Test - HATOR Gaming : Test: So schlägt sich die ukrainische Gaming-Hardware
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Bisher konnte sich HATOR aus Kyiv vor allem in Osteuropa etablieren, doch nun möchte derr Hersteller mit seiner Gaming-Peripherie auch Deutschland erobern. HATOR sucht sich dabei bewusst die preisliche Lücke im Bereich um 100 Euro für Headsets, Mäuse und Tastaturen aus, um sich einen Platz mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis zu sichern. Doch dafür muss auch die Qualität stimmen. Wir haben einige Produkte des Herstellers vorab erhalten und auf Herz und Nieren getestet.
Hator Hyperpunk 3 Wireless – 69,99 Euro
Das Hator Hyperpunk 3 Wireless macht optisch einiges her und punktet mit einem sehr niedrigen Gewicht. Nur etwa 250 Gramm bringt es auf die Waage – das merkt man positiv beim Tragen, vor allem über längere Sessions hinweg. Die Stoffpolster sind angenehm, auch für Brillenträger, sitzen aber nicht ganz so stabil wie bei festeren Headsets. Ein schneller Kopfdreher, und das Ganze wackelt leicht. Fürs Sofa völlig okay – fürs E‑Sport-Feeling nicht ganz optimal.
Klanglich liefert das Headset ab, solange man es per Kabel oder 2,4‑GHz-Dongle nutzt. Der Sound ist klar, detailreich und ordentlich abgestimmt. Für Musik, Story-Games und kompetitives Zocken gibt’s hier wenig zu meckern. Bluetooth ist allerdings die Achillesferse. Trotz LDAC klingt der Funkbetrieb deutlich flacher, mit eingeschränkter Dynamik. Wer regelmäßig zwischen Smartphone und PC wechselt, merkt das schnell – und wird es nicht unbedingt lieben.
Die aktive Geräuschunterdrückung macht ihre Sache bei tiefen Frequenzen solide, etwa bei Brummen oder Lüftern. Hohe Töne oder Gespräche dringen aber durch, und im Transparenzmodus rauscht es leise mit – nicht störend, aber merklich. Auch die Bedienung nervt manchmal: Die wenigen Tasten steuern per Mehrfachklick zu viele Funktionen, was im Alltag eher rätselfreudige Nutzer fordert. Eine Desktop-App für PC-Anpassungen? Fehlanzeige.
Dafür überzeugt die Akkulaufzeit mit bis zu 70 Stunden im Low-Power-Modus, und das Mikrofon liefert im Kabel- oder Dongle-Betrieb eine klar verständliche Stimme ohne übermäßige Nebengeräusche. Nur über Bluetooth klingt es wieder deutlich komprimierter – für mobile Calls okay, für Streaming keine Empfehlung.
Unterm Strich ist das Hyperpunk 3 Wireless für 69,99 Euro ein leichtes, schickes Headset mit gutem Klang am richtigen Anschluss. Wer kabellos über den Dongle spielt, bekommt ein rundes Gesamtpaket mit starker Laufzeit. Wer dagegen flexibel zwischen Geräten wechseln oder Bluetooth in Topqualität nutzen will, trifft hier auf Kompromisse, die nicht jeder bereit ist einzugehen.
Hator Hypergang 3 Wireless - 119,99 Euro
Auf den ersten Blick wirkt das Hator Hypergang 3 Wireless wie ein echter Preis-Leistungs-Hit: Hi‑Res-Audio, Hybrid-ANC, starke Funktechnik und ein Design, das sich nicht hinter teureren Modellen verstecken muss und das alles für 119,99 Euro. Auch der Tragekomfort stimmt – zumindest für einige Stunden. Die weichen Polster sitzen gut, aber bei längeren Sessions kann es unter dem Kunstleder spürbar warm werden. Mit rund 330 Gramm gehört es zudem nicht zu den Leichtgewichten.
Klanglich überzeugt das Headset vor allem im 2,4‑GHz‑Modus und am Kabel. Die 40‑mm‑Treiber liefern ein ausgewogenes Klangbild mit klarer Ortung und sattem, aber kontrolliertem Bass. Gerade in Shootern oder atmosphärischen Singleplayern kommt das gut zur Geltung. Im Bluetooth-Betrieb bricht der Sound jedoch spürbar ein: Trotz LDAC klingt das Headset weniger dynamisch, mit spürbarem Verlust an Präzision – ein klarer Nachteil für mobile Nutzer.
Die ANC-Funktion filtert tieffrequente Störgeräusche effektiv, versagt aber bei hohen Tönen und erzeugt im Transparenzmodus ein hörbares Grundrauschen. Wer echtes Premium-ANC erwartet, wird hier eher ernüchtert. Auch die Bedienung fällt negativ auf: Zwei Buttons und ein Drehrad sollen alle Funktionen abdecken, doch die Steuerlogik ist umständlich und wenig intuitiv. Dass es keine PC-Software gibt, sondern nur eine App fürs Handy, passt nicht zum Gaming-Anspruch des Produkts.
Beim Mikrofon zeigt sich ein geteiltes Bild. Über Funk oder Kabel ist die Sprachqualität ordentlich, Bluetooth hingegen liefert nur blechernen, stark komprimierten Sound. Die Akkulaufzeit von bis zu 40 Stunden ist ein Plus, doch Schnellladen fehlt, was bei leerem Akku schnell nervt.
Das Hator Hypergang 3 Wireless ist unterm Strich ein gutes Headset mit klaren Stärken im Klang und solider Verarbeitung – aber auch mit Defiziten bei Steuerung, Software und Bluetooth-Performance. Wer vor allem am PC spielt und auf kabellosen Komfort Wert legt, macht für den Preis wenig falsch. Alle anderen sollten genau abwägen, ob sie mit den Einschränkungen leben können.
Hator Quasar 3 Ultra - 99,99 Euro
Mit nur rund 65 Gramm gehört die Hator Quasar 3 Ultra zu den federleichten Gaming-Mäusen – und das bei stabiler Verarbeitung und angenehmer Oberfläche. Die symmetrische Form eignet sich gut für verschiedene Griffstile, sitzt aber bei sehr kleinen Händen nicht ganz perfekt. Die Gleitfüße aus PTFE sorgen für sauberes, kontrolliertes Movement.
Herzstück ist der PAW3950-Sensor mit bis zu 30.000 DPI und einer Abtastrate von 8000 Hz – sogar im kabellosen Betrieb via 2,4 GHz. Die Reaktionszeit ist damit extrem niedrig, allerdings variiert die Latenz je nach System aufgrund der CPU-Last bei maximaler Abtastrate. Im Bluetooth-Modus sinkt die Pollingrate spürbar, was ihn eher für Office oder Casual-Gaming tauglich macht.
Positiv fällt die Onboard-Speicherung auf: DPI-Stufen, Makros und Pollingraten lassen sich direkt auf der Maus anpassen, ohne zwingende Software. Die Akkulaufzeit liegt bei soliden 50 bis 60 Stunden, geladen wird über USB-C – auch während des Spielens. Der beiliegende Dongle samt Adapter wirkt allerdings etwas klobig und stört in engen Setups.
Kritik verdient das Klickgefühl: Die Haupttasten reagieren zwar schnell, das Feedback wirkt jedoch etwas weich. Auch die Seitentasten könnten straffer sitzen. Insgesamt macht die Maus technisch viel richtig, wirkt in kleinen Details aber noch nicht ganz ausgereift.
Die Quasar 3 Ultra richtet sich an Gamer mit Fokus auf Geschwindigkeit und Leichtbau. Für FPS-Titel und schnelle Reaktionen liefert sie eine starke Basis. Eine insgesamt gute Maus, aber nicht ohne Kompromisse.
Hator TONN EVO XXL - 24,99 Euro
Das Mauspad Hator TONN EVO XXL ist robust verarbeitet und bietet eine stabile, gleichmäßige Oberfläche, die das Gleiten der Maus angenehm schnell gestaltet. Die verstärkte Umrandung verhindert Ausfransen, und die rutschfeste Unterseite sorgt für sicheren Halt auf verschiedenen Schreibtischen. Aktuell ist das Mauspad in vier verschiedenen Größen zu haben, uns stand die XXL-Variante mit 900 x 420 mm zur Verfügung.
Ein kleiner Wermutstropfen ist der starke Kunststoffgeruch beim Auspacken, der erst nach einigen Tagen vollständig verfliegt. Die Oberfläche fühlt sich eher rau an und ist auf Speed ausgelegt, was nicht für alle Spieler ideal ist. Insgesamt liefert das TONN EVO solide Performance und Langlebigkeit. Wer auf große Pads mit verschiedenen Größen setzt, findet hier eine verlässliche Option, sollte aber Zeit fürs Auslüften einplanen.
Hator Rockfall 3 TKL - 94,99 Euro
Die Rockfall 3 TKL bringt ordentlich Gewicht auf den Schreibtisch – fast ein Kilogramm – und vermittelt dadurch eine wertige, standfeste Haptik. Das Gehäuse ist sauber verarbeitet, die PBT-Tastenkappen fühlen sich griffig an und versprechen lange Haltbarkeit. Durch das Gasket-Mount-Design und eine mehrschichtige Dämmung ist das Tippgefühl angenehm weich, ohne schwammig zu wirken. Akustisch bleibt die Tastatur eher hell, was empfindliche Ohren – besonders in ruhigen Umgebungen – stören könnte.
Die verbauten HATOR Aurum Orange Switches arbeiten linear und sind ab Werk geschmiert. Der kurze Auslöseweg sorgt für schnelle Eingaben, das Tippgefühl ist direkt, aber nicht hektisch. Dank Hot-Swap-Funktion lassen sich die Schalter ohne Lötarbeit austauschen – ein Plus für Bastler, die gern experimentieren. Die Tastenreaktion bleibt auch bei intensiver Nutzung konstant, allerdings wirken die Stabilisatoren auf großen Tasten nicht ganz so leise, wie man es bei einem Gasket-Modell erwarten würde.
Drei Verbindungsmodi machen die Tastatur flexibel: 2,4 GHz mit 1000 Hz, Bluetooth 5.3 sowie USB-C. Die Akkulaufzeit ist mit bis zu 160 Stunden stark, auch bei moderater RGB-Beleuchtung. Praktisch: Makros und Beleuchtungsprofile lassen sich direkt auf dem Gerät speichern. Weniger nutzerfreundlich ist jedoch die Softwareseite. Statt einer klassischen Desktop-App setzt Hator auf QMK und VIA – mächtige Tools mit viel Freiheit, aber wenig Komfort für Einsteiger. Wer hier individuelle Layouts oder RGB-Effekte anpassen will, sollte etwas Einarbeitungszeit mitbringen.
Im Alltag überzeugt die Rockfall 3 TKL mit klar definiertem Anschlag, gutem Layout und hochwertigem Eindruck. Sie eignet sich sowohl zum Zocken als auch für produktives Tippen. Wer sich allerdings mit VIA-Software nicht auseinandersetzen will, dürfte schnell an Grenzen stoßen. Insgesamt liefert Hator hier eine technisch ausgereifte TKL-Tastatur zum moderaten Preis für Nutzer mit Bastelambitionen und Anspruch an Verarbeitung.


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