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Preview - Baldur's Gate III : Ein feuchter Rollenspieltraum?

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Es klingt wie der feuchte Traum aller Oldschool-Rollenspieler und D&D-Fans: Baldur's Gate 3 ist tatsächlich in der Mache und somit zum Greifen nah, auch wenn noch kein Releasezeitraum genannt wurde. Allerdings hockt dieses Mal nicht BioWare an den Tasten, sondern Larian Studios, die mit Divinity: Original Sin 2 ordentlich abräumen konnten. Eine überaus vielversprechende Mischung, wie wir finden. In Nürnberg stellte uns das Team rund um Swen Vincke den Titel mit Live-Gameplay einer noch frühen Pre-Alpha-Version erstmals vor.

Gezeigt wurde uns das Spiel von Beginn an. Nach einer überaus schick inszenierten Introsequenz macht die Charaktererstellung gleich klar, dass euch ein ganzes Füllhorn an Möglichkeiten zur Verfügung steht. Insgesamt 15 Rassen wie Drow, Menschen, Githyanki, Zwerge oder Halbelfen warten darauf, von euch individualisiert in den Kampf zu ziehen. Natürlich könnt ihr auch auf bisher acht D&D-Klassen aus der 5. Edition zurückgreifen, einige weitere sollen folgen. Hinzu kommen Origincharaktere mit speziellen Presets nebst Vorgeschichte.

Swen Vincke griff auf einen Hochelf-Vampir-Mischling namens Astarion zurück, stopfte noch ein paar Punkte in die sechs Attribute und los ging es. Das Spiel versetzt euch nach Moonhaven, östlich der Stadt Baldurs Tor. Das Intro startet schick mit dem Angriff eines Illithiden-Schiffes, gesteuert von einem recht unsympathischen Humanoiden mit reichlich Tentakeln in der Fresse – ein Gedankenschinder. Die Attacke wird durch Drachenreiter in einer wilden Verfolgungsjagd zurückgeschlagen.

Das Schiff stürzt ab und Astarion findet sich in der Spielwelt wieder. Er war mit anderen Gefangener an Bord, hat den Absturz aber überlebt. Mit kleinen Nebenwirkungen, denn flugs wird klar, dass der Halbvampir nicht sogleich im Sonnenlicht verbrutzelt. Die Experimente des Mind Flayers haben offenbar ihre Auswirkungen gehabt dank der Slaad-Kaulquappe, die ihm der unerwünschte Gastgeber in den Schädel gepflanzt hat und noch unvorhersehbare Auswirkungen haben wird.

Schnell trifft unser Origincharakter Astarion auf eine weitere Überlebende und zu zweit geht es auf die Suche nach einem Heiler. Bis zu vier Charaktere könnt ihr später innerhalb einer Party steuern, aber deutlich mehr Companions anheuern. Nicht benötigte Charaktere warten in Camps auf euch, in denen ihr euch regenerieren und die Party umbauen könnt. Auch könnt ihr in den Camps mit den Charakteren interagieren und Gespräche führen. Auch die Companions untereinander pflegen ihre Verhältnisse. Oder zicken sich an, wenn sie sich nicht ausstehen können. Ob und wie andere Charaktere zu euch stoßen, hängt mitunter von Quests und Dialogen ab, in denen ihr immer wieder tiefgreifende Entscheidungen fällen könnt.

Genügend Rollenspiel steckt auf jeden Fall in Baldur's Gate 3. Wie schon in den Dialogen deutlich zu erkennen war, liefert euch das Spiel reichlich Optionen und Entscheidungen. Wer möchte, darf sich sogar als richtiger Bösewicht austoben, muss dann aber auch die entsprechenden Konsequenzen und die Reaktionen der Umwelt und ihrer Bewohner hinnehmen.

Übrigens könnt ihr Baldur's Gate 3 nicht nur allein spielen, sondern auch mit euren Freunden zusammen. Bis zu vier Spieler können teilnehmen, zudem gibt es Couch-Koop für zwei Spieler. Dabei übernehmen die Mitspieler einfach die Rollen der Charaktere in der Party. Maßgeblich ist dabei der Spielstand des Hosts. Will er ohne oder mit weniger Mitspielern weitermachen, werden die „unbesetzten“ Charaktere einfach wieder von der KI übernommen. Daraus schließt natürlich, dass ihr mit bis zu vier Spielern im Multiplayer zocken könnt.

Auffällig ist bei den Dialogsequenzen, dass sie nicht mit statisch dargestellten Pappkameraden inszeniert sind. Die Dialogsequenzen setzen auf unterschiedliche Kameraperspektiven. Sehr überzeugend sind die bisher englische Sprachausgabe, aber auch die leicht reduzierte, aber authentisch wirkende Gestik und Mimik. Angesprochen darauf bestätigt Vincke, dass es dem Team wichtig war, die Gespräche glaubwürdig und dynamisch wirken zu lassen. Selbst der Background der Charaktere wird bei den Dialogsequenzen berücksichtigt, verschiedene Skills und Attribute eröffnen zudem zusätzliche Dialogoptionen wie Einschüchtern, Bedrohen oder vieles mehr.

Auch bei den Umgebungen entdeckt man viel Liebe zum Detail. Baldur's Gate 3 setzt zwar nicht auf eine offene Spielwelt, aber zuweilen halboffene Areale, in denen ihr euch relativ frei bewegen könnt. Eine klassische Minimap sorgt für die nötige Orientierung. Die neue Version der bereits in Divinity: Original Sin 2 zum Einsatz gekommenen Engine lässt viele Details und natürlich wirkende Landschaften zu. Interessant ist, dass viel Vertikalität vorhanden ist, Charaktere können durchaus auf Erhöhungen in der Landschaft klettern oder springen, was bei den Kämpfen eine wichtige Rolle spielt.

Wie schon in Divinity, so sind auch in Baldur's Gate 3 viele Objekte aus der Umgebung nutzbar. So könnt ihr beispielsweise Kisten stapeln, um so zu bisher nicht erreichbaren Ebenen zu gelangen. Eure Party steuert ihr übrigens in Echtzeit durch die Spielwelt, ihr könnt aber jederzeit per Tastendruck in einen rundenbasierten Modus wechseln. Die Kämpfe finden übrigens komplett rundenbasiert statt. Larian Studios verzichtet auf das frühere Echtzeit-mit-Pause-System, was dem taktischen Anspruch der Kämpfe sehr gut tut.

Hier kommt auch wieder die Vertikalität zum Einsatz, denn eine gute Positionierung der Charaktere kann kampfentscheidend sein, speziell für Magier und Fernkämpfer, die aus erhöhter Position spürbare Boni erhalten. Um das Chaos überschaubar zu halten, sind die Runden immer Party-basiert und bestehen aus Bewegungs- und Aktionsphasen. Erneut können auch Elemente genutzt werden. Zerschießt ihr beispielsweise ein Wasserfass, sodass die Gegner nasse Füße haben, und ballert dann einen Blitzzauber in die Pfütze, werden die Gegner ordentlich geschockt. Eins ist jetzt schon sicher: die Kämpfe werden sehr knackig und taktisch. Gut ist, dass nichts verloren ist, wenn Partymitglieder ins Gras beißen. Solange einer überlebt, rappeln sich die anderen nach dem Kampf wieder auf.

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Nebenher sind aber auch Schleichen oder das Aufteilen der Party möglich, um Kämpfe zu umgehen oder alternative Wege in der Umgebung zu finden. Nicht selten gibt es auch Fallen oder Rätsel zu lösen. Die Erkundung der Spielwelt abseits der Hauptquest soll übrigens ebenfalls belohnt werden, unter anderem durch versteckte Geheimnisse oder Nebenaufgaben. Looten und leveln spielt allerdings eine untergeordnete Rolle. Zwar gibt es mächtige Gegenstände, aber wie im D&D-Regelwerk üblich, geht alles etwas langsamer voran.

Larian Studios hat eng mit Wizards of the Coast zusammengearbeitet, um das D&D-Regelwerk möglichst akkurat, aber zugunsten der Spielbarkeit modifiziert zum Einsatz zu bringen. Das bemerkt man spätestens bei den durchaus reichlich vorhandenen Skillchecks, die unter anderem bei Dialogen durch sichtbares Auswürfeln, im Kampf aber eher hinter den Kulissen stattfinden. Das alles wirkte jedenfalls nicht zu statisch, sondern sinnvoll und nachvollziehbar integriert.

Inventar und Interface wirkten in der Präsentation noch ein wenig provisorisch, aber auch hier ist zu erkennen, dass Larian sich einige Gedanken macht. So verfügt zwar jeder Charakter über ein eigenes Inventar, ihr könnt diese aber nebeneinander jederzeit öffnen, um Gegenstände von einem Charakter zum anderen zu transferieren. Das ist deutlich übersichtlicher als ein gemeinsames Inventar. Man darf sicherlich gespannt sein, wie HUD und Interface schlussendlich aussehen werden.

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