Test - Super Mario Party Jamboree : Switch 2 Test: Rechtfertigen die frischen Features einen erneuten Kauf?
- NSw2
- NSw
Die Nintendo Switch 2 stellt für einige kritische Entitäten da draußen nicht mehr als ein müdes Update der Vorgängerkonsole dar. Eben jene Meckerfritzen könnten aber falscher nicht liegen, denn sie bietet neben deutlich mehr Hardware-Power auch einige neue Features. Diese nutzt Super Mario Party Jamboree – Nintendo Switch 2 Edition + Jamboree TV voll aus, was aber nicht unbedingt auch bedeutet, dass ihr das Upgrade dringend braucht.
Hinter dem Namen Jamboree TV verbirgt sich nicht etwa eine Online-Plattform für Community-Livestreams, vielmehr handelt es sich um eine Art Hub. Toad veranstaltet eine Spielshow, bei der ihr im Publikum hockt. Das ermöglicht eine an die Konsole angeschlossene USB-C-Webcam, die euch mit einem billigen Filter ausschneidet und ins Spiel bringt. Ein Tipp zur Güte: Kauft nicht die originale Nintendo-Kamera, da deren Qualität gemessen am Preis eine wahre Frechheit ist. Ein halb so teures Exemplar von Logitech machte in unserem Test einen deutlich besseren Job.
Mama, ich bin im Fernsehen!
Auch wenn die Fernsehsendung des Pilzkopfes ein nettes Gimmick darstellt, fungiert sie lediglich als Auswahlmenü für die unterschiedlichen und teils neuen Spielmodi. Einer davon hört auf den Namen „Bowser-Bühne“. Wie der Titel dezent andeutet, moderiert der Koopa-König hier selbst.
>> Mario Party Jamboree im ausführlichen Test für Switch 1 <<
Zu Beginn einer jeden Ausstrahlung wählt ihr, welches Feature der Switch 2 ihr nutzen wollt: die Kamera oder das verbaute Mikrofon der Konsole. Zwei Teams zu je zwei Leuten treten gegeneinander an, die Minispiel-Auswahl fällt aber leider so überschaubar wie durchwachsen aus.
In den Kamera-Kategorien fühlte ich mich mehr als einmal an Microsoft Kinect zurückversetzt – nur in schlechter. Ob ich jetzt Gumbas auf meinem Kopf staple, auf Kommando in die Hocke gehe und aufstehe oder so schnell wie möglich gegen Fragezeichenblöcke klopfe, richtig spektakulär oder gar spaßig ist nichts davon. Zumal es tatsächlich nicht mehr als diese drei Minispiele zu geben scheint - abgesehen von dem Ende einer jeden Runde, bei dem ihr Bowsers Gesten und Rufe nachahmen sollt. Kein Plan, was das Spiel an dieser Stelle von euch will, denn zuverlässig funktioniert hat das in unseren Test-Partys kein einziges Mal. Wer am lautesten brüllt, gewinnt. Oder auch nicht. Hier regiert die Willkür.
Entscheidet ihr euch für die Mikrofon-Minispiele, hilft ein lautes Organ nicht immer weiter. Darin lasst ihr Baby Bowser fliegen, um Münzen einzusammeln, oder klatscht im Takt. Wobei es eigentlich keinen Unterschied macht, welches Geräusch das Mikrofon aufnimmt. Stimmen, Jubel, Klatschen, vermutlich selbst Körperwinde zählen. Das passt zum durchwachsenen Gesamteindruck der Bowser-Bühne.
Eine wilde Fahrt
Auf der „Jubelbahn“ hingegen kommt das Maus-Feature der Joy-Con 2 zum Tragen. Ihr wählt aus fünf Achterbahnen euren Favoriten und ballert in bester Rail-Shooter-Manier Gegner aus dem Himmel, um zusätzliche Zeit zu verdienen. Denn um das Ziel zu erreichen, bleibt nur begrenzt Zeit. In regelmäßigen Abständen geht es zudem in Koop-Minispiele.
Bis zu vier Spielerinnen und Spieler arbeiten hier zusammen, um modifizierte Disziplinen der normalen Party möglichst effektiv zu absolvieren. Lackiert Bomben, absolviert ein Memory-Minispiel in Rekordzeit und baut eine ideale Strecke aus Domino-Steinen, um einen höchstmöglichen Rang zu erreichen, was gleichbedeutend mit mehr Zusatzsekunden auf der Uhr ist.
Im Gegensatz zur regelrecht grauenhaften Bowser-Bühne sorgt die Jubelbahn zumindest im Vierer-Squad für kurzzeitigen Spaß, nutzt sich aber recht schnell ab. Doch die Stärken von Super Mario Party Jamboree liegen auch auf der Switch 2 bei den regulären Partys.
Neues Futter für Party-Animals
Im regulären Party-Modus offeriert euch Super Mario Party Jamboree – Nintendo Switch 2 Edition + Jamboree TV zwei neue Regelsets, die sich an Teamplayer und Vielbeschäftigte richten. So starten im Blitz-Modus alle Spieler und Spielerinnen mit 50 Münzen, einem Doppel-Würfel und einem Stern. Doch dafür geht die Partie nur fünf Runden. Perfekt, falls ihr nur eine Dreiviertelstunde Zeit habt.
Die Team-Regeln hingegen lassen euch in zwei Zweierpaaren antreten, ihr teilt euch Sterne und Münzen also. Für diesen Koop-Ansatz steht der besondere Gemeinsam-Würfel zur Verfügung. Mit diesem ruft ihr euren Partner oder eure Partnerin heran und würfelt ein zweites Mal. Im Team dürft ihr sogar zwei Sterne auf einmal kaufen, ähnlich wie mit einem Jamboree-Partner also.
Abgesehen von diesen großen Änderungen gibt es 20 neue Minispiele, die sich allesamt auf die neuen Features der Switch 2 stützen. Zieht Spielzeugautos auf, manövriert durch elektrische Labyrinthe oder spielt eine Runde Curling. Die Auswahl ergänzt die bestehenden Spielchen ziemlich sauber und wahlweise dürft ihr sie auch ausstellen, wollt ihr euch auf klassische Partys beschränken.
Dazu überträgt die Kamera, sofern angeschlossen, eure Gesichter ins Spiel und wenn ihr GameChat nutzt, hören euch eure Online-Mitspielenden auch über das Mikrofon. Wenn ihr mit Freundinnen und Freunden zusammen zocken wollt, hilft GameShare. Sie brauchen lediglich eine Switch oder Switch 2 und ihr könnt ihnen das Spiel für die aktuelle Session ausleihen.
Von den technischen Verbesserungen macht sich in der Praxis nur wenig bemerkbar. Im TV-Modus läuft Super Mario Party Jamboree jetzt in bis zu 1440p-Auflösung, im Handheld-Modus gibt es immerhin Full HD. Die Performance fällt laut Nintendo ebenfalls besser aus, aber ehrlich gesagt gab es da schon auf der ersten Switch kaum etwas zu bemängeln. Was ich aber so gar nicht verstehe: Warum gibt es die technischen Upgrades nicht im Hauptspiel, sondern nur, wenn ihr den Umweg über Jamboree TV geht?
Greift zu, wenn...… ihr das Spiel nicht schon auf der Nintendo Switch gekauft und Bock auf Partyspaß habt.
Spart es euch, wenn...… ihr Probleme mit semi-ausgereiften Features habt und nicht gerne vor der Kamera herumhampelt.



Kommentarezum Artikel