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Test - WWF Raw : WWF Raw

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WWF Raw
Fies: Attackiert den Gegner beim Weg zum Ring.
Am interessantesten ist aber natürlich die Wahl der Matchmodi – leider bietet diesbezüglich ’WWE RAW’ gerade einmal das Standard-Repertoire, was gerade im Hinblick auf die Konkurrenz viel zu wenig ist. Verfügbar sind normale 1 vs 1, Tagteam-Matches, Triple Threat (drei Kämpfer), Tornado-Matches (vier Wrestler), Battle Royal, bei denen sechs Ringer zugleich mitmachen können und Handicap. Ausserdem gibt es die Möglichkeit, nach Hardcore-Regeln einen Kampf zu bestreiten. So spezielle Matcharten wie Cage, Hell in a Cell, First Blood, Ladder, Lumberjack, Tables oder TLC sind leider nicht vorhanden, so dass vor allem alleine schon recht bald Langeweile aufkommt. Natürlich machen die Kämpfe aber gerade mit mehreren menschlichen Mitspielern am meisten Spass – bis zu vier Kumpel können sich die Controller krallen und in den Ring steigen. Nur für Solo-Spieler ist dagegen der ’Title Match’-Modus, in dem ihr euch auf die Jagd nach den WWE-Championgürtel macht. Je nach dem Titel – World Heavyweight, Intercontinental, European, Women, Hardcore oder Light Heavyweight – müsst ihr eine variierende Anzahl an Gegnern nacheinander besiegen. Da die Matches mitunter recht lange dauern können und ihr zwischen den Kämpfen den Spielstand nicht abspeichern könnt, solltet ihr für das Gewinnen eines Titels reichlich Zeit vor der Konsole einplanen. Als Belohnung erhaltet ihr dafür nach dem Einsacken des Gürtels eine versteckte Figur – zumeist jemand aus der McMahon-Familie.

Ab in den Ring
Habt ihr alle Einstellungen vorgenommen und euch für einen Wrestler als Spielfigur entschieden, geht es auch schon in die Halle Richtung Ring. Da auf verschiedene Hallen verzichtet wurde, müsst ihr wohl oder übel immer im RAW-Setting antreten. Dafür ist der Einmarsch der Kämpfer so richtig gelungen – es erklingt die Original-Musik, im Hintergrund ist das typische Wrestler-Video zu sehen und Lichteffekte, Rauch und Feuerwerk sorgt für richtig Stimmung. Einzig die Animationen des Kämpfers auf dem Weg zum Ring und in diesem hätte noch etwas spektakulärer sein dürfen. Ein witziges Feature ist ausserdem die Möglichkeit, den Gegner bei seinem Einmarsch bereits zu attackieren.

WWF Raw
Der Create-A-Superstar Modus.

Die Action im Ring ist dagegen nicht ganz so spektakulär. Dies liegt vor allem an dem meist sehr langsamen Tempo der Wrestler – da wirkt das Geschehen ab und zu schon fast wie unter Wasser. Leider gilt unspektakulär auch für die Wrestling-Moves – neben den typischen Schlägen und Tritten verfügen die Kämpfer bloss über relativ einfache Würfe wie Body Slams, Closelines aus dem Stand und ähnliche grobmotorische Aktionen. Natürlich sind auch Aktionen vom Ringpfosten, aus dem Rennen heraus und am Boden liegenden Kontrahenten möglich. Allerdings fällt schon bald auf, dass die unterschiedlichen Wrestler sehr häufig über die meisten selben Moves verfügen, so dass wenig Abwechslung aufkommt. Immerhin besitzt jeder Superstar über seinen eigenen Finisher.

Das Kampfsystem von ’WWE RAW’ ist etwas taktischer ausgefallen als bei den eher Arcade-lastigen WWE-Konkurrenztiteln. Im Grunde basiert das System auf drei Buttons – X für Schlag, A für Griffe und B für Aktionen. Somit lassen sich im Clinch mit einem Kämpfer diverse Angriffe durchführen, die zusätzlich je nach gedrückter Richtung variieren. Betätigt der Gegner allerdings den gleichen Button, habt sich die Wirkung auf und er blockt die Attacke. Leider ist dies allerdings ziemlich Glückssache, von welcher der vom Computer gesteuerte Kontrahent aber auffällig oft profitiert. Zudem ist es oft effektiver, seinen Gegenüber zu schlagen oder zu treten, was aber wiederum nicht sonderlich spektakulär aussieht. Eine wichtige Anzeige befindet sich direkt beim jeweiligen Kämpfer: Für jede Attacke und Bewegung verbraucht ihr Energie – gönnt ihr euch nicht immer mal wieder eine kurze Ruhepause, kommt eure Figur schnell außer Atem und ist dann ein leicht zu treffendes Ziel. Einen weiteren Balken befindet sich am unteren Bildrand. Dieser symbolisiert die Zustimmung des Publikums zu euren Gunsten von oder eures Gegners. Um eure Energie zu füllen und diejenige des anderen Wrestlers zu senken, müsst ihr möglichst abwechslungsreiche Aktionen zeigen, ansonsten wirken die Attacken weniger oder füllen gar die Anzeige des Kontrahenten auf. So ist es recht schwierig und zeitintensiv, den Balken fast komplett mit seiner Energie zu füllen, doch erst dann könnt ihr euren Finishing Move ansetzen und den Gegner pinnen, worauf euch der Sieg sicher ist.

WWF Raw
Dies kann zur Disqualifikation führen.

Durchwachsene Technik
Ähnlich wie das Kampfsystem wirkt die Grafik zwar ziemlich realistisch, aber auch recht unspektakulär, was wie schon erwähnt hauptsächlich an den simplen Moves und dem langsamen Tempo liegt. Immerhin sind die Animationen der Kämpfer bis auf einige Ausnahmen gelungen. Das visuelle Highlight ist aber das Aussehen der Kämpfer, die hervorragend modelliert wurden. Während einige Wrestler tatsächlich perfekt aussehen wie ihr Vorbild im TV, sind andere Charaktere vor allem im Gesicht weniger gelungen und nur halbwegs wieder zu erkennen. Ausserdem fehlt einem die Abwechslung, da immer der selbe Ring zu sehen ist. Einzig die vielen unterschiedlichen Gegenstände, die man am Ringrand findet, bringen etwas Farbe ins Spiel, wirken allerdings wie zum Beispiel ein Schwanenrock oder ein Krönchen eher lächerlich und unpassend. Wenig auffallend wirkt auch der Sound: Neben den tollen Einmarsch-Melodien wird euch eine nervöse und fast schon unangenehme rockige Hintergrundmusik geboten. Ausserdem wurde bis auf die wenigen Stöhn- und Schmerzsamples komplett auf Sprachausgabe verzichtet. Die Soundeffekte sind ebenfalls recht unpassend, da es oftmals klingt, als würde auf Metallklumpen eingeschlagen und durch den Ring geworfen, anstatt lebende Wrestler aus Fleisch und Blut.

 

Fazit

von David Stöckli
Ob Wrestling-Fan oder nicht – mit ’WWE RAW’ kann man nicht zufrieden sein. Die Darstellung der bekannten WWE-Superstars ist zwar toll gelungen, dafür krankt der gesamte Rest an Mängeln. Eines der Hauptprobleme ist, dass sowohl das Gameplay als auch das optische Geschehen im Ring viel zu unspektakulär und eingeschränkt ausgefallen ist. Das Spiel bietet zu wenig Abwechslung, zu wenig Moves und vor allem viel zu wenig Matcharten. Ausserdem sorgt die nicht auf den neuesten Stand gebrachte Lizenz mit den unaktuellen und unbedeutenden Kämpfern nicht gerade für Begeisterung. Da kann man nur hoffen, dass das angekündigte ’WWE RAW 2’ es besser macht und aus den Fehlern seines mittelmässigen Vorgängers lernt.  

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