Preview - Warhammer 40.000: Dawn of War IV : Das riecht nach einem fetten Comeback!
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Holt die „War hammer!“-Wortspiele raus, schleift die Kettenschwerter, poliert die Space-Marine-Uniformen: Dawn of War 4 möchte an die Tugenden des ersten Teils aus dem Jahre 2004 anknüpfen. Verantwortlich dafür zeichnen die Leute von King Art Games, die mit Iron Harvest bewiesen haben, dass sie sich auf Strategie verstehen. Wenn das keine guten Vorzeichen sind ...
Iron Harvest war vor fünf Jahren eine echte Erfrischung. Das Echtzeitstrategie-Spektakel machte Genre-Fans nicht nur die angehenden Lockdowns weniger langweilig, sondern zeigte auch, dass es für Echtzeit-Gefechte noch immer eine rege Community gab. Das Kickstarter-Projekt avancierte zu einem Favoriten in einer Zeit, in der Command & Conquer und Warcraft nur noch mit Nostalgie und Remakes von sich reden machten.
Das Team hinter der fiktiven Steampunk-Geschichte, das Bremer Studio King Art Games, hatte zum ersten Mal auf der Games Convention 2008 mit einem Trailer für das Adventure The Book of Unwritten Tales auf sich aufmerksam gemacht. Doch der Genre-Sprung hin zur Strategie gelang ihnen hervorragend.
Noch während der Entwicklung von Iron Harvest hatte das Team die Fühler in Richtung Games Workshop ausgestreckt, den Inhabern der Lizenzen zu Warhammer. Wir hätten da ein paar Gedanken. Vielleicht könnten wir mal sprechen, kann ja nicht schaden und so weiter. Und tatsächlich: Nach einiger Zeit meldete sich Games Workshop – und so kam es, dass 17 Jahre nach einem Adventure-Trailer und über 20 Jahre nach dem ersten Teil ein neues Dawn of War für jede Menge Schlachtgebrüll sorgen wird. Wir konnten eine Mission des Titels spielen und uns mit Studiogründer Jan Theysen unterhalten.
Zurück zu den Wurzeln – dafür einen Zwanziger ins Phrasenschwein, aber es ist eben auch die Wahrheit. Denn das Team möchte sich bewusst am ersten Teil orientieren. Kein Squad-und-kleine-Gruppen-erleben-Abenteuer wie Teil zwei, und ganz sicher nicht mit den zahlreichen MOBA-Anleihen versehen, mit denen der dritte Teil versucht hatte, an den beliebteren Genre-Cousin anzuschließen. „Wenn ich ein MOBA spielen will, spiele ich halt einfach ein MOBA“, resümiert Theysen. Dawn of War 4 hat also wieder dabei: klassischen Basenbau und die Kontrolle über umkämpfte Sektoren, die uns mit den Ressourcen ausstatten für Einheiten, Upgrades und Spezial-Aktionen.
Waaagh!
In der Demo-Mission, die so nicht in der Kampagne enthalten sein wird, sondern einen Blut-, äh, Blumenstrauß an Aspekten des Spiels demonstrieren soll, sind wir mit dem Space-Marine-Commander Cyrus und seiner Truppe unterwegs. Auch die Imperiale Garde von Astra Militarum unterstützt uns – zumindest ein wenig, wenn die orkischen Truppen direkt vor der Tür stehen. Apropos Gruppenarbeit: Im fertigen Spiel wird es wie schon bei Iron Harvest einen Koop-Modus geben.
Die Space Marines mit ihren Soldaten, Fahrzeugen und Mech-artigen Walkern ähneln noch am ehesten klassischen menschlichen Fraktionen. Im Laufe der Missionen bekommen wir es mit jeder Menge Orks zu tun. Für die gibt es ein „Waaagh!“-Meter: Haben die Grünhäute in der Schlacht genügend Zornesröte angesammelt, kämpfen sie besonders stark. Aus dem reichhaltigen Universum von Warhammer 40K stürmen zudem noch die ebenfalls in der Mission auftauchenden Necrons, eine Art untote Roboter-Fraktion, und zum ersten Mal die „Technik-Priester“ des Adeptus Mechanicus auf das Schlachtfeld.
Kontrollierte Offensive
Was beim Spielen gleich auffällt: Dawn of War 4 belohnt die Offensive. Das Erhalten, Ausbauen und Verteidigen der Kontrollpunkte ist essenziell zum Vorankommen; ein reines Einigeln mit neckischen Mauern und Geschütztürmen verlangsamt zu sehr. Die Brechstange braucht es aber auch nicht, denn im Hintergrund analysiert die KI unseren Fortschritt und dirigiert ein hektisches, aber überwiegend beherrschbares Gesamtszenario, natürlich in Abhängigkeit vom Schwierigkeitsgrad.
Die akustisch und optisch intensive, regelrecht anpeitschende Inszenierung präsentiert die Brachialität des Universums überzeugend. Besonders stolz ist man bei King Art Games auf ein Synchronisierungssystem der Kampf-Animationen, mit dem das Hauen, Schießen und Stechen unterschiedlichster Einheiten aufeinander abgestimmt wird, statt einfach „nur“ Standard-Animationen ablaufen zu lassen. Der Vollständigkeit halber: Angesichts des generellen Tohuwabohus ist uns das nicht direkt aufgefallen. Es ist so viel los in den Schlachten!
Geht unser Commander zu Fall, müssen wir ihn mit ein paar Infanterie-Einheiten wieder zum Leben erwecken. Darüber hinaus haben alle Einheiten Erfahrungsstufen und natürlich Spezial-Aktionen sowie -angriffe in petto. Für Fans- und Genre-Experten gibt es also jede Menge zum Tüfteln und Ausprobieren. Aber auch wer nicht sämtliche Tastaturkürzel nachts um drei runterbeten kann, sollte gut zurechtkommen. Dafür sorgen neben der erwähnten KI-Regie die 2025 üblichen Komfort-Funktionen sowie die Möglichkeit, auch per Rechtsklick-Rahmen ein Angriffsgebiet zuzuweisen, in dem unsere Truppen dann von sich aus eine gute Wahl treffen.
Diese Automatismen, so Theysen, ermöglichen es Menschen unterschiedlicher Erfahrungslevel, Spaß zu haben. Besser als die KI können es Veteranen sicherlich, aber in vielen Situationen sind digitale Co-Trainer eine willkommene Erleichterung. Dennoch ist Dawn of War 4 ziemlich herausfordernd. Als wir nach rund einer halben Stunde die Ork-Basis („Mega Bossbunka“ heißt das Gebäude in der für die Grünhäute eigenen Schreibweise) geplättet haben, liegt eine wendungsreiche Mission hinter uns – inklusive plötzlich auftauchender Feinde, riesiger Gorgonauten-Fahrzeuge sowie Flammen- und Lichteffekten, die sich über den ganzen Bildschirm erstrecken.
Das alles hat Laune gemacht und wirkte inszenatorisch über dem etwas bemühten Tempest Rising angesiedelt. 40 Minuten Videosequenzen verspricht King Art, und auch wichtige Entscheidungen in der Kampagne, etwa wenn es darum geht, welchen der rivalisierenden Ork-Bosse wir erledigen. Denn in Warhammer 40K „gibt es keinen Sieg, nur Rache“. Auf ein geschichtliches Happy End sollten wir also nicht warten. Spielerisch könnte es aber dazu kommen.



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