven Gangarten und defensiven Optionen offen.

Erfordert es die Situation, trennt ihr die Gruppe in Zweierteams auf, die unabhängig voneinander agieren können. Für ein besonders kleinteiliges Vorgehen erstellt ihr sogar Abfolgen mehrerer Aufgaben. Leider werden eure gewählten Befehle häufig erst im zweiten oder dritten Anlauf umgesetzt, weil das Auswahlrad sie entweder unvollständig oder überhaupt nicht registriert. Noch mieser sind plötzliche Aussetzer der Steuerung, die eurem Charakter grundlegende Dinge unmöglich machen, beispielsweise das Knacken von Schlössern.  

Glücklicherweise reagieren eure KI-Kollegen prompt, sobald eine Ansage gemacht wurde. Sie kundschaften, entschärfen Fallen, brechen Türen per Rammbock auf, schießen genau und hauen zwischendurch noch den einen oder anderen Spruch raus. Auf den ersten beiden Schwierigkeitsgraden sind sie fast schon zu gut: Langsames Vorrücken, gelegentliches Spähen und konsequentes Sichern reichen in vielen Missionen aus, um ohne nennenswerte Probleme durchzukommen. 

Jagt ihr eure Männer stattdessen permanent ins Ungewisse, hat das heftige Konsequenzen. Überseht ihr den Draht vor einer Tür, löscht der damit verbundene Sprengsatz auf einen Schlag euer gesamtes Team aus. Rennt ihr unter lautem Poltern eine Treppe hinauf, empfangen euch die bösen Jungs womöglich mit einer satten Ladung aus dem Schrotgewehr. Geht ein Officer im Einsatz drauf, ist er unwiederbringlich weg – und damit auch seine hilfreiche Rolle, beispielsweise Sanitäter (belebt gefallene Kollegen wieder) oder Kicker (bricht Türen mit nur einem Tritt auf).

Doch selbst wenn alle überleben, machen starker Stress oder Angstzustände eure Leute rasch dienstunfähig. Daher muss regelmäßig das Personal ausgetauscht oder sogar dauerhaft ersetzt werden. Nach ein paar Missionen habt ihr Zugriff auf zwölf zusätzliche Plätze, über die ihr Verstärkung rekrutieren und in Bereitschaft versetzen dürft. So bleibt euer Team stets einsatzbereit.

Taktik oder Tod

Deutlich anspruchsvoller wird es im Koop-Modus (samt Cross-Play). Hier kommt ihr nur mit eindeutiger Kommunikation und überlegtem Vorgehen weiter. Besonders in kleineren Teams (zwei oder drei Personen) bedeutet oft schon ein Fehler das Ende – das kann man gemein finden oder als echte Herausforderung verstehen. Zu viert oder fünft geht vieles leichter von der Hand, weil ihr mehr taktischen Spielraum genießt und euch gegenseitig absichern könnt.

Für Abwechslung sorgen die verschiedenen Gebiete und dynamischen Abläufe. Manchmal gelingt es euch dank klugem Vorgehen, völlig ohne Waffeneinsatz erfolgreich zu sein. Auf Knopfdruck fordert ihr verdächtige Personen lautstark auf, sich hinzuknien und fesseln zu lassen. Unbeteiligte leisten fast immer Folge, doch auch Verbrecher könnt ihr einschüchtern und zur Aufgabe zwingen – dabei hilft euch ebenfalls die Rolle eines Kollegen.

Woanders fliegen euch schon die Kugeln um die Ohren, bevor ihr einen Raum überhaupt betreten habt. Werdet ihr getroffen, verschwimmt die Sicht und eure Beweglichkeit wird eingeschränkt. Wilde Schießereien machen darum keinen Sinn. Deutlich besser ist es, nur wenige, dafür jedoch gezielte Feuerstöße aus der Deckung abzugeben. Leider fällt das optische und akustische Feedback dürftig aus, sodass oftmals nicht klar ist, ob ihr einen Feind erwischt habt. Scheitert ihr und startet einen Auftrag neu, bleibt die Umgebung zwar gleich, allerdings verändert sich die Position der Gegner sowie die Platzierung von Fallen – bleibt also stets wachsam!

Im Solo- und Mehrspielermodus gleichermaßen entscheidet euer Handeln darüber, welchen abschließenden Rang ihr erhaltet. Schießt euer Team alles über den Haufen und sichert keinerlei Beweismittel wie Waffen und Informationen, bekommt ihr dafür die Quittung. Geht ihr dagegen behutsam vor, bleibt unverletzt und vermeidet Kollateralschäden, winken hohe Bewertungen. Am Ende befriedigt der Erfolg jedoch ausschließlich das eigene Ego, denn Belohnungen oder Ranglisteneinträge existieren nicht.

Grafisch ist Ready or Not in überwiegend kühlen Farbtönen gehalten, die den ernsten Ablauf unterstreichen. Ein paar hübsch gestaltete Bereiche, beispielsweise eine Nerd‑Bude voller PCs, Merchandise und herumfahrendem Staubsauger‑Roboter, können die technischen Probleme aber nicht kaschieren. Clipping, Pop‑ups, unscharfe Texturen, holprige Animationen und ein mitunter unausgewogenes Kontrastverhältnis ziehen sich durch das gesamte Spiel. Hübsch geht anders, vor allem auf der Playstation 5.

Greift zu, wenn...

… ihr etwas vom alten S.W.A.T.-Gefühl zurückhaben möchtet.

Spart es euch, wenn...

… euch beim Stichwort Taktik-Shooter nur Rainbow Six Siege einfällt.

Fazit

Sascha Göddenhoff - Portraitvon Sascha Göddenhoff
Gelungener Spielablauf, aber dürftige Technik

Ich kannte die PC-Version von Ready or Not nicht, daher ging ich ganz offen an den Test der PS5-Fassung heran. Meine größte Sorge galt der KI-Qualität im Commander-Modus. Wenn die Kollegen nicht durch, sondern gegen die Tür laufen, kann man den Singleplayer-Part gleich abschreiben. Glücklicherweise ist dem nicht so: Meine Truppe macht ihre Sache dermaßen souverän, dass viele Missionen in relativ kurzer Zeit erledigt sind. Fallen entschärfen, Bereiche sichern, Verdächtige fesseln – die Jungs haben Spaß an ihrem harten Job. Und ich auch, zumal jeder Einsatz mit einem neuen Schauplatz aufwartet. Klar, erst im Multiplayer-Modus dreht das Spiel richtig auf. Bereits zu zweit steigt die Spannung spürbar an, weil Fehler oftmals gleichbedeutend mit dem Scheitern des Einsatzes sind. Aber wenn ich solo unterwegs sein will (oder mangels Online-Verstärkung muss), kann ich den Titel vernünftig zocken. 

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Dennoch holt mich Ready or Not nicht ab, und das liegt am derzeitigen technischen Zustand. Hampel-Animationen, durch Wände und Böden clippende Figuren und reihenweise Pop-ups passen nicht zu einem realistisch angehauchten Taktik-Shooter. Auch die Kürzungen rund um Gewaltdarstellung und Nacktheit, die für die Veröffentlichung der Konsolenversionen vorgenommen werden mussten, stehen im Gegensatz zum insgesamt düsteren Setting. Viel problematischer finde ich aber das unzuverlässige Auswahlrad für die Befehle und die plötzlichen Aussetzer der Steuerung, die mich an elementaren Aktionen wie dem Öffnen einer Tür hindern. Habt ihr Bock auf den Taktik-Shooter, aber nur eine Konsole daheim, dann wartet die weiteren Updates und Patches ab. Befindet sich dagegen ein PC in eurem Besitz, spielt ganz klar diese Version – allein aufgrund der Mods.

Überblick

Pro

  • abwechslungsreiche Schauplätze und Herausforderungen
  • gutes KI-Team im Einzelspielermodus
  • verschiedene offensive und defensive Taktiken
  • zahlreiche Waffen und Ausrüstungsteile

Contra

  • Befehle via Auswahlrad werden verzögert oder nicht registriert
  • krasse Aussetzer bei der Steuerung
  • Clipping, Pop-ups und andere grafische Probleme
  • schwache Trefferrückmeldung (bei Gegnern)

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