News - TwitchCon : Nach Emiru-Vorfall räumt der Twitch-CEO Fehler ein
Nach dem Übergriff auf die Streamerin Emiru bei der TwitchCon 2025 räumt Twitch-CEO Dan Clancy öffentlich ein, dass sein Unternehmen sowohl bei der Prävention als auch bei der Reaktion versagt habe.
Bei der TwitchCon 2025 kam es zu einem massiven Sicherheitsvorfall: Streamerin Emiru wurde während eines offiziellen Meet-&-Greet von einem Besucher angegriffen, der Sicherheitsabsperrungen umging und Körperkontakt suchte. Videoaufnahmen zeigten, wie ihr persönlicher Sicherheitsmann eingreifen musste, während offizielle Twitch-Mitarbeiter laut Aussage von Emiru nicht in angemessener Weise reagierten. Nachdem der Vorfall öffentlich wurde, geriet Twitch heftig unter Druck und reagierte nun mit einem offiziellen Eingeständnis.
CEO Dan Clancy veröffentlichte eine Entschuldigung, in der er die Verantwortung übernahm und dessen vorherige Äußerungen relativierte. "Was passiert ist, hätte nicht passieren dürfen", führte er aus. "Wir haben es zugelassen, und wir haben im Nachgang nicht richtig gehandelt." Besonders heikel wirkte eine vorangegangene Interviewaussage, in der Clancy betonte, dass Streamer zwar Unterstützung erhielten, jedoch auch eigene Verantwortung tragen – eine Formulierung, die viele als unzureichend wahrnahmen.
In seiner Erklärung kündigte Twitch an, eine umfassende Sicherheitsanalyse der TwitchCon-Events durchzuführen. Zugleich stellte Clancy in Aussicht, striktere Vorgaben für IRL-Content auf Veranstaltungen zu prüfen, darunter Meet-&-Greets mit Schlangen und eingeschränkter Zugangsberechtigung. Gleichzeitig versicherte er, dass zukünftige Maßnahmen nicht öffentlich im Detail beschrieben würden mit Blick auf Sicherheit und Privatsphäre.
First, I want to be upfront and take accountability for the security incident that occurred during Emiru’s Meet and Greet. It shouldn’t have happened and we take that very seriously. We failed, both in allowing it to occur, and in our response following. We mismanaged our…
— Twitch (@Twitch) October 24, 2025
Für viele Creator ist das Eingeständnis ein notwendiger Schritt, doch nicht zwangsläufig ausreichend. Die Streamerin selbst erklärte, sie fühle sich bislang nicht angemessen betreut und betonte, dass der Übergriff erst Stunden nach dem Vorfall durch Twitch behandelt worden sei. Zahlreiche bekannte Twitch-Partner äußerten sich kritisch, kündigten Rückzug oder Boykott von künftigen Formaten an.
Der Fall wirft generelle Fragen zur Sicherheit bei Live-Streaming-Events auf und zeigt, wie stark Plattformbetreiber künftig in die Pflicht genommen werden. Ob Twitch tatsächliche Reformen einleitet, bleibt abzuwarten, doch der Image-Schaden und der Vertrauensverlust zahlreicher Creator sind bereits spürbar.

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